Entlang des Weges 6

Bekannte und unbekannte

Es ist immer noch Juli und entlang des Weges herrscht Hochbetrieb. Zu vielen alten Bekannten gesellen sich auch ein paar Neuentdeckungen.

Dank der neuen Blumenwiesen bzw. Blumeninsel mit vielen verschiedenen Wildblumen, sehe ich die Braunbürstige Hosenbiene Dasypoda hirtipes nun häufiger. Früher fand ich sie hier gar nicht.

Hier ist sie an einer Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea zu sehen. Sie bevorzugt Korbblütler. An Flockenblumen soll sie seltener zu sehen sein. Vielleicht nimmt sie die hier in Ermangelung anderer Arten? Sie nistet im Boden, bevorzugt sandige Areale wie Sandgruben oder Pflasterfugen, und kann dort bis zu 60 cm tiefliegende Gänge für ihre Nester anlegen. Vom Hauptgang zweigen diverse Bruthöhlen ab. Ich stelle mir das wie in einem Bergwerk vor ;-) Aus Pollen und Nektar wird eine Kugel geformt und auf drei „Füße“ gestellt. Obenauf kommt das Ei. Ob das Hochstellen des Proviants der Abwehr oder dem Schutz vor Schimmelbefall dienen soll, weiß ich leider nicht.

Mit diesen „Bürsten“ an ihren Beinen kann sie laut Wildbienen.de bis zu 40 mg Pollen transportieren. Wahnsinn! Weil ich sie so schön finde, gibt’s gleich 3 Bilder. Hier hat sie noch so gut wie keinen Pollen gesammelt. Wenn sie die „Hosen“ voll hat, sind ihre Haarbürsten nicht mehr zu sehen.

Das ist übrigens die Wildbiene, die ich früher gerne mit der Hosenbiene verwechselt habe. Eine Gemeine Sandbiene Andrena flavipes. Sie hat so viel dicken Pollen an ihren Beinen, daß sie fast wie eine Hosenbiene aussieht. Sie nascht hier gerade an Wilder Möhre Daucus carota. Wie der Name schon sagt, nisten auch die Sandbienen im Boden.

Eine neue Wildbiene für mich ist die Distel-Mauerbiene Osmia leaiana, wenn ich mich nicht irre. Sie sitzt gerade auf einer Gewöhnlichen Kratzdistel, daß könnte also passen. Von der Art Osmia gibt es eine ganze Menge Wildbienen. Die bekanntesten sind die Mauerbienen (Osmia cornuta und Osmia bicornis), die bei uns im Frühjahr die Nisthilfen beziehen. Die Distel-Mauerbiene fliegt jedoch im Sommer (Mai bis August) und steht auf Korbblütler. Sie nistet in Hohlräumen von Stengeln, Totholz und Steinen.

Hier habe ich erst später geblickt, daß es sich um eine Blattschneiderbiene Megachile handelt. Die erkennt man meist daran, daß sie ihr Hinterteil immer etwas abspreizen. Außerdem haben sie wie einige andere Wildbienen auch eine Bauchbürste, mit der sie den Pollen transportieren. Das kann man links wohl bestens sehen :-)

Außerdem gab es ein paar Schmetterlinge zu sehen. Der Standardschmetterling, ein Kohlweissling Pieris brassicae an einer Flockenblume.

Des weiteren das Große Ochsenauge Maniola jurtina und ein Admiral Vanessa atalanta. Warum muß eigentlich immer alles scharf sein? Dies sind nur Beweisfotos, den Rest könnt ihr euch denken ;-) Wie ich kürzlich erst dank Puzzle gelernt habe, legen Ochsenaugen ihre Eier gerne an Halmen in Bodennähe ab. Ich wunderte mich schon, was der Falter zwischen den Gräsern suchte. Der Admiral war der erste für mich in diesem Jahr.

Hier habe ich sicherlich eine Nymphe fotografiert, aber was für eine? Ein Grashüpfer, eine Wanze vielleicht? Ich stehe auf dem Schlauch…

Noch einmal verblühte und reife Samenstände der Knoblauchsrauke Alliaria petiolata mit einem Hauch Violett.

Zuletzt noch mal eine ganze frische Ackerhummel Bombus pascuorum an einer Kratzdistel. Sie hat noch einen so schönen roten „Pony“ :-) Je älter die Hummeln werden (Arbeiterinnen leben nur ein paar Wochen) und je öfter sie in ihren Bau ein und ausfliegen, umso abgeschabter sehen die Hummeln oft am Rücken bzw. Kopf aus. Das macht die Bestimmung nicht gerade leichter, auch bei den anderen Wildbienen nicht. Deshalb dürfte diese hier ganz jung sein. Vielleicht ist es auch eine Drohne, also ein Männchen.

Die neu gesäten Wildblumen oder was sich auch freiwillig dazu gesellt hat, hat auf jeden Fall zu mehr Insekten, zu mehr Wildbienen geführt. Mehr Arten, mehr Betrieb. Bei den Hummeln ist die Verteilung bislang etwas anders, als in den anderen Jahren, aber da viele andere Faktoren mit reinspielen können, will ich dazu jetzt keine Einschätzung abgeben. Flockenblumen, Wilde Möhre und besonders die Kratzdisteln sind im Juli am Stärksten vertreten gewesen und sind gleichzeitig wahre Insektenmagneten. Schön ist eben auch, daß das alles ein bißchen wild bleiben darf. Kein Zwang zu Ordnung und Sauberkeit, sondern Wildwuchs und Üppigkeit, soweit das in der Stadt möglich ist.

So, genug für heute. Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Yep! Also mehr beim nächsten Mal :-)

We are still in July and there were still many wild bees along the path. One of my favourite wild bees is the pantaloon bee or hairy-legged mining bee. When you look at the pictures, you know why it is named like that. Isn’t it cute? The thick hairy legs help to collect pollen for the nest. This species is nesting deep in the earth. The tunnel can go down up to 60 cm! The bee builts holes, where it forms a kind of ball out of nectar and pollen. The ball is laid on three feet, so it doesn’t touch the ground. The egg is laid upon the ball. I don’t know if this kind of technique is a prevention against funghi or against parasites.

The next pictures show another wild bee that looks similar to the pantaloon bee, but it is a kind of Andrena, the Yellow-legged mining bee. The legs are thick of pollen, but it doesn’t have these hairs. As the name says they too nest in the ground. Many species nest in the ground so it is important to offer open areas in a garden as well as flowers.

The next two bees: first is the Orange-vented mason bee that likes thistles. The next one is a leafcutter bee. Both kinds use a belly brush to transport pollen to their nests. While the first one likes to nest in tubes from twigs or deadwood, the leafcutter bee prefers earth, but can also nest in tubes or stems.

Else I saw some butterflies. The bad pictures give just an idea of what kinds I mean. Your phantasy must do the rest ;-) The brown one lays its eggs near the ground at blades of grass. I was wondering what it is doing there!

Then I saw this nymph of which I don’t know what it is. I like the color! Finally the bumblebee on the last picture seems to be a fresh one. It could be a male / drone. I like this fresh haircut :-)

Since the town sow several wildflowers there are more insects, more different kinds of wild bees. Knapweed and thistles and Queen Anne’s lace were the main group of flowers the last weeks and they were magnets for the insects. I am glad that there is this piece of wilderness, as much as possible in a town. A bit of chaos which is good for insects and wildlife in general!

25 Kommentare Gib deinen ab

  1. die nymphe ist vom kopf her eine wanze.
    admirale gab es in kreta zu 90 prozent. so unterschiedlich ist das manchmal,
    m wald habe ich dreimal ein federgeistchen fotografieren können. zudem zwei seltenere bläulinge.
    ICH ENTDECKE ABER IMMER NOCH NEUE iNSEKTEN; ETWA EINEN WEITEREN dORNKÄFER:
    dAS MACHT mUT; WEITER ZU FOTOGRAFIEREN:

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  2. einfachtilda sagt:

    Die Blattschneiderbiene konnte ich dieses Jahr auch zum ersten mal kennenlernen. Die sind ja nicht sehr groß, aber interessant mit dem angehobenen Popo. Bei mir war sie fast immer der Flockenblume zu finden.
    Die Hosenbiene kenne ich nun auch, die ist putzig.

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  3. Love the colors 🌸🐝💕
    How’s your summer going so far?
    Hopefully not too hot and you are doing 😊
    It’s breezy here this afternoon. Panda 🐼 and mele mele 🐦are next me, spending peaceful afternoon.
    Take care, aloha 🐝🌿🌻🌞

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    1. pflanzwas sagt:

      Breezy sounds great 😆 We had some hot days 2 weeks ago: 39,2° (102,5 F) degrees celsius was the highest temperature we ever had, as far as I know. But we are lucky here. Hannover is in northern Germany and we had only a few days of heat. Other regions or countries have heat for weeks now. So I can’t complain. Personally I don’t need more than 25 °C 🤣 Do you have high temperatures during the summer? Give a „hug“ to Panda and mele mele 😄 Have a nice week! 🌝🌈 🌞🌊✨

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      1. wow, 39c is exceptionally high!!! I have never experienced that temperature.
        Here Hawaii is around 30c highest in the mid-day, but it’s always breezy and not so humid (but not too dry)… so sunset time is already around 25c💕
        Stay cool, aloha🤗

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        1. pflanzwas sagt:

          That sounds perfect 🙂 That day the heat was dry and it was bearable (to some extent 😂), but often we have 25 to 30 C and very humid weather. That can be worse sometimes. Crazy! Enjoy your breeze 💕 I try to stay cool ⛄️ ❄️😆 Aloha 💦

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  4. Wunderbar diese Vielfalt!

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  5. hanneweb sagt:

    Die Bilder sind wieder faszinierend schön und das Foto der Hosenbeinbiene ist der absolute Hammer!!! Superschön!
    Liebe Grüße von Hanne

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank Hanne, das freut mich! LG

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  6. Die ganzen Wildbienen kann ich auch nicht wirklich auseinander halten. Ich bewundere Dich da immer wieder.
    Liebe Grüße
    Nina

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich denke, daß ist wie mit den Vögeln. Mit der Zeit lernt man immer was dazu oder genauer hinzusehen. Manche Arten können einen jedoch in den Wahnsinn treiben ;-) LG

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  7. Ule Rolff sagt:

    Die Braunbürstige Hosenbiene sieht ja witzig aus!
    Deine Systematik mit Bauch- oder Beinbürsten, gehobenem Hinterleib oder nicht ist eine schöne Bestimmungshilfe, die du klasse illustrierst. So weiß dann wohl jede(r), wonach man gucken muss.
    Da hier gerade reichlich Flockenblumen blühen werde ich in den nächsten Tagen mal auf Entdeckungstour gehen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, mach das! Ich wundere mich, daß die bei euch reichlich blühen. Hier sind sie jetzt ziemlich durch. Die Hitze hat das Abblühen ziemlich beflügelt. Allerdings kann es sein, daß das bißchen Regen von letzter Woche noch mal einen kleinen Wachstumsschub bei den Wildblumen auslöst. Vielleicht kommt noch mal was, ansonsten sieht es bei uns jetzt sehr mau aus.
      Für die Hosenbiene drücke ich alle Daumen! Sie sind zu putzig :-)

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      1. Ule Rolff sagt:

        Bis jetzt habe ich leider keine Hosenbiene gesichtet.

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        1. pflanzwas sagt:

          Es braucht ja auch noch die Nistgelegenheit, aber die habe ich hier ehrlich gesagt noch nicht gesichtet.

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  8. What an amazing selection of bees you’ve seen! We call Dasypoda hirtipes the Pantaloon bee here & it’s one of my favourites but I’ve only ever seen it once. I’m quite envious of your sightings! – thanks for sharing :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      It is one of my favourite bees too! They look so cute and funny. Since last year we have a meadow with wildflowers here. Now and then I see a pantaloon bee, but before I didn’t. This kind likes Asteraceae. We had mainly Centaurea jacea and that seemed to be okay, although the web says that the bee prefers other flowers :-) With the wildflowers came more wild bees. Astonishing for me is, that many of them nest in the earth and I can’t imagine where! Strange, very strange ;-) Thank you for commenting!

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  9. naturfund.de sagt:

    Schön, dass du das so genau beobachtest und zeigst. Die Wanzenlarve hat mich eben so begeistert, dass ich schnell geschaut habe: Phytocoris tiliae, Gesäumte Laubwanze. Sieht nach einem späten Larvenstadium aus. Habe ich noch nie gesehen, weder Larve noch Imago.

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank für die Bestimmung. Da freue ich mich. Gesäumte Laubwanze, klingt speziell ;-)

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      1. naturfund.de sagt:

        Bin auch kleines bisschen neidisch.

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        1. pflanzwas sagt:

          Ach komm, bei den vielen schönen Wanzen, die du schon gefunden hast? Tut doch nicht nötig ;-)

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  10. bluebrightly sagt:

    Wow, the first bee is well-named! Yes, too cute and as usual for so many insects, it has an interesting „lifestyle.“ My imagination has no problem filling in the details for the Vanessa butterfly because we have either the same one or one that’s very similar. So pretty! I agree about the color on that little nymph – unusual and really nice. „A bit of chaos“ is something that I think is even more desirable in Germany and in much of Europe, where everything is so manicured from so many, many years of human intervention. Humans in Europe have created amazing things, like art, architecture, etc., but it’s too bad that there isn’t more room for the chaos of wilderness.

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    1. pflanzwas sagt:

      I often feel like other countries are a bit more wild than Germany. When I have been to Great Britain I found the forests more wild. Here you have so many paths and everything. There are some areas that are wild, but it is true, most of Germany is touched by civilization…and the settlement is dense.

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