Lesestoff für den Herbst

Wissenswertes über die Hummel

Durch eine Freundin bin ich kürzlich auf dieses wunderbare Buch mit dem Titel „Und sie fliegt doch“ von Dave Goulson gestoßen. Ein britischer Hummelforscher, der sehr unterhaltsam und mit typisch britischem Humor viel wissenswertes über die Hummel schreibt. Besonders Hummelfreunde kommen hier auf ihre Kosten.

Fragen, wie: warum fliegen Hummeln auf welche Blüten, wie vermehren sie sich und wie sieht so ein Staat aus, werden hier ausführlich beantwortet. Die Auswirkungen von Hummeln, wenn sie verschwinden oder in Lebensräume eingeführt werden, wo sie natürlicherweise nicht vorkommen werden ebenso beschrieben. Außerdem gibt es einen kleinen Ausflug in die Genetik. Es gibt wirklich viel Interessantes, was man sonst so nicht erfährt. Wissenschaftliche Aussagen, aber unterhaltsam geschrieben, so daß sich das Buch sehr flüssig liest.

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Ackerhummel trinkt Nektar – auf dem Balkon, Sommer 2015

Spannend für mich war die Aussage, daß die Hummel wesentlich mehr Energie verbraucht als ein Kolibri. Allein die Energie, um ihren Körper warm zu halten und fliegen zu können, ist enorm. Umso bedrohlicher wird es für die Hummel, wenn sie dann nichts zu essen findet. Dadurch ist mir auch das Hummelsterben unter den Linden verständlicher geworden. Die Hummel fliegt mit nur wenig Energiereserven aus, und wenn sie dann zu den Linden kommt, wo entweder die Nahrungskonkurrenz extrem groß ist oder die Blüten aufgrund von Trockenheit zu wenig Nektar enthalten, sitzt sie in der Falle. Keine Nahrung, keine Energie für den Weiterflug. Die Hummel muß verhungern.

Dave Goulson hat vor einigen Jahren in Großbritannien eine Stiftung zum Schutz von Hummeln gegründet, den Bumblebee Conservation Trust, und versucht so, einen Beitrag zu leisten, neue Habitate zu schaffen, in denen Hummeln und andere Insekten als auch Säugetiere einen Lebensraum finden. Die Stiftung macht viel Öffentlichkeitsarbeit und berät auch Bauern, um mehr für den Schutz der Wildbienen zu tun, was dort gut ankommt ! Auf der Website gibt es noch mal viele interessante Informationen (auf Englisch).

Zu wenig Blumenwiesen

In Großbritannien hat die Ausweitung der extensiven Landwirtschaft sowie die Überdungung von Wiesen und Feldern zu denselben Problemen geführt, die wir auch in Deutschland oder vielen anderen Ländern dieser Welt haben. Vor allen Dingen Überdüngung ist ein Problem, weil genau die Wiesenblumen, die für die Nektarsammler so wichtig sind, magere Wiesen brauchen. Vermutlich auch ein Grund dafür, daß manche Hummelart ausgestorben oder extrem selten geworden ist, weil sie sich auf manche dieser Pflanzen spezialisiert hat. Verschwinden die Pflanzen verschwinden die entsprechenden Insekten.

Eine Vielfalt an Blumen führt zu einer Insektenvielfalt führt zu einer Vielfalt an Säugetieren !

Das positive am Hummel- und Wildbienenschutz ist, daß jeder tätig werden kann und das mit einfachsten Mitteln: pflanzt was ! Das ist doch motivierend !!

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Interessanter Buchtipp! Übrigens treiben sich immer noch ein paar wenige Hummeln herum. Es ist zu schade, dass so viele „brave Gärtner“ zum Novemberanfang die letzten Blüten herunterschneiden und die Blumenkästen ausleeren.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach, das hätte ich nicht gedacht, daß die so lange überleben ! Hier war im Oktober, nach dem großen Regeneinbruch endgültig Schluß. Kommt das bei dir häufiger vor oder liegts am milden November ?

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      1. puzzleblume sagt:

        Das muss am milden November liegen und vielleicht auch zusätzlich an einer vergleichsweise hohen Konzentration an Blüten, die es bei mir noch gibt. In den Sonnenstunden vom Wochenende habe ich auch noch einen Admiral an den Herbstastern gesehen.

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