Entlang des Weges 5

Mehr Wildbienen im Juli

Anfang und Mitte Juli sind am Weg, den ich öfter gehe, viele Wildbienen dazugekommen. Vor allen Dingen die Zahl der Hummeln ist explodiert, so schien es mir, und auch sonst steuerte alles einem sommerlichen Höhepunkt entgegen.

Megagefragt waren Gewöhnliche Kratzdisteln Cirsium vulgare und Wiesen-Flockenblumen Centaurea jacea. Jedenfalls bei den Nektarsammlern.

Hier eine Gelbbindige Furchenbiene Halictus scabiosae und eine Gartenhummel Bombus hortorum.

Die Gartenhummeln sind noch recht neu für mich und ich habe manchmal Schwierigkeiten, sie einzuordnen. Bei den Drohnen, also den Männchen, bin ich mir recht sicher.

Links der Drohn, wieder mit einer Gelbbindigen Furchenbiene und die rechts noch mal alleine auf einer strahlend schönen Gewöhnlichen Kratzdistel :-) Gewöhnlich, tzzz…

Was es für den Laien so schön knifflig macht, ist die Tatsache, daß es von einigen Arten diverse Farbvariationen gibt. Manchmal sind sie dann noch mit anderen, ähnlichen Arten zu verwechseln oder es sind Kuckuckshummeln, die der eigentlichen Hummelart ähneln. Macht mich fertig!!

Bei dieser hier bin ich nämlich etwas ratlos. Ein Weibchen? Eine Jungkönigin? Die auf meinem Balkon sah irgendwie anders aus. Eine Kuckuckshummel? Hm. Aber egal, schön fluffig sehen sie alle aus. Von diesen beiden Typen gab es jedenfalls irre viele!

Der Weg führt an einer angelegten Blumeninsel vorbei, von der ich schon öfter berichtete. Während im Frühjahr Ackersenf und Wiesenmargeriten dominierten, waren es jetzt Flockenblumen, Wilde Möhre.

Da auf dieser Blumeninsel so viel komprimiert auf kleinstem Raum blüht, ist der Ort von den Insekten am meisten gefragt. Kein Wunder, kurze Wege kommen gut an. Im Prinzip brauchen die Brummer und Krabbler nur einen Schritt zur nächsten Blüte zu machen. Ob Feuerwanze Pyrrhocoris apterus „an“ Malvensaat oder Igelfliege Gymnosoma rotundatum (oder nudifrons) auf Wilder Möhre – klingt wie ein Salat oder? – hier gabs viel zu entdecken.

Frau Igelfliege, wie leben Sie denn?

Ich mag Blüten, wo ich Nektar und Pollen futtern kann. Gibt ja nix Leckereres :-) Meine Eier lege ich an Baumwanzen Pentatomidae ab. Wenn meine Kinder, also die Larven, schlüpfen, bohren sie sich in die Wanze. Die kleinen Faulpelze machen es sich dort den Winter über erst mal richtig gemütlich. Im Frühjahr kommen sie dann raus. Reinbohren, rausbohren, man kennt das ja!

Nee, nicht wirklich!

Ach was? Sie kennen das nicht? Und von wo kommen sie noch mal her? Na, egal. Jedenfalls wird sich dann irgendwo verpuppt und irgendwann, wenn sie Bock haben, schlüpfen sie. So im Mai oder was. Ich bin nur froh, daß ich mich um die Bälger nicht weiter kümmern muß.

Und was ist mit den „Herbergseltern“, also den Wanzen?

Ach, denen macht das nicht so viel. Meist ziehen die einfach so weiter.

Hier winken fast nur die Köpfe der Wilden Möhre. Gerade bei der Trockenheit sind die beiden „Hauptblumen“ am Härtesten im Nehmen. Inzwischen sind die Flockenblumen ziemlich durch und auch die Wilde Möhre fängt an, reif zu werden. Dazwischen gabs Kamille, Nachtkerzen, Natternkopf, Mohn, Malven und vieles mehr.

Eine schicke Totenkopfschwebfliege oder Gemeine Dolden-Schwebfliege Myathropa florea. Hier steht der „Totenkopf“ allerdings Kopf, haha. Diese Schwebfliegen haben einen lauten sirrenden Flug, sind schnell und hektisch dabei. Manchmal hat man Glück, dann setzen sie sich für einen Moment auf ein sonnenbeschienenes Blatt und nehmen ein Sonnenbad, jedenfalls die Männchen, die sehr auf ihr Revier bedacht sind. Ihre Larven, sogenannte Rattenschwanzlarven, lieben schlammiges Wasser.

Im Juli war der Wiesen-Ampfer Rumex acetosa schon recht weit fortgeschritten. Früchte waren teilweise schon reif, manche Blätter rot gefärbt. Und das war noch vor der ganz großen Hitze.

Noch mal Wilde Möhre mit einer winzigen Igelfliege. An diesen Blüten ist alles schön :-)

Hier waren die Hauptakteure noch jung und frisch :-)

In the beginning and the middle of July there was a lot of traffic along the path I often go. Much more wild bees than before. Summertime arrived and the insects were happy :-)

I saw many new bumblebees of the species Bombus hortorum. They are relatively new to me and I have problems to identify them. There were lots of this kind. I have never seen so many of them before. The favourite flowers among both were brown knapweed and thistles! I love thistles. They are such beautiful flowers. Ask the bees :-)

At some point of the path is an „island of flowers“, where the town sow wildflowers. There were most of all insects. No wonder, so many flowers, they didn’t even have to fly. Every meal was a step ahead :-) Queen Anne’s lace was blooming and lots of tiny insects could be seen. Hoverflies, bugs and more.

The funny fly with the two black dots is a kind of fly. In German they are called caterpillar flies, because some of them parasitizes caterpillars. This one prefers shield bugs or stinking bugs (Hemiptera). They lay there eggs on a bug. The larvae drill themselves into the bug, where they stay for the whole winter. In springtime they drill out and pupate somewhere. Then they finally hatch as a fly. Good news: the bugs often continue to live. I ask myself how, when they have holes ;-) Strange lifes!

The hoverfly with the blackyellow pattern is a funny one. In German we call it skull-hoverfly, because the sign on the head reminds of a skull. They are fast and they have a high enervating sound ;-) The males like to sit on leaves and take a bath in the sun. The larvae love muddy water where they develop.

We are reaching the climax of summer, but many flowers are fading now. The weather is dry as can be overhere. Only Queen Anne’s Lace and some others don’t mind if it is raining or not. I am curious how life continues out there.

30 Kommentare Gib deinen ab

  1. Phantastische Aufnahmen.

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  2. Ule Rolff sagt:

    Flockenblumen auf einer Wiese sind doch zu schön. Gut zu sehen, dass nun doch etwas mehr Wildbienen unterwegs sind (wie auch hier), bis Juni wirkte das ja eher mager.

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    1. pflanzwas sagt:

      Jetzt war jedenfalls Hochbetrieb. Allerdings verblüht vieles. Dann wird es vielleicht auch schon wieder ruhiger?

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      1. Ule Rolff sagt:

        Die Flockenblumen blühen ja noch lange, bis August/September. Bei mir fliegen so lange noch Bienen und Hummeln, wie die Astern blühen, also je nach Wetter auch noch im Oktober.

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        1. pflanzwas sagt:

          Ich meinte grundsätzlich, wegen dieser Hitzetage. Sonst gibt es noch viel, was die kommenden Wochen blühen kann. Durch die Hitze sehen die hier aus, als ob sie langsam abblühen würden. Falls noch mal Regen kommt, legen manche Blumen bestimmt noch mal nach.

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          1. Ule Rolff sagt:

            Ich glaube, wir sind noch lange nicht am Ende des Sommers angekommen, mal sehen, wie die Natur auf diese ganz heißen Phasen reagiert.

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            1. pflanzwas sagt:

              Letztes oder vorletztes Jahr hat mein Lavendel im Herbst noch mal geblüht. Vielleicht passiert dann ähnliches?

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            2. Ule Rolff sagt:

              Du weißt doch, dass Mutter Natur immer wieder eine Überraschung bereit hat.

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            3. pflanzwas sagt:

              Auf jeden Fall 🙂

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  3. Dolchwespen machen das ähnlich wie die igelfliege. Sie habe ich am heissen Strand in Kreta beständig über den Sand fliegen sehen.
    Wenn Sie eine Larve ausfindig machen, graben sie sich durch und legen ein Ei neben dieser Larve.
    Danach alles wie gehabt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Wie gehabt, ja ;-) Dolchwespen, kenne ich glaube ich noch nicht.

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      1. Sie sollen in Brandenburg partiell vorkommen, las ich.

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        1. pflanzwas sagt:

          Die sind ja ganz schön groß.

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  4. einfachtilda sagt:

    Die Flockenblumen und die Kratzdisteln sind bei vielen Insekten beliebt, wie ich immer wieder feststellte. Bei einigen Hummeln habe ich ebenfalls Probleme mit der Bestimmung. Besonders Garten- und Erdhummel.

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    1. pflanzwas sagt:

      Sie fordern uns heraus :-)

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  5. hanneweb sagt:

    So eine schöne Harmonie auf den hübschen Blüten, so schön und tut richtig gut zu sehen!
    Liebe Grüße, Hanne

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank Hanne. Ich habe mich auch gefreut über das viele Gesummse :-) LG

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  6. Ein Glück, dass es so „zähe“ Blumen gibt, die dieses Wetter aushalten. Da hast Du wieder schöne Bilder gemacht und mit Frau Igelfliege gesprochen … super Idee.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja wirklich, ich staune immer wieder über diese ganz harten Arten, die anscheinend ohne jeden Tropfen Wasser auskommen.

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      1. Ja, verblüffend. Ich weiß nicht, wie sie das machen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Kleine Kobolde legen denen ne Standleitung oder schleppen nachts die Wassereimer 😉 Auch wenn man immer wieder liest, daß manche Pflanzen bis zu 2 m tief wurzeln, kann man es kaum glauben, was man sieht. Die müssen einen sparsamen Wasserverbrauch haben. Habe gerade mal geguckt: Wilde Möhre bis 80 cm tief, Greiskraut bis 45 cm. Bei der Trockenheit ist das doch nichts? Fragen über Fragen 😉

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  7. Wilder Meter sagt:

    Liebe Almuth, mein befreundeter Entomologe, Dr. Wickl, hat mich mal auf eine Studie zu Disteln und Flockenblumen aufmerksam gemacht. Eine (ältere) niederländische Publikation von Ellis & Ellis, die alle blütenökologischen Studien zu Cirsium, Carduus und Centaurea-Arten auswertet, kommt zu folgendem Ergebnis: Cirsium vulgare wird von 110 Insektenarten aufgesucht, davon 55 Wildbienenarten, 29 Schmetterlingsarten und 21 Fliegen. 41 Wildbienenarten nutzen sie als Pollenspenderpflanze.
    Die höchstfrequentierte Blütenpflanze ist die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense) mit 292 Insektenarten, dann folgt die Wiesenflockenblume (Centaurea jacea) mit 197 Insektenarten. Liebe Grüße nach Hannover, Katharina

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    1. pflanzwas sagt:

      Das mit den 292 Insektenarten bei der Ackerkratzdistel glaube ich dir aufs Wort. Die blühte letztes Jahr besonders üppig auf der Wiese hinterm Haus und was da summte, war der Wahnsinn. Auch die Wiesenflockenblume kann ich nachvollziehen. Ich hätte auch gerne Disteln auf dem Balkon. Ich verteile immer mal Saat, aber noch wollten sie nicht. Das wäre auch irgendwie toll, jede Menge Disteln. Nur blöd zum Gießen ;-) Ich hatte neulich zwei Zweige einer Gewöhnlichen Kratzdistel mitgenommen, weil sie am Vertrocknen waren draußen. Hab sie hier ins Wasser gestellt, zum Glück auf dem Balkon. Es ist der Wahnsinn wenn die Samenkapseln „explodieren“. Plötzlich quillt alles über von weichen flauschigen Schirmchen!!! Wie ein Wasserfall, ehrlich! Bin gespannt, wie sich deine enwickelt. Kratzi, lach!! LG nach München!

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      1. Wilder Meter sagt:

        Ja, die Samen der Kratzdistel verteilen sich wie große Sterne auf dem ganzen Balkon und zurück bleibt innen ein samtweiches Bett. Ich hab mir gestern gedacht: Eine Pflanze mit zwei Seiten, einer sehr stacheligen nach außen und einem weichen Herz :) Bei Spohn & Spohn hab ich gelesen, dass die Stacheln gegen das Gefressenwerden da sind und dass deswegen viele Tiere die Kratzdistel nutzen, im Schutz der Stacheln. Natur ist toll!

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        1. pflanzwas sagt:

          JA!!! Spannend und macht Sinn. Wobei Pferde glaube ich, sogar Disteln essen. Oder ein anderes großes Tier, aber die meisten werden sie meiden.
          Danke fürs Verlinken!

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  8. bluebrightly sagt:

    It may be terribly dry but you have created a beautiful post, Almuth. It sings about summer with all the sunlight and flowers and insects. Every photo is breathing the energy of summer. Wonderful. (Yes, Queen Anne’s Lace just doesn’t care! It does the same thing here, continuing to bloom through a whole month without rain, which is what we will probably have in August. That’s normal here).

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you. I am glad that the mood comes across like this 🙂 A month without rain, hard to imagine (even it is so dry here).

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      1. bluebrightly sagt:

        It’s just a very different kind of climate than what you’re used to – and what I was used to before I moved here. But it’s normal here for there to be no rain or very little rain for most of the summer. Summers are beautiful here, dry, mostly sunny, and not hot but comfortably warm – almost every day.

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        1. pflanzwas sagt:

          That sounds like an acceptable mixture of low temperatures and dryness. After the very small heatwave here and many hot days you can see that nature has dried out now. The leaves of the trees look a bit desertlike. No more humidity. So I think a cool dry summer is okay and your vegetation is used to it, which is a big advantage too.

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