Kreativ: Irgendwas mit Pilzen

am
Spielereien auf Papier

Angefangen habe ich mit drucken und zwar mit Polystyrolplatten. Sie sind für Kinder gut geeignet, da man mit stumpfen Gegenständen Linien und Muster in diese weichen Platten drücken kann. Mit Stricknadel oder Kugelschreiber kann man diese Platten gut bearbeiten, mit Linoldruckfarbe kann man dann Abdrücke machen.

Als ich anfing, mußte ich an Pilze (ach was) und an die schönen Lamellen denken. Das war meine Anregung für den ersten Versuch. Vielleicht sieht es nicht nach Pilz aus, aber daß ist die Grundform für meine Spielereien.

1) Muß das gleich wieder nach Muster aussehen ;-)

2) Ich hab die „Pilze“ mit Bleistift und Fineliner verbunden, mit Linien und Worten. Im Kopf hatte ich die Idee von Myzelfäden.

Dann war der Gedanke, was sich wohl unter den „Pilzköpfen“ verbergen möge: Erst mal nix, dann fanden sich doch noch mehr Myzelfäden…

5) Hier habe ich gar nichts gedacht. Einfach nur Reste einer Kopie verwertet und mit ein paar Papierpilzen ergänzt.

6 ) Die nächste Stufe war dann die Bearbeitung eines Fliegenpilzfotos. Immer wieder Myzelfäden. Ich mag diese Strukturen, die Verästelungen, die sich ja auch in den Ästen und Zweigen von Bäumen wiederfinden.

Dann habe ich noch mal gedruckt. Drucken ist eine schöne Technik um ganz spontan auf neue Ideen zu kommen finde ich. Zwar war das Ergebnis nicht daß, was ich haben wollte, aber dadurch kamen wieder andere Inspirationen. Ich wollte ein ganz feines Geflecht erschaffen. Stattdessen ist dieses grobmotorische Muster entstanden, was tatsächlich eher nach Baum als nach zarten Wurzeln aussieht.

Links der Originaldruck mit aufgelegtem Pilz, rechts die farbliche Umkehrung, die eigentlich prägnanter wirkt, als der ursprüngliche Versuch.

Einen dieser Drucke in schwarzbraun konnte ich dann noch verwenden. Der Fliegenpilz bekam noch mal dickere Myzelfäden. Auch hier finde ich die Umkehrung wieder deutlicher, als das Original, auch wenn mir die Farben nicht so gut gefallen. Die Drucke könnten kräftiger sein, aber ich hatte nicht so drauf geachtet, als ich in Aktion war.

Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag etwas zu machen, egal was. Eigentlich „muß“ ich jetzt auch noch was tun. Es ist interessant, was sich entwickelt, wenn man an etwas dranbleibt. Das alles hat gerade kein Ziel, ich lass mich treiben und gucke, was entsteht. Hauptsache Pilze ;-)

I was playing with paper again. When I started I had to think of mushrooms, especially of lamellae. Maybe it doesn’t look like a fungi, but this is my basic shape and it was my first inspiration. My first attempt immediately looked like a pattern, oh dear ;-)

I made prints, a good start for new ideas, and I was drawing lines with pencil and fine liner. With mushrooms I have to think of mycelium and I tried to draw that. Then I asked myself what could be beneath my paper mushrooms. The answer: more mycelium. I did similar things with a photo of a fly agaric. I continued with printing. Instead of a fine network of mycelial threads I created thick roots. But I could use them later on with my fly amanita. I changed the colors of some of the pictures. It is always a good possibility to change the perspective. Some of the examples here work better for me. I think they are more clear than the original. The prints could have been stronger.

I intend to do something creative every day. It is interesting what is developing when you keep going. I don’t have a special goal here, at least not with this series. I let myself drift and see what comes into being.

63 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wieviel Zeit verwendest du darauf?

    Die ersten fünf Arbeiten sehen schon exquisit aus! Man kann da offenbar viel daraus machen !?

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    1. pflanzwas sagt:

      Darauf habe ich gar nicht gedacht. Mal ein paar Stunden, mal ne halbe Stunde. Wie es kommt und wie die Einfälle so rinnen ;-). Aber stimmt schon, man kommt von einem zum nächsten, gerade auch mit den Drucken. Ich kann mich dann oft nicht entscheiden, weil ich zu viele Möglichkeiten sehe.

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      1. So ähnlich geht es mir manchmal mit Glasuren.

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        1. pflanzwas sagt:

          Das glaube ich gerne.

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          1. Noch etwas:
            Spielereien auf Papier
            schreibst Du.
            Das nimmt etwas weg von deiner Kunstfertigkeit.
            (Ich bezeichne mich auch ungern als Künstler, eher als ein Spieler mit Formen. Vermutlich ist das falsch.)

            Aber vielleicht gibt es einen Mittelweg für Dich: Zwar Spiel, aber ein Spiel mit Können!
            „pielerisches Austasten von künstlerischen Möglichkeiten“ etwa.

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            1. Spielerisches Austasten

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            2. pflanzwas sagt:

              Ach, darüber habe ich gar nicht so nachgedacht. Mir fiel nix Besseres ein ;-) Austasten oder austesten :-)

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            3. Du weisst schon wie ich das meine :-)

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            4. pflanzwas sagt:

              Jaaa, weiß ich 😁

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  2. Christian W. sagt:

    Ziemlich faszinierend wieder mal, deine Druckereien. Ich nehme für mich die Ermahnung mit, nicht immer so konkret-ergebnisorientiert zu sein bei meinen Tüfteleien :-)

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    1. Ergebnisorientiert?
      Ich denke, dass Almuth schon auf gute Ergebnisse aus ist.

      Beim aktzeichnen, das ich von 2002 bis 2019 mit Pausen betrieb, war ich selten am experimentieren, sondern wollte Ergebnisse.

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      1. pflanzwas sagt:

        Gute Ergebnisse sind nicht gleichzusetzen mit ergebnisorientiert würde ich jetzt sagen. Ich habe hier kein Ziel. Wenn was Interessantes dabei herauskommt, freue ich mich natürlich. Ich spiele einfach so vor mich hin :-)

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        1. Dann bist du anders drauf 😀

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          1. pflanzwas sagt:

            Nicht grundsätzlich würde ich sagen, aber manchmal, wie hier eben. Ich habe noch andere Sachen auf dem Schirm, da habe ich durchaus ein Thema, wo ich es gerne konkreter hätte.

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            1. Kann ich mir denken…

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      2. Christian W. sagt:

        Nu, mir geht es relativ oft so, dass ich zwar ein bisschen experimentiere, aber schon mit einer recht klaren Vorstellung davon, wie das Ergebnis aussehen könnte. Zum Experimentieren mit höheren Freiheitsgraden muss ich mich erst „warmlaufen“ und bräuchte dafür oft mehr Muße, als ich mir im jeweiligen Moment einräume …

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        1. pflanzwas sagt:

          Das mit der Muße ist sicherlich richtig. Ich finde beides gut, mag es aber auch intuitiv zu arbeiten. Sich selbst überraschen, gucken, was das Unterbewußtsein zu sagen hat ;-) Zum Glück kann es jeder halten, wie er mag.

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        2. In der Keramik erlaube ich mir oft einen „schwachen“ Einstieg, also ohne grandiose Idee . Ich kann da nichts zwingen. Ab und an wird es so mittelmäßig.

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          1. pflanzwas sagt:

            Also fängst du durchaus mal divergent an :-)

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    2. pflanzwas sagt:

      Sich treiben zu lassen, ist auch mal schön finde ich :-) Du experimentierst doch bestimmt auch manchmal frei aus der Hüfte oder?

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  3. wildgans sagt:

    Ich klaue mir ein Wort aus dem schönen Blogbeitrag für mein „Wort des Tages“!
    Gruß von Sonja

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    1. pflanzwas sagt:

      Da bin ich gespannt :-) LG zurück! Almuth

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  4. Kannst Du sagen, welche Platten Du genau verwendest, bzw. wie sie heißen oder wo Du Sie gekauft hast? Eine tolle Idee! LG und einen schönen Feiertag!

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich melde mich per mail! LG und dir auch einen schönen Feiertag

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  5. Das sieht wunderhübsch aus. Bald lese ich es. Es geht mir übrigens schon viel besser.☺️

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    1. pflanzwas sagt:

      Das freut mich Gisela! Weiterhin alles Gute ❤️

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  6. Ule Rolff sagt:

    Jeden Tag etwas machen: mit dem Vorsatz bin ich ebenfalls in den Oktober gegangen. Und die Mohndruckstöcke aus dem Frühjahr stauben hier auch immer noch rum.Deine schönen Pilzbilder schubsen meine Motivation noch mal zusätzlich an.
    Was mir an deinen Abbildungen am allermeisten gefällt, ist der allmähliche Übergang der Myzelfäden in Schrift. Zwar hat der fotografierte Pilz plus Weiterentwicklung gerade am wenigsten mit Druck zu tun, aber die Verbindung der Techniken miteinander führt Schritt für Schritt immer weiter. Druckst du auf normalem 80g-Papier?
    Offenbar gestaltest du ein Bild nicht komplett auf der Druckplatte sondern druckst die einzelnen Bildelemente stempelartig zu immer neuen Anordnungen. Das finde ich sehr praktisch, so kannst du immer neue Anordnungen mit denselben Elementen probieren.
    Deine Bilder lassen eine starke, tief entspannte Schaffensfreude spüren.

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    1. pflanzwas sagt:

      Herzlichen Dank Ule. Ja, auf deine Mohnkapseln freue ich mich auch schon! Ich finde, mit einzelnen Elementen ist man beim Drucken tatsächlich viel flexibler. Das kommt auch meinen vielen Ideen entgegen. Bei einem Druckstock müßte ich mich festlegen – geht ja gar nicht ;-)
      Drucken tu ich auf verschiedenen Papieren, was mir gerade so in die Finger kommt. Hier war es 80 oder 90 gr, aber ich nehme auch 200 und 250 Gramm. Ich versuche auch immer Reste und alte Papiere mit zu verarbeiten. Die mag ich gerne, allerdings bin ich immer etwas gebremst, weil ich denke, daß ich sie für etwas Besonderes nutzen will, aber wann und wo kommt das ;-)?!

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      1. Ule Rolff sagt:

        O ja, der Vorrat solcher Reste kann schnell wachsen! Zum Beispiel nehme ich auch zerrissene oder zerschnitten, missratene Aquarelle darin auf (könnte ja mal als Untergrund oder Collageelement dienen).
        Der Mohn muss wohl auf die nächste Saison warten, aber: wer weiß?

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        1. pflanzwas sagt:

          Ja, auch das! Nächste Saison? Aber doch noch in diesem Jahr oder etwa nicht?

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          1. Ule Rolff sagt:

            Na ja – irgendwie passt Mohn nicht so richtig in den Herbst, gefühlsmäßig.

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            1. pflanzwas sagt:

              Ach ja, da sehen wir großzügig drüber weg ;-)

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  7. Jetzt habe ich es gelesen. Sehr schön und erfreulich! Nur eines kann ich nicht lesen: was mit Handschrift in den Wurzelfâden geschrieben steht. Wenn ich das nur entziffern könnte!

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank. Das ist gar nicht so wichtig, liebe Gisela, was da geschrieben steht. Da steht vielfach nur was von Pilzen. Es geht mehr um die Schrift als Bildelement.

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  8. Nati sagt:

    Deine Kreativität scheint kein Ende zu finden.
    Richtig schön die roten Pilzstempel.

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Nati. Ja, jetzt geht es gerade mal wieder, nach langer Zeit des sogarkeineideehabens.

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      1. Nati sagt:

        Manchmal braucht man eine Schaffenspause. 😉

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  9. gkazakou sagt:

    Bin mal wieder entzückt, liebe Almuth, dazu auch sehr gespannt, was sich noch weiter entwickelt. Die Umkehrungen gefallen mir farblich nicht. Ich würde, wenn ich Hell-Dunkel invers haben möchte, anschließend die Farbskala auf Original zurückschieben. Also rot- grün invers zurück auf rot.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das ist auch eine Möglichkeit. Die Umkehrung hilft mir in erster Linie noch mal anders auf die Bilder zu gucken. Deshalb lasse ich sie gerne, so wie sie sind, weil sie eben anderes sichtbar machen. Aber ich werde beim nächsten Mal deine Anregung ausprobieren! Zumal mir diese Farben auch nicht wirklich zusagen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank! *freu*

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  10. Blaue Feder sagt:

    So, so toll… die Freude am Schaffen überträgt sich.

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank liebe Susanne :-)

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  11. Unglaublich schön! Ich finde das Pilzmuster mit all seinen unterirdischen Verbindungen toll
    Und das bearbeitete Foto. Eine so gute und eigentlich poetische Idee.
    Jedenfall dranbleiben.
    Muster mit verschiedenen Farben…usw (Briefpapier, selbstbedruckt und gefaltet?)
    Liebe Grüße
    Nina

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank Nina, das freut mich. Auch eine gute Idee mit dem Briefpapier. Ich habe erst mal drauflos gewerkelt, aber vielleicht sollte ich da noch mal geplanter rangehen. Danke dir :-) LG

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  12. Die roten Lamellenpilze mit dem druntergelegten Myzel finde ich schön, ebenso das bearbeitete Fliegenpilzfoto.
    Was machst Du eigentlich mit Deinen fertigen Druckwerken?

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    1. pflanzwas sagt:

      Gute Frage. Stapeln ;-) Ich muß mal wieder was aussortieren. Ich überlege auch immer, was ich damit machen könnte, aber mich hat noch kein Geistesblitz getroffen…

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      1. Ich habe mir schon manches davon als Umschlag für Notizbücher schön vorgestellt. Aber wer hat so viele Notizbücher zum Einschlagen?

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        1. pflanzwas sagt:

          Ja, so ähnlich waren meine Gedanken. Ich persönlich kann von sowas nicht genug haben, aber ich habe immer das Gefühl, viele sind nur noch digital unterwegs (was sicherlich nicht stimmt. Ein paar Oldies gibt’s immer ;-)

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  13. Ach
    Pläne gibt es hinterher immer noch
    😁

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    1. pflanzwas sagt:

      Auch wahr. Erst mal anfangen :-) Hab gestern schon bei dir gelesen, bin aber noch nicht online rumgekommen :-)

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  14. Fotohabitate sagt:

    Insbesondere die ersten drei Bilder wirken unglaublich gut! Ich könnte sie mir gut in riesengroß vorstellen!

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Simone. Das versuche ich mir gerade vorzustellen. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, aber sie gefällt mir :-)

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  15. bluebrightly sagt:

    So many ideas running around in that Almuth-head! ;-) I love the simple red patterns in the first one. I knew right away that was mycelium and then you took it farther in #4, with more underneath. Really nice. I like #5 a lot, too, because in that one, the shapes begin to look like they could be other things – neural networks, blood veins, or even birds. In #6 I’m curious to know what the writing says, of course. :-) I agree that it’s good to switch the colors and #8 & 9 are my favorites of the last four. I’m happy to see the world of fungi inspiring you once again. :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you for your thoughts! Funny, now you mentioned it, I can see the „birds“ in #5. A good idea for more. Always good to change the perspective ;-) The writing is not important here. I wrote something like fungi and mycelium all the time ;-)

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      1. bluebrightly sagt:

        Thanks for explaining the text.
        And the branching forms in the last four could be trees or roots. :-)

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