Balkonblumen und was nach der Hitze übrig ist

am
Abgeblüht!

Was mich etwas schockiert an diesem Wochenende, es blüht gerade nur noch ganz wenig hier. Die 10 Tage mit 30 Grad + haben ihren Tribut gefordert. Ich habe das Gefühl, so übersichtlich, wie zur Zeit, war es im August noch nie. Hinzu kommt, daß dieses Jahr die Natur mit vielen Blühzeiten zwei Wochen „früher“ dran ist. Draußen sieht es ebenfalls nicht besonders üppig aus. Dabei sah ich eine hübsche Ackerhummel, die aussah, wie frisch geschlüpft. Mit einem leuchtend orangen Schopf. Auch hier auf dem Balkon wird jede letzte kleine Blüte abgesucht!

Noch von vergangener Woche: ein Faulbaum-Bläuling am Wasserdost Eupatorium cannabinum, auch wenn der jetzt schon recht bräunlich aussieht. Erfreulicherweise sind aber immer noch Blüten da, die Nektar bieten.

Erdhummeln Bombus terrestris sehe ich jetzt kaum noch. Manche Hummelarten gehen Ende Juli ihrem Höhepunkt und damit dem Absterben entgegen, andere halten länger durch. Erdhummeln kann man durchaus noch im September sehen. Die, die am längsten unterwegs sind, sind die Ackerhummeln Bombus pascuorum. Bis Ende Oktober, bei der warmen Witterung sogar bis in den November, kann man ihnen begegnen. Genau wie bei der Vegetation, kann die Hitze die Entwicklung der Hummeln beeinflussen. Letztenendes wird die Nahrung immer knapper, zum Ende des Sommers hin sowieso, aber durch die Hitze noch mehr.

Von vorletzter Woche: so frisch sieht der Wasserdost nicht mehr aus.

Es gibt zwar keinen Regen, aber Wolken. Immerhin, eine Steigerung. Nach der Hitze haben wir jetzt Sturm. Immerhin erstaunlich: so starke Winde haben die letzten Hitzesommer häufig begleitet. Das war in letzter Zeit nicht so ausgeprägt. Zwar hatten wir viel Ostwind, der den Boden immer so schön austrocknet, aber es war nicht so extrem windig wie sonst. Manchmal saßen wir hier an heißen Tagen bei knapp 30 Grad und die Bäume bogen sich.

Wolken wie ein Gebirge.

Ansonsten sind noch ein paar Löwenmaulblüten Antirrhinum majus da. Zwei Ringelblumenblüten Calendula, eine Sonnenbrautblüte Kokarde, 1,5 Flockenblumen Centaurea jacea (naja, das eine ist nur so’n Rest), ein mickriger Rest vom weißblühenden Oregano, Borretsch Borago

…eine abgefledderte Malvenblüte Malva sylvestris ssp. mauritiana (wird trotzdem noch von Ackerhummel besucht). Hier sah sie noch gut aus.

Die rosa Fetthenne Sedum blüht schon. Leider wurden viele Knospen abgefressen, von wem auch immer, aber vielleicht kommen noch neue Triebe.

Auch erfreulich: der Schmetterlingsflieder Buddleja davidii bildet noch kleine Rest-Rispen aus. Da kommen noch ein paar letzte kleine Blütenkonglomerationen :-) Was mich außerdem überrascht hat, die blaublühende Clematis / Waldrebe, die zwei mal im Jahr blüht, hatte kürzlich zwei Blüten gemacht und daß schien es dann gewesen zu sein. Jetzt habe ich mehrere kleine Knospen entdeckt, freu! Wenn zwei Pflanzen dieses Jahr vom Wetter profitiert haben, sind es meine beiden Waldreben.

Die kleinen zarten Stengel mit Knospen: die zweite Clematisblüte

Früh morgens bieten ein paar Blüten der Prunktrichterwinde Ipomoea den Hummeln Nahrung. Leider ist sie dieses Jahr etwas übersichtlicher ausgefallen.

Für mich nicht nachvollziehbar: dies sind zwei Königskerzen im zweiten Jahr. Also in dem Jahr, in dem sie eigentlich blühen. Seit ich sie in einen größeren Topf eingepflanzt habe im Frühjahr, sind sie nur wenig gewachsen. Ich habe das Gefühl, jetzt fangen sie gaaanz laaangsam an. Wohl keinen Bock gehabt, was? Da fällt mir ein, daß die dritte Königskerze Verbascum jeden Tag ein paar Blüten aufmacht.

Auch andere Pflanzen fühlen sich plötzlich bemüßigt, loszulegen. Diese Mauretanischen Malven hatte ich im Frühsommer in einen Topf gesetzt und wochenlang passierte gar nichts! Dann setzte ich sie in frische Erde und seitdem geht die Post ab, so, wie sonst eigentlich auch, wenn man sie einpflanzt. Ebenfalls einen Wachstumsschub haben die Knäuelglockenblumen.

Die Pfirsichblättrige Glockenblume Campanula persicifolia ist schon lange verblüht, aber alle paar Wochen macht sie irgendwo eine neue Blüte auf. Diesmal fast am Boden.

Diese Blüte vom Mädchenauge Coreopsis war erst mal die letzte. Es kommen sicher noch neue, aber hier ist gerade eine kleine Pause angesagt. Das zweite Mädchenauge, was letztes Jahr sehr lange geblüht hat, hat wochenlang pausiert und macht jetzt ebenfalls ein paar neue Knopsen. Da kommt also auch noch ein bißchen nach. Immerhin.

The heat took most of the flowers „away“. Nature has been two weeks ahead this year. Many plants that flower later, have already stopped blooming. The heatwave from the beginning of August with at least 10 days of 30 + degrees Celsius did the rest. I can’t remember that the balcony was so „empty“ around this time of the year. A bit depressing. With the heat many species of bumblebees have gone too. I hardly see the buff-tailed bumblebee, only the Common carder bee is still coming and they visit really every lasting tiny flower! The different species of bumblebees have different lifetimes. Some are dying at the end of July, others in August or September. The common carder bee is the one overhere that comes until october, in mild autums even until november.

Some of my plants that usually grow well didn’t want to grow at all, like Verbascum and my newly planted Malvae. Maybe they do so now. I have only a few flowers left that will bloom in the next time. One of them is Sedum. Coreopsis will make some more flowers and presumably the Kokarde too. The Calendula are still blooming, a few Centaurea and a bit of Buddleja davidii. One of the last flowers will be my Aster. It is blooming very late, but the insects are happy then :-)

The weather changed overhere. After 2 weeks of heat it cooled down. Instead we have storm now. No rain since weeks, only a little bit. The wind takes the rest of humidity. Actually there is no humidity left.

 

20 Kommentare Gib deinen ab

  1. Am Ende sieht es gar nicht so schlimm aus, und manche Pflanzen sind erst im Kommen und zeigen, was alles in ihnen an Möglichkeiten steckt. Das macht die liebevolle Versorgung. Nur weiter so!🌱🌼🍀

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  2. Ulrike Sokul sagt:

    Liebe Almuth,
    dieses Jahr habe ich von einer Nachbarin Ableger vom Kerzen-Knöterich bekommen. Diese Pflanze gedeiht auch sehr gut im Topf und sie hat eine lange Blühphase bis September/Oktober. Die Blüten (ich habe tiefrote, es gibt aber auch Sorten in weiß und rosa) werden bei mir von den unterschiedlichsten Wildbienen und Wespen gerne besucht. Vielleicht kannst Du mit dieser Pflanze Dein Blühangebots-Repertoire verlängern.
    Herzensgruß von mir zu Dir

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich mußte erst mal gucken, was das ist. Die kenne ich vom Sehen. Sie sind sehr hübsch, gerade auch diese roten gefallen mir! Ich werde es mal im Kopf behalten. Vielen Dank für den Tip! Herzensgrüße zurück :-)

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      1. Ulrike Sokul sagt:

        Ich will auch gerne für Dich schauen, ob sich davon Samen ernten lassen … :-)

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        1. pflanzwas sagt:

          Kannst es ja mal versuchen :-)

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          1. Ulrike Sokul sagt:

            Mache ich … Momentan tummeln sich an dieser Pflanze zwei flache, kurze, altrosafarbene Raupen mit schwarzem Köpfchen …

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            1. pflanzwas sagt:

              Huch, das klingt spannend. Hast du schon gesucht?

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            2. Ulrike Sokul sagt:

              Nein, ich bin noch nicht dazu gekommen. Ich habe aber immerhin mal ein paar Fotos gemacht, damit ich später besser recherchieren kann.

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            3. pflanzwas sagt:

              So mache ich das auch immer :-) Deshalb jage ich gerne den Insekten hinter her mit der Kamera, weil man sonst gar keine Chance hat.

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  3. puzzleblume sagt:

    Dieser dramatische Einbruch betrifft nicht nur deine Balkonsituation, leider alles andere auch. Es scheint bei uns eine Pfalzenwelt zu geben, die vielleicht eine gewisse Trockenheit noch verkraftet, aber die „neuen Temperaturen“ um und über 30°C nicht abkann.
    Man wird sich schneller umorientrieren müssen, als es den Flora-Puristen in die Köpfe gehen will, die immernoch glauben, dass man Neophyten als böse Verdränger generell verurteilen muss, statt genauer hinzusehen, wo es im Grunde vonnöten ist, dass sich Veränderungen vollziehen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Einige Pflanzen können die Hitze zwar ab, aber das Verblühen wird dennoch massiv befördert. Ja, und andere können es gar nicht verkraften. Was du über die Neophyten schreibst, ging mir die Tage auch durch den Kopf. Klimabedingt wird einiges zu uns kommen, was bislang nicht heimisch war, hier jetzt aber bestens wächst. Solange es nicht gerade invasive Arten sind. Wer weiß, wo die Reise hingeht, wenn es 2 Grad wärmer wird. Die Nachtkerze gilt ja inzwischen auch als heimisch, obwohl sie nicht von hier stammt.

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      1. puzzleblume sagt:

        Es wird immer alles „invasiv“ und falsch empfunden werden, was allzu offensichtlich durch schwächer werdende Vitalität anderer, deren Plätze belegt. Menschen haben kein Problem damit, Kartoffeln und Mais zuliebe durch Gift riesige Flächen von heimischen Wildpflanzen frei zu halten, aber wehe, es ist unnütz, fremd und nicht absichtlich angebaut.
        Nachtkerzen wurden nach ihrer Einfrührung in Europa gegessen, das ist nur wieder in Vergessenheit geraten. Wenn etwas satt macht, ist der Mensch bestechlich.
        Echtes Eisenkraut begleitet die Menschen schon viel länger als die Nachtkerze, nämlich seit der Steinzeit, gakt aber nur als Heil- und Zauberkraut und deshalb vielleicht sogar suspekt – es wird immer noch als „invasiv“ bezeichnet.
        Menschen sind offenbar nicht objektiv, sondern wollen es sich nach Gefühl und Nutzen aussuchen können, etwas zu erlauben oder zu verurteilen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Da hast du vermutlich Recht, vieles ist hier widersprüchlich. So sind wir Menschen. Außerdem kommt hinzu, daß wir gerne daß festhalten wollen, was da ist. Die Natur wandelt sich, wie es ihr gefällt, aber wir wollen, daß alles beim Alten bleibt. Und es ist irgendwo ärgerlich, wenn etwas per Schiff etc. eingeschleppt wird, was sonst nicht den Weg zu uns gefunden hätte. Auf den Japanischen Staudenknöterich würde ich gerne verzichten. Den kann man im Übrigen essen wenn er frisch austreibt. Soll was spargeliges haben. Vielleicht noch ne Idee für ein neues Superfood ;-)

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  4. Lopadistory sagt:

    …es herbstlt …😉

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    1. pflanzwas sagt:

      Das habe ich überhört ;-)

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  5. Ule Rolff sagt:

    Die ersten Altweiberfäden habe ich auch schon in der Luft glitzern sehen. Man muss wohl feststellen: die Saison ist vorbei – bis auf ein paar einzelne Nachzügler. Hoffentlich reicht der Rest für die Insekten.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach, das waren bestimmt noch keine Altweiberfäden ;-) Hoffe ich jedenfalls! – Ja, ich hoffe auch, daß die Reste reichen. Hier ist es wirklich übersichtlich.

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