Geschichten vom Baum: Was macht der Mai?

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Es wächst und blüht trotz Trockenheit

Wie die letzten Jahre auch herrscht Trockenheit. Der Februar war noch recht nass und hat so wahrscheinlich eine gute Ausgangslage für das Pflanzenwachstum unter meinem Patenbaum geschaffen, aber ich erwähnte es bereits, seit März sind die Niederschläge wieder mal ziemlich mau gewesen, bis auf ein paar Regentage zwischendurch.

Die letzten Jahre hatte ich oft versucht, etwas neues, insektenfreundliches zu pflanzen. Da der Boden so stark durchwurzelt ist, komme ich kaum 5 cm tief, so daß es immer schwierig war, überhaupt etwas in den Boden zu bekommen. Vorletzten Herbst hatte ich noch ordentlich Zwiebeln gesetzt, die alle gut gediehen sind. Die kamen dort bestens zurecht.

Doch dieses Jahr ist vieles anders. Von den gepflanzten Wildtulpen sind gerade ein Drittel wiedergekommen. Von den Iris sind dieses Mal nur zwei gekommen. Wobei ich glaube, daß zwei der bisherigen Pflanzen nicht aufgetaucht sind, dafür aber eine neue an anderer Stelle gekommen ist. Bei einer Wiesenmargerite fehlte eine Blüte. Von den vielen Wundkleepflanzen sind auch nur noch 3 oder 4 übrig. Ein paar Pflanzen scheinen komplett verschwunden zu sein. Vom Rotklee, der dort immer vielfach wuchs, sah ich auch noch nicht viel. Ich frage mich, ob sich da vielleicht eine Maus bedient? Löcher konnte ich keine sehen. Dafür hat sich der Hornklee stark vermehrt. Vielleicht verdrängt er die eine oder andere Pflanze.

Alles in allem lasse ich jetzt alles wachsen. Das Gute daran: im Gegensatz zu den anderen Jahren, in denen ich oft schon seit April fast täglich gegossen habe, habe ich dieses Jahr bislang erst 4 Mal gegossen!

2021 habe ich seit dem 26. März wochenlang gewässert. Hier gibt es ein Bild vom 7. Juni. Die Ansichten ähneln sich.

So sieht es jetzt aus: ziemlich wild ;-)

Kürzlich wollte ich die Gräser mal ein bißchen ausdünnen, aber bei der Trockenheit macht das irgendwie keinen Sinn. Die Pflanzen, die ich mal gesetzt habe, sind gut angewachsen. Der Kaskadenthymian breitet sich jedes Jahr mehr aus. Der Ehrenpreis kommt mit der Trockenheit gut zurecht, genauso wie Hornklee und Wiesenmargeriten.

Die Wiesenmargeriten Leucanthemum vulgare, die aus einer Samenmischung stammen, haben sich förmlich vervielfältigt. Während es im ersten Jahr drei Blüten waren, sind es dieses Mal mehr als 20! Wie haben die das so schnell gemacht??

Ein Salbei Salvia officinalis blüht bereits, ebenso ein paar Schnittlauchblüten Allium schoenoprasum (nicht hier auf diesem Bild ;-).

Inzwischen verblüht, der Kaskadenthymian Thymus longicaulis ssp. odoratus (die genaue Bezeichnung kann abweichen, da es zwei Arten gibt. Ich weiß jetzt nicht mehr, welche das hier ist). Thymian ist bei vielen Wildbienen beliebt.

Immer schön, die gelben Blüten vom Gemeinen Wundklee Anthyllis vulneraria.

Der Hornklee Lotus corniculatus blüht mehrere Wochen lang und ist bei Hummeln sehr beliebt. Letztes Jahr sah ich immer mal wieder welche dort herumfliegen.

Diese Königskerze Verbascum und ein paar andere habe ich vor 2 oder 3 Jahren gepflanzt. Ewig wollten sie nicht anwachsen. Dieses Jahr könnte es klappen. Königskerzen sind zweijährig. Sie mögen es sonnig. Ich hoffe, es ist ihr unter dem Baum hell genug. Volle Sonne gibt es eigentlich nur in den Morgenstunden und abends ab 17 / 18 Uhr etwa.

Links im Bild noch ein Steppensalbei Salvia nemorosa, der bald blüht, im Vordergrund Halme und Knospen vom Wundklee.

ich bin froh, daß sich viele der „Unkräuter“ so gut angesiedelt haben und auch einige der gepflanzten Blumen so gut mit der Trockenheit klarkommen, daß jetzt alles „von alleine“ wächst und blüht. Eigentlich sollte der Baum selbst hin und wieder einen Schluck Wasser bekommen, aber bei einem Dürrejahr nach dem anderen ist das etwas, was man mit einer Gießkanne nicht leisten kann. Ich hoffe, daß die begrünte Fläche mit Gräsern und Klee dazu beiträgt, die Fläche ein wenig vor Ausdunstung zu schützen.

Ich habe den Eindruck, daß die Stadt die Baumscheiben generell später mäht. Die anderen Flächen sind zur Zeit alle hochgewachsen, vielfach üppig voll mit Rotklee. Der wurde sonst oft schon abgemäht, als er gerade anfing, zu blühen. Ich kann mich irren, meine aber, daß das mal anders war. Allerdings sehe ich kaum Hummeln derzeit und schon gar nicht am Klee.

Das ist ein Menschending würde ich sagen: nur weil wir ein paar Blümchen säen und wachsen lassen, ist das nicht unbedingt das, was sich die Insekten zu genau diesem Zeitpunkt aussuchen würden.

Wir können nur beobachten und lernen und ausprobieren. Leider kann man die Insekten nicht fragen, was sie kaufen würden ;-) Ich hoffe aber, daß das eine oder andere für sie dabei ist.

My godfather tree down in the street: many plants are thriving now. We have another dry year, the fifth now, but from time to time we had a bit of rain. Luckily February was wet, which was good for the growth. The last years I watered the plants for several weeks. This year I watered this piece of earth for 4 times!

Most of the plants like different kinds of clover grow well. Also some of the plants I put there years ago get along well with the drought. I won’t plant any new flowers. There are too many roots and I hardly get into the earth. Besides I must water them. So I am glad that so many plants are growing and flowering without any help.

This year some plants seemed to have disappeared. I ask myself if there are mice or other animals, but I couldn’t find any signs so far. On the other side marguerites and yellow clover Lotus spreaded well! Last year I had 3 flowers of marguerites, this year over 20 (how did they do it ;-). The Lotus corniculatus is spreading well too. It is popular among bumblebees. Thyme is doing well, as well as sage and chive.

I am happy that everything is growing and flowering without much water. I hope some insects will be happy about that too :-)

26 Kommentare Gib deinen ab

  1. Schön wenn man dabeibleibt. Eine Reihe guter Taten. Und die Natur dankt es!🌳🌷🐞🌞

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  2. Ule Rolff sagt:

    An solchen Stellen erweist sich erst ab dem dritten Jahr, welche Pflanzen bleiben möchten. Vielleicht hatten dein Frühblüher ja Gelegenheit, sich auszusäen. Danach dauert es etwas länger, bis man den Erfolg sehen kann. Geduld, liebe Almuth!

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    1. pflanzwas sagt:

      Dein Wort in Gottes Ohr. Wäre schön, wenn sich einiges versät hätte. So lange warten ist ja nicht mein Ding ;-)

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      1. Ule Rolff sagt:

        Meins auch nicht. Das merke ich gerade wieder bei dem Versuch, eine Kamera zu kaufen, die weltweit derzeit vergriffen ist und erst in ca. 3 Monaten wieder verfügbar. Wie habe ich es in der Kindheit bloß geschafft, darauf zu warten, bis der Weihnachtsmann meine Wünsche erfüllt, Monate später?

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        1. pflanzwas sagt:

          Oje, 3 Monate, ja, sowas kann man gar nicht mehr aushalten 😉 Verrückt oder? Wir haben uns wirklich an das Schnelle, das stehts verfügbare gewöhnt.

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          1. Ule Rolff sagt:

            Aber: juchhu! Ich hab sie jetzt! Gebraucht gekauft, so gut wie neu. Wir sind gerade in der Kennenlern- und Handbuchphase 💕

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            1. pflanzwas sagt:

              Herzlichen Glückwunsch 🥂 Sogar mit Handbuch (dazu habe ich ja so gar keine Lust) 😉 Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Kennenlernen 😍

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            2. Ule Rolff sagt:

              Danke sehr, habe ich 🙂

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  3. puzzleblume sagt:

    Du hast auf jeden Fall dem Baum eine schützende, kühlende grüne Matte über die Wurzeln gelegt, die mit ihrer Vielfalt bestimmt über- und unterirdischen Kleinlebewesen auch als Lebensraum und Nahrung dient. Falls da jemand dran frisst, ist es eigentlich gut.🙂

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    1. pflanzwas sagt:

      Eigentlich ja. Ich teile ja gern, wenn noch was für andere übrigbleibt ;-) Ich hoffe, daß es Vielfalt gibt. Da ich im Winter nicht alles an Laub wegkratze (was die Stadtlaubbläser übrig lassen), sollte im Boden schon einiges mehr los sein, als anderswo. Und hin und wieder kommt eben auch mal der eine oder andere Nektarsammler vorbei.

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  4. Nati sagt:

    Auf deiner Baumscheibe ist so einiges los.
    Wie so oft passt die Blühzeit nicht oft mit dem Bedarf der Insekten zusammen.
    Aber die Natur wird es, wie immer, regeln. Wenn man sie nur lässt.

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  5. Eine schöne Baumscheibe ist das!
    VG und weiterhin viel Glück!
    Christa

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke 🙂

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  6. So breitet sich das aus, was auf dem Standort gut gedeiht.
    Wilde Tulpen verschwinden auch bei mir nach einiger Zeit, zu viel Konkurrenz
    Schön sieht die Baumscheine (trotz dem) aus!
    Liebe Grüße
    Nina

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    1. pflanzwas sagt:

      Echt, zu viel Konkurrenz? Gerade die Wildtulpen, diese Tulipa sylvestris, soll doch so ausbreitungsstark sein? Aber wer weiß. Vielleicht ist es die Konkurrenz, der Boden, das Wetter oder was auch immer 😉 Ich hoffe dennoch, daß noch mal ein paar mehr wiederkommen. Ansonsten wächst, was gut geht und das ist auch schön! LG

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  7. Vielleicht kommen die Insekten ja noch, immerhin ist ja einiges los auf Deiner Baumscheibe.

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    1. pflanzwas sagt:

      Wenn es mal weniger stürmt und wieder sonniger ist, bestimmt 🙂

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      1. Stimmt, den Wind könnte endlich mal jemand abstellen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Hat geklappt, dafür hat jemand draußen die Heizung abgestellt ;-)

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  8. Liebe Almuth,
    es ist wirklich interessant zu sehen, was sich da tut, und wie sich das von Jahr zu Jahr ändert. Es ist ja möglich, daß einige Samen ein Jahr oder mehrere Jahre lang Ruhepause machen, und sich dann in einem anderen, vielleicht etwas feuchterem Jahr, wieder blicken lassen. Da hilft nur die langjährige Dokumentation, so wie Du das ja auch machst.
    Ich wünsche Dir weiterhin interessante Entdeckungen.
    Herzlichen Gruß,
    Tanja

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    1. pflanzwas sagt:

      Da hast du sicherlich Recht und darauf hoffe ich auch! Es ist ohnehin immer wieder spannend, was die Natur zuläßt und was wo wächst. Mal sehen, wie es weitergeht. Danke dir! LG

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  9. bluebrightly sagt:

    I love the ongoing story of your godfather tree. I can’t believe it’s now 5 years in a row that you have had a drought. Of course, the American west has a terrible drought but that seems to be expected. We’re doing better here because winter and spring were nice and wet. It’s good that enough of the plants you put in are comfortable there so you don’t feel like you have to keep adding new plants every year. It’s self-sustaining! Well, almost, except it needs Almuth’s help with water. I like to imagine that people walk by this little garden and smile. It’s a gfit.

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    1. pflanzwas sagt:

      I would say our drought is not so extreme like in Colorado for example, but we have long periods with really really less rain. In March it was 9 litres! But it is very different over Germany, you can’t say it in general.
      I watered the plants only for 4 times this year and I am glad they are really self-sustaining now. I don’t have to water anymore I would say. Clover and other plants can cope with it. Okay, we had only 2 or 3 days of heat. That is different than 2018 or 2019. The last days I had some nice encounters with people smiling. Iris is blooming and Veronica and the yellow clover. It is the best time of year in May beneath the tree. It is always interesting what plants are growing there.
      Oh I forgot: I hope your chive is blooming soon. You will be happy about the flowers :-)

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      1. bluebrightly sagt:

        I realize your drought isn’t like what happens in places like California but it’s still significant. I’m so glad to know that you’ve been able to see people smile when they see what you’ve done. Iris, let’s see that! I love them. I see them in people’s yards now when I drive around the island. So pretty. As for my chive plant, I think it will take a long time. It’s so cold and there hasn’t been much sun. That’s OK, as long as it DOES flower! ;-)

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        1. pflanzwas sagt:

          That must be a beautiful sight with Irises in the gardens around! I always have to look in peoples gardens when I am outside. Okay, please chive, flower, make Lynn happy 😁 Otherwise she will never buy chive again. That would be a pity 😉

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