Wer frißt hier wen?

am
#Insektenleben -Schmalbauchwespen

Die Mauerbienen (Rostrote und Gehörnte Mauerbienen) haben vor 2 bis 3 Wochen ihre Brutsaison 2018 beendet. Jetzt tauchen nach und nach ihre Parasiten auf. Mutter Natur sorgt mit ihrem unermüdlichen Gleichgewichtssinn dafür, daß keine Art überhand nimmt und wenn doch, daß sie wieder dezimiert wird. Dafür hat sie es so eingerichtet, daß eine Art die andere frißt. Entweder direkt – haps und weg – oder indirekt, über Futter- und Brutparasiten.

Darf ich vorstellen: Gasteruption assectator (vermutlich). Es gibt zwei bis drei häufigere Arten, wobei man diese am Foto leicht verwechseln kann. Also wieder ohne Gewähr!

Wie bitte, was? Wieder so ein komischer Name? Klingt eher nach einem Rasierklingenanbieter. Auf Deutsch ist es eine Schmalbauchwespe. Der Name sagt schon fast alles: Die Ladies haben eine schlanke Taille (nicht umsonst gehören sie zur Unterordnung der Taillenwespen)

Diese winzigen Tierchen, ca. 1 bis 1,5 cm lang, haben einen sogenannten Legebohrer, das, was wie ein Stachel aussieht. Ist aber keiner! Wenn ich es richtig verstanden habe, nutzen sie diesen Legebohrer um ihre Eier in die Nester von Wildbienen zu legen. Ist das Nest schon zu, wird durch den Nesteingang gebohrt. Die Larve frißt dann entweder nur den Pollenvorrat der Wildbiene (u.U. auch das Ei selbst) oder, wenn diese schon weiter entwickelt ist, die Wildbienenlarve gleich mit. Die Schmalbauchwespenlarve kann sich durch mehrere Zellen durchfressen. Sie verpuppt sich und entweder überwintert sie selbst in diesem Nest oder sie schlüpft noch im gleichen Jahr.

Die Schmalbauchwespen parasitieren etliche Wildbienen, zum Teil wohl auch Grabwespen. Neben den bekannteren Mauerbienen parasitieren sie auch die kleinen Maskenbienen (Hylaeus), die ich dieser Tage erst vorgestellt habe, außerdem Seidenbienen, die großen Holzbienen und einige andere Arten. Ganz schön gefräßig, die kleinen Dinger.

Jedenfalls lungerte die Tage hier eine Schmalbauchwespe in der Nähe der Nisthilfen herum. So richtig böse sein kann ich ihr nicht, denn wenn ich ihr in die Augen schaue, ist sie mir auch irgendwie sympathisch.

Hat sie nicht ein hübsches Gesicht :-) Zum Vergrößern bitte anklicken.

Mit ihren Mundwerkzeugen können sie nicht viel ausrichten, so daß man sie in der Regel auf Doldenblütlern finden kann, wo die ausgewachsenen Tiere Nektar aus den nicht allzutiefen Blüten zu sich nehmen. Dann mal Prost!

 

17 Kommentare Gib deinen ab

  1. putetet sagt:

    Sehr interessant und tolle Makroaufnahmen. Gute Nacht dir. :-)
    LG Alexander

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke, dir auch! Schlaf schön :-) Almuth

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  2. Sehr spannend. Eine noch dünnere Wespe mit längerem Legebohrer ist bei mir gerade unterwegs.

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    1. pflanzwas sagt:

      Auch so ein Teil? Es gibt wohl eine Art von denen, wo dieser Bohrer so lang ist wie der Körper. Es können aber auch Schlupfwespen sein, die haben auch so lange Bohrer.

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  3. Nati sagt:

    Hat irgendwie was von einer Ameise. 🐜

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    1. pflanzwas sagt:

      Eine Riesenameise :-)

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  4. kunterbunt79 sagt:

    hab ich ja noch nie gesehen

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    1. pflanzwas sagt:

      Fällt auch kaum auf, so klein, wie die ist :-)

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  5. PEPIX sagt:

    Ja, wirklich … wie eine Ameise mit Flügeln

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    1. pflanzwas sagt:

      Da paßt die Ameise dann aber 5 mal rein. Oder 10?

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  6. Ule Rolff sagt:

    Schönes Bild und lehrreicher Text mal wieder, liebe Almuth. Bei mir fliegt zur Zeit ein schlankes aber sehr langes Insekt um die Insektennisthilfe: es sieht fast aus, als hänge ein zweites hinten an ihm dran oder eine lange Schleppe.
    Foto leider Fehlanzeige, Insekten sind für mich leider zu schnell. 🙂

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich kann nur wieder diese Insektenbox.de empfehlen. Da kann man sich durch die Bilder wühlen. Das mache ich auch des öfteren (wenn man sonst nix zu tun hat ;-)

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  7. Die Natur profitiert von sich gegenseitig, auch eine Schmalbauchwespe, die ich zuvor noch nie so schön nahe gesehen habe liebe Almuth :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Schön, daß ich sie dir nahebringen konnte :-)

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