Wildblumen auf dem Balkon Teil 1

am
Heimische Pflanzen

Viele unserer „Unkräuter“ oder Wildpflanzen sind bestens angepaßt und bieten vielen Insekten Nahrung. Der Dürresommer hat gezeigt, daß Flockenblumen, Wilde Möhre, Greiskraut, Natternkopf, Rainfarn und andere Pflanzen, wochenlang ohne Wasser auskommen konnten und dabei trotzdem geblüht haben. Mancherorts waren sie blühende Inseln inmitten verbrannter Wiesen und Felder.

Seit ein paar Jahren habe ich die Wiesen-Flockenblumen Centaurea jacea im Programm. Ich habe Saat von einer Wiese mitgenommen und hier oben ausgesät. Sie blüht erst im zweiten Jahr (also nicht enttäuscht sein, wenn im ersten Jahr nur Blätter kommen). Die Nektarsammler lieben sie! Leider blühten sie bei mir zuletzt nur um die zwei Wochen, aber sie waren die ganze Zeit gut besucht. Erfreulich auch, daß besonders kleine Wildbienen auftauchten und sich von ihr ernährten.

Wie schon beschrieben: je kleiner die Wildbienen, umso schwieriger ihre Bestimmung ;-) „Irgendwer“ auf einer Wiesen-Flockenblume…

Auf diesem Stand sind sie jetzt (siehe folgendes Foto). Sie sind sehr robust. Im Topf trinken sie, so wie viele Kräuter auch, allerdings viel Wasser.

Hier bin ich mir nicht sicher, ob es eine andere Flockenblumenart ist, ansonsten weiß ich nicht, was ich da gesät haben könnte.

Die echte Nelkenwurz Geum urbanum hat sich zusammen mit meinen Birken hier ausgesät. Sie hat später kleine gelbe Blüten. Viele Insekten habe ich noch nicht an ihr beobachtet, aber daß muß ja nichts heißen. Die Saat sind kleine Klettenkugeln, die prima an der Kleidung hängenbleiben :-) Früher wurde sie vielfach als Heilpflanze genutzt oder wegen ihres Duftes Likören beigefügt. Mehr zu dieser interessanten Pflanze hier bei Wikipedia.

Als kürzlich die Gärtnerkolonne wieder da war und alle blühenden Unkräuter am Grundstücksrand entfernt hat, habe ich schnell noch ein paar Schafgarben Achillea ausgebuddelt. Für alles andere war es schon zu spät. Zum Glück hat hie und da eine Pflanze überlebt und die Schafgarben waren mit ihrem niedrigen Wuchs wohl am wenigsten gefährdet. Egal, ich wollte schon lange welche haben und das war die passende Gelegenheit. Mal sehen, wie sie sich machen. Sie wachsen schon fleißig :-)

Über meine Kleepflanzen habe ich schon öfter berichtet. Hier der Weißklee Trifolium repens. Er hat schon lange den gesamten Topf durchwurzelt. Seine weißen Blüten sind bei Hummeln und Wildbienen sehr begehrt, ebenso wie die vom

Rotklee Trifolium pratense (Foto vom letzten Jahr). Die Pflanze schwächelt zur Zeit und hat vermutlich eine Krankheit. Ich habe eine neue Pflanze von der Baumscheibe ausgebuddelt und als Ersatz hier eingepflanzt. Der Klee hat wunderschöne Blüten, bietet reichlich Nektar und blüht eine Weile. Allerdings kann ich ihn nur für den Topf empfehlen, da er bis zu 2 m tief wurzelt (der Weißklee nur bis 70 cm, dafür macht er prima Ausläufer!). Im Garten könnte er sich für immer verewigen ;-) Warum auch nicht, hübsch ist er! Ansonsten wie gesagt lieber die Topfkultur ins Auge fassen.

Die kleine Kohl-Gänsedistel Sonchus oleraceus hat sich hier ebenfalls von alleine angesiedelt und wächst in fast jedem Topf. Einige zupfe ich dann doch raus. Schwebfliegen lieben ihren Nektar. Die Blüten sind nur am frühen Vormittag geöffnet.

Zwei Löwenzahnpflanzen Tanacetum vulgare gibt es hier auch, aber die blühen nur im Frühjahr. Altes Foto mit einer Mauerbiene.

In fast allen Töpfen wächst, genau wie die Gänsekohldistel, dieser rotblättrige Klee. In manchen Töpfen lasse ich ihn wachsen, weil seine dunklen roten Blätter so hübsch zu den anderen Pflanzen aussehen. Der Klee hat winzige gelbe Blüten, die auch mal von Insekten besucht werden. Ich glaube, ich habe sogar schon mal eine Hummel daran gesehen..

So ganz eindeutig kann ich ihn nicht bestimmen. Ich glaube, es ist Horn-Sauerklee Oxalis corniculata, hier zusammen mit selbstversäten Hornveilchen und einer Art Mädchenaugen.

Ihr seht: es müssen nicht immer gekaufte Pflanzen sein, die schön blühen und insbesondere den Insekten nützen. Preiswert ist es noch dazu. Man sollte allerdings nicht jede Pflanze ausbuddeln. Es gibt auch geschützte und seltene Arten. Saat mitnehmen ist oft die bessere Variante, es sei denn, es sind „Un“- bzw. Wildkräuter, die häufig vorkommen. Am besten vorher informieren. Unsere heimischen Wildkräuter sind dazu noch robust und winterhart.

Im nächsten Teil geht es um Mauretanische Malven, Ehrenpreis, Glockenblumen, Blutweiderich und was mir sonst noch so einfällt…

 

21 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ule Rolff sagt:

    Der rotblättrige Klee macht sich wirklich gut zu den Hornveilchen. Die Dokumentation ist mal wieder sehr informativ (und hübsch anzusehen auch!).

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    1. pflanzwas sagt:

      Dankeschön. Ja, der rotblättrige Klee sieht richtig toll aus und bildet einen hübschen Kontrast. Ich wiederhole mich hier zwar, aber da es auch immer wieder neue Leser gibt und eine neue Balkonsaison, darf ich das wohl ;-)

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      1. Ule Rolff sagt:

        Das kommt etwas vergesslichen Menschen wie mir sehr entgegen 🙂.

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        1. pflanzwas sagt:

          Kicher. Dann ist es ja gut, wenn es nicht mal auffällt ;-)

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  2. einfachtilda sagt:

    Wertvolle Tipps. Danke ♥

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    1. pflanzwas sagt:

      Da nicht für ;-) Wie war der Sumpfgarten? Ich habe nur 5 Pflanzen aus dem Stadtpark mitgenommen für die Baumscheibe unten :-)

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      1. einfachtilda sagt:

        Der Sumpfgarten war ok, jedoch nicht so, wie ich erwartet hatte. Ein Gründstück von mehreren 1000qm und vorwiegend Bäume. Aber auch interessant, mal seltene Bäume zu sehen.
        5 Pflanzen ist bestimmt ok für die Baumscheibe und dann hoffen wir mal, dass sie dort gut wachsen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Interessant ist es allemal, was man auf so einer Fläche gestalten kann. Wenn ich mir unter Sumpfgarten vielleicht auch was anderes vorgestellt hätte. Vor allen Dingen Teiche und sumpfige Stellen mit wasserliebenden Pflanzen….

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          1. einfachtilda sagt:

            Ja, das dachte ich auch….

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  3. Eine schöne Übersicht. Ich sammele auch gern draußen Samen bzw. Freue mich, wenn sie etwas freiwillig ansiedelt. Vögel und Vogelfutter sind auch immer Quellen für überraschende Neuzugänge… so hatte ich schon mal Hanf.😉

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    1. pflanzwas sagt:

      Haha, ja, den hatte ich auch schon. Und Raps haben sie mir hier auch dagelassen und ich frage mich, wo die Eicheln aus meinem Schnittlauchkasten immer herkommen ;-)

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      1. Versteckt die der Eichelhäher?

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        1. pflanzwas sagt:

          Frage ich mich auch, wenn ich nicht ein großes Loch im Gedächtnis habe, und sie selbst dort abgelegt habe ;-)

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  4. kowkla123 sagt:

    rotblättriger Klee, wie schön, komme gut durch die Woche, Klaus

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    1. pflanzwas sagt:

      Du auch! Die Sonne lacht, wir lachen mit ihr :-)

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  5. frauholle52 sagt:

    Mein Vermieter hat mir einen neuen Vorgarten spendiert. Ich hätte lieber meinen vermoosten Rasen behalten mit all seinen Wildkräutern. Jetzt herrscht vor meinem Haus Trostlosigkeit mit Findlingen. Ein paar Sonnenblumen werden hoffentlich trotzdem wachsen, einige Samen haben jedenfalls gekeimt. Nun lasse ich als Ausgleich in meinem Garten (hinten) den Rasen wachsen und mähe nur noch ein kleines Stück, damit ich zum Auto und Fahrrad komme. Jetzt und hier fühle ich mich bestätigt und draußen lärmen die Spatzenfamilien, die ihr Futter in meiner Wildnis finden. Liebe Grüße aus dem Wendland! Regine

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    1. pflanzwas sagt:

      DAS klingt jetzt nicht so schön. Soll das heißen, dein Vermieter hat dir vor das Haus so einen sterilen Garten gesetzt??? Darfst du da noch was pflanzen oder ist das jetzt Terra proibito – also verbotenes Land oder was? Sonst könntest du vielleicht noch einen Steingarten draus machen oder du stellst Schalen mit Blumen dazwischen. Ich drück die Daumen für die Sonnenblumen. Sowas! Schön, daß die Spatzen deinen anderen Garten genießen :-) LG, Almuth

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      1. frauholle52 sagt:

        Ja, ich darf pflanzen und habe eben noch ein paar Duftnelken eingesetzt. Ich denke, wenn alles ein wenig gewachsen ist, sieht es auch nicht mehr so trostlos aus. Aber Buchsbaumhecke?😡Lustig ist, dass der Gärtner die schief eingepflanzt hat. Das versöhnt mich schon wieder ein wenig. Ich hätte lieber den Rasen behalten, der war meinem Vermieter aber zu ungepflegt. Er hat mich auch gut informiert, was er vorhat und ich durfte meinen Senf dazugeben. Da ich es sonst ja richtig gut hier habe, wollte ich mich mit meinem Vermieter nicht anlegen. Er ist jetzt zufrieden mit dem Vorgarten und ich setze Buntes dazwischen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Na, dann gehts ja noch. Wenn er dir auch noch diktiert hätte, was du dort tun und lassen darfst….ja, wenn alles angewachsen ist, wird es bestimmt netter aussehen. Schiefe Hecke klingt gut ;-)

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          1. frauholle52 sagt:

            Das geht schon in Ordnung. Er wohnt ja gleich nebenan und möchte den Vorgarten „schön“ haben und da waren Kompromisse nötig. Anfangs sah es auch nett aus……Ich pflanze einfach ab und zu etwas dazwischen und schon wird´s besser!

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            1. pflanzwas sagt:

              Gute Idee :-)

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