Insektenleben: Gasteruption assectator

Muß man die kennen?

Wenn man ein Insektenhotel hat, vermutlich schon.

Mauerbienen und Maskenbienen, die ich hier vielfach auf dem Balkon habe, sind nur zwei von wenigstens 8 Arten, die von den Schmalbauchwespen bzw. deren Larven parasitiert werden. Sie legen mit ihrem „Legebohrer“ (was wie ein Stachel am Hinterleib aussieht) ihre Eier in die Niströhren oder in die Nähe davon. Die Larven fressen je nach Art ggf. den Pollenvorrat oder die Eier oder die Larven der jeweiligen Bienenart. 

Um mal zu sehen, wie groß diese kleinen Tierchen sind, hier ein Größenvergleich: Schmalbauchwespe an Nisthilfe:

Das hier habe ich erst am PC entdeckt. Unten waren die Schmalbauchwespen zu Gange, oben guckte eine Maskenbiene aus ihrer Röhre ;-)

Gesamtansicht:

Hier im Detail: während unten die ausgewachsenen Schmalbauchwespen die Lage checken…

..hält sich die Maskenbiene im Oberstübchen verborgen ;-)

Hier putzt sich eins der Tiere: Sieht doch ganz niedlich aus!

Richtig verschärft fand ich die Fotos mit ihrem Schatten!! Klein, aber oho :-)

Der kleine „Stachel“ am Hinterleib ist kein Stachel, sondern ein Legebohrer, mit dem die Eier abglegt werden. Es gibt auch Arten, wie die Schlupfwespen, die so einen Legebohrer haben. Manche können damit tatsächlich in Holz bohren. Hier ist er wie gesagt dafür nicht geeignet.

Die ausgewachsenen Tiere, also die Imagos, wie es in der Fachsprache heißt, leben von Nektar, den sie an Doldenblütlern zu sich nehmen. Ihre Mundwerkzeuge sind nicht wirklich dazu gedacht, tief in Blütenkelchen nach Nektar zu tauchen. Deshalb die favorisierten Doldenblütler, weil diese den Nektar in flachen Blütenkelchen präsentieren. 

Die Schmalbauchwespe hat ja glatt ne Wespentaille ;-)

 

40 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Bei dem Anblick frage ich mich immer wieder, wie man mit einer so fragilen Gestalt überleben kann.

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    1. pflanzwas sagt:

      Allerdings. Dieses Jahr kommen sie mir noch zierlicher vor! Aber wahrscheinlich sind sie gut zusammengeschraubt. Die Natur hat da ja so ihre Tricks ;-)

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        1. pflanzwas sagt:

          Gewinde, Muffen, Schraubverschlüsse und so’n Zeug ;-)

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  2. einfachtilda sagt:

    Sehr interessant. Hab ich noch nie gesehen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Kommt noch, zusammen mit dem Trauerschweber :-)

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  3. Nati sagt:

    Würde man als Laie nicht unbedingt als Wespe ansehen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, man wundert sich oft, wem was zugeordnet wird. Es hätte mich jetzt nicht überrascht, wenn sie auch ne Biene wäre. Da fallen nach neueren Untersuchungen immer mehr Arten rein, da wundert man sich noch mehr………………….

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  4. Ule Rolff sagt:

    Schlupf- und Schmalbauchwespen fliegen bei uns auch durch die Gegend. Deine Informationen helfen mir bei der Bestimmung. Danke sehr.
    Leider sind hier inzwischen alle Mauerbienenröhren geöffnet (vermutlich von Vögeln gepickt). Ich bin sehr traurig darüber. Eigentlich habe ich so den Mauerbienen einen Bärendienst erwiesen: erst mit tollen Insektenröhren anlocken, dann die Brut verfrühstücken lassen. Leider habe ich nie einen Übeltäter erwischt: wahrscheinlich ereignet sich das Ganze in den frühen Morgenstunden.

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    1. pflanzwas sagt:

      Es gibt Modelle oder auch den Ratschlag, Kaninchendraht davor zu basteln, damit Vögel nicht dran kommen können. Du bist dir aber sicher, daß es Mauerbienen waren, die da nisten oder? Ich weiß es gerade nicht mehr. Ich bin ja erst auf die Mauerbienen aufmerksam geworden, als die Meisen im Winter die Schilfröhren auf den Vogelhäuschen aufgehackt haben. Dann habe ich was drauf gelegt. Also am Besten ein Drahtgitter davor machen! Ach, die Vögel sind findig. Die machen sie auch in der Natur ausfindig. Nächstes Mal klappts besser. Und denk an meinen fast 50%igen Verlust durch Parasiten. Auch nicht schön, aber so ist es eben. Ich hoffe auch, daß es dieses Mal nicht so schlimm wird, aber die Freßfeinde fliegen hier wieder reichlich rum.

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      1. Ule Rolff sagt:

        Danke für deine trostreichen Worte. Nein, gaaanz sicher bin ich mir nicht, ob es Mauerbienen waren – aber jedenfalls haben sie fleißig gemauert.

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        1. pflanzwas sagt:

          Wir müssen alle lernen. Auch die Bienen. Ich dachte nur einen Moment, vielleicht hat dort was anderes genistet und ist früher geschlüpft, aber mir fällt nichts ein. Auf ein Neues im Neuen Jahr!!

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  5. tontoeppe sagt:

    Sehr spannend….
    Sind die Röhrchen eigentlich auf beiden Seiten offen oder hinten geschlossen?

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    1. Ule Rolff sagt:

      Sie sind in Holzblöcke gebohrt und hinten geschlossen.

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      1. tontoeppe sagt:

        Danke für die schnelle Antwort. Gleich noch eine Frage: Muss das Röhrchen hinten geschlossen sein? Ich habe nämlich sowohl beidseitig offene als auch einseitig geschlossene getöpfert und wüsste nun gern, ob es sich überhaupt lohnt, auf den Bezug komplett offener Röhren zu warten… eine Röhre ist aktuell bezogen, ich kann nur nicht mehr sehen, welcher Art das Röhrchen war… liebe Grüße.

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        1. Ule Rolff sagt:

          Da ist natürlich Almuth die Expertin … Aber ich habe mal irgendwo (beim NABU, glaube ich), dass hinten offene Röhren nicht gerne angenommen werden.

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          1. tontoeppe sagt:

            Dank Dir trotzdem, Ule …. mal sehen, was sie sagt…

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          2. pflanzwas sagt:

            Denke ich auch. Bambus und Schilf sind ja an einem Ende immer zu!

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        2. pflanzwas sagt:

          Hab ich jetzt ja gerade beschrieben und Ule hats auch schon beantwortet :-)

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    2. pflanzwas sagt:

      Man bekommt sie in der Regel offen ,aber ich glaube, den Bienen ist es lieber, wenn sie an einem Ende geschlossen sind. Ich stopfe dann Gips oder Lehm oder was rein, was trocknet und hart wird und keine Feuchtigkeit ziehen kann. Das Problem hast du ja nicht. In der Natur haben die Röhren ja auch meist ein Ende, die Schilfhalme usw.

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      1. tontoeppe sagt:

        Stimmt…. dann verschließ ich die noch offenen Röhren einfach noch mit Ton oder einem Korken und die nächsten Röhren töpfere ich gleich einseitig geschlossen.
        Dank Dir, Almuth.

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        1. pflanzwas sagt:

          Gerne und weiterhin viel Glück :-) Jetzt können noch Lehmwespen kommen und auch andere Wildbienen. Da hatte ich bislang aber noch keinen Erfolg. Kommt sicher auf die Umgebung drauf an!

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          1. tontoeppe sagt:

            Ich halt die Augen offen…😊

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  6. finbarsgift sagt:

    Sehr uriges Aussehen 😁

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    1. pflanzwas sagt:

      Und ob! Beim ersten Mal war ich krass überrascht ;-) Bei näherem Hinsehen finde ich sie ganz niedlich. Sie haben doch ein nettes Gesicht :-)

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      1. finbarsgift sagt:

        Yep … und ein großartig spitzes Hinterteil 😁

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            1. pflanzwas sagt:

              Gibt ja Fetische für alles oder von allem – wie auch immer ;-)

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            2. finbarsgift sagt:

              Vermutlich 😎

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  7. bluebrightly sagt:

    Wow, you are becoming an insect expert!

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    1. pflanzwas sagt:

      Haha, slowly and only a bit – there are too many ;-) When you care for the bees with these „bee-hotels“ you get to know all the insects / parasites that live from or on the bees :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank! Das war ein Glücksmoment :-)

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