Zimmerreise mit Y wie Yuccapalme

Von einer Palme die ein Spargelgewächs ist

Die Yuccapalme Yucca elephantipes oder Riesen-Palmlilie, wer kennt sie nicht? Vielleicht keine Standardpflanze, aber irgendwann hielt sie fast flächendeckend in deutschen Wohnzimmern Einzug. Bei mir steht eine in der Zimmerecke. Mit ihren langen, grünen, spitz zulaufenden Blättern nimmt sie schon eine Menge Raum ein und greift bei mir gerne mal ins Bücherregal. Wann sie zu mir kam, weiß ich gar nicht mehr so genau. Sie ist jedenfalls schon 10 oder 20 Jahre alt und bereits einmal gekürzt worden. Inzwischen hat sie wieder knapp 2 m erreicht und wächst munter weiter.

Früher wußte ich nicht, daß man Yuccapalmen kürzen kann. Einfach oben ein Stück abschneiden, eine Zeit lang in Wasser stellen und abwarten. Irgendwo las ich was von Wochen. Ich meine, bei mir hätte sie in kürzester Zeit Wurzeln gebildet. Dann kann man sie schon wieder einpflanzen und ihr beim Wachsen zusehen. Ich habe sie seinerzeit gekürzt, weil sie so krumm geworden war und sie keinen guten Stand mehr hatte. Inzwischen bin ich schlauer geworden und drehe sie alle Nase lang, damit sie gerade wächst.

Wieder mal typisch Botanik: die Yuccapalme, wie schon erwähnt auch Riesen-Palmlilie genannt, man merke sich das Wort „Lilie“, zählt genaugenommen zu den Spargelgewächsen. Also was nun? Yucca, Palme, Lilie, Spargel – gehts noch? Ich fühle mich dezent veräppelt.

Die Yuccapalme ist nicht die einzige Zimmerpflanze die ich habe. Der Grundstein für Zimmerpflanzen wurde bei mir vermutlich in der Grundschule gelegt. Wir hatten ein Projekt, bei dem Ableger gemacht wurden und zwar aus den hübschen Buntnesseln. Ich glaube, daß waren mal die „Yuccapalmen“ früherer Zeiten. Ich habe sie ewig nicht mehr gesehen, vermute aber, daß sie in dem einen oder anderen Haushalt noch schlummern. Ich mag sie immer noch mit ihren bunten Blättern.

Das mit den Ablegern hat mir viel Spaß gemacht. Irgendwie ist es doch toll, etwas Lebendigem beim Wachsen zuzusehen und sich zu freuen, wenn es mit dem Anwachsen klappt. Jedenfalls ging es bald mit anderen Pflanzen weiter. Es wurde mit Freundinnen getauscht oder im Handel etwas erworben. Damals waren es Aralien, Papyrus und andere Zimmerpalmen.

Oft kann man Ableger über die Triebspitzen machen. Man stellt sie ins Wasser und wartet, bis sie Wurzeln bilden. Es geht aber auch über Stecklinge, die man direkt in Pflanzenerde steckt und diese gut feucht hält.

Als ich auszog und irgendwann mein erstes Zimmer bzw. kleine Wohnung hatte, mußte der Platz natürlich auch wieder mit Zimmerpflanzen gefüllt werden. Ohne Grün im Haus kann ich nicht.

Heute habe ich noch eine Pflanze, die ursprünglich ein Ableger aus einem Hallenbad einer Nordseeinsel war. Dort stand eine riesige nesselähnliche Pflanze im Eingangsbereich, vielleicht 2 m hoch. Immer, wenn meine gezogene Pflanze einzugehen schien, habe ich einen neuen Ableger gemacht. Das ist jetzt bald 30 Jahre her, fällt mir gerade auf. Bei mir nenne ich sie Monsternessel. Sie sieht wie eine Nesselart aus, hat kleine zarte blaue Blüten an längeren Rispen und sie riecht ein bißchen komisch, wenn man ein Blatt abreißt. Die Äste können gut und gerne 1 cm dick werden.

Nach meiner Pflanzenapp könnte es ein Harfenstrauch sein, vielleicht Plectranthus fruticosus. Der Harfenstrauch zählt tatsächlich zur Familie der Lippenblütler Lamiaceae, so wie die Nesseln auch. Dann lag ich wohl nicht gaaanz sooo weit daneben ;-) Mehr zu dieser Pflanzenfamilie bei Wikipedia.

Naja, weitere Umzüge folgten und Pflanzen von Mitbewohnerinnen, Freunden und Familie kamen dazu. Mehr davon in meiner nächsten Zimmerreise mit dem Buchstaben „Z“ wie Zimmerpflanzen.

This is another short story from our blog challenge of „room travelling“.

23 Kommentare Gib deinen ab

  1. gkazakou sagt:

    Ne Yukapalme hätte ich zu Y auch im Angebt gehabt – freilich eine in beklagenswertem Zustand. Sie steht im Flur unserer Athener Wohnung und hat unsere langen Abwesenheiten übel vermerkt. Schön wieder deine Geschichte dazu!

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielleicht wegen des Lichts? Sie soll ja mit sehr wenig Wasser auskommen. Jetzt weißt du immerhin, wie du ihr einen Neustart gönnen kannst :-)

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  2. Liebe Almuth,
    ich bin von Deinem grünen Daumen sehr beeindruckt und wünsche Dir weitherhin ein grünes, pflanzenreiches Zuhause.
    Liebe Grüße,
    Tanja

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    1. pflanzwas sagt:

      Sooo grün ist der Daumen auch wieder nicht liebe Tanja. Es gab durchaus Verluste ;-) Aber im Großen und Ganzen klappts. LG Almuth

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  3. bluebrightly sagt:

    I used the translator – wow, you have had a few plants for a very long time! I have moved too much to do that. The yucca plant story is fun; it looks nice there. And the Plectranthus, if that’s what it is – very interesting. Good for you for keeping that one going! There are several species (I think) that are very popular here as house plants or for summer pots. There’s one with soft, velvety leaves that people always use in street plantings because it mixes beautifully with flowering annuals in pots. I think I remember another one with a very pungent, interesting odor. And there’s a variegated one with white or cream-edges leaves but I prefer the solid leaves like yours has. I like the subtle leaf color, kind of blue-green, and I bet the blue flowers are nice.

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  4. puzzleblume sagt:

    Ach, wie schön: ich hatte so sehr bedauert, kein Yucca-Ypsilon verwenden zu können, weil ich keine solche mehr habe, auch wenn früher ähnlich lange Jahre. Meine erste von 1978 bekam ich eines frühen Morgens auf dem Hamburger Fischmarkt buchstäblich nachgeworfen.
    Das Köpfen war anscheinend lange das gehütete Geheimnis der Yuccazüchter, damit nicht jeder alles selber macht, ich glaube, davon wusste ich bis zu den Endachzigern nichts, obwohl gefühlt jeder eine hatte, aber die meisten haben ihre abgebrochenen oder scheinbar vertrockneten Exemplare weggeworfen. Auf diese Weise wurden es aber bei mir immer mehr, weil ich die immer unbedingt retten musste.
    Diese Nessel sieht prächtig aus! Sie scheint geradezu von Vitalität zu strotzen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Nachgeworfen, haha. Zum Glück wohl nicht davon getroffen ;-)
      Ja, ich wunderte mich auch, daß das so einfach ist mit dem Abschneiden. Da könntest du richtig liegen, daß die das für sich behalten haben. Mit der Palme klappts ganz gut, aber ich habe Schönmalven und muß jedes Mal, wenn ich was abschneide, wieder eine nachziehen. Das geht aber nicht platzmäßig, seufz, aber erst mal landet was im Wasserglas….

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  5. Ule Rolff sagt:

    Lang ist es her mit den Yuccas! Irgendwann war mir die Yucca im Haus zu groß und ich habe sie in den Garten versetzt. Als sie sich dort auch zu breit machte, habe ich alle Exemplare herausgenommen aber alle Jahre wieder taucht irgendwo in neues Pflänzchen auf, dem ein vergessener Wurzelrest auf dem Kompost zu einer neuen Existenz verholfen hat.
    Ich finde es nett von dir daran erinnert zu werden.

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    1. pflanzwas sagt:

      Dann hast du wohl eine Art gehabt, die draußen überleben kann? Ich glaube die Zimmeryuccas sind nicht frostfest. Irgendwie lustig die Vorstellung, daß da immer wieder welche aufploppen bei dir im Garten. Unverwüstlich, wie es scheint. Sie lassen dich nicht los :-)

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      1. Ule Rolff sagt:

        So scheint es. Obwohl ich es in diesem Fall fast so erfreulich fände wie beim Immergrün, wenn sie verschwänden.

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        1. pflanzwas sagt:

          Ich sag ja, sie lassen dich nicht los ;-) Solange sie sich gut entfernen lassen? Aber manches ist hartnäckig und manche sind Überlebenskünstler, so wie Weiden. Irgendwie bewundernswert, wenn auch nicht für die Gärtnerin ;-)

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  6. finbarsgift sagt:

    Fein liebe Almuth, ich mag Yuccas und habe sie gerne in meiner Wohnung :-)
    Herzliche Grüße, Lu

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    1. pflanzwas sagt:

      Also auch du, lieber Lu :-) Schön, daß du sie auch beherbergst. So eine „Palme“ verbreitet doch gleich eine etwas sonige Stimmung :-) LG Almuth

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      1. finbarsgift sagt:

        Da hast du vollkommen recht, liebe Almuth :-)
        Hab einen schönen Tag!

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        1. pflanzwas sagt:

          …und du noch eine schöne Woche! LG Almuth

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            1. pflanzwas sagt:

              🌝 🌞 🌈

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  7. „Monsternessel“ ist gut. Meine Frau hat sie nicht mehr , diese Art von Palme.

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  8. Fotohabitate sagt:

    Yucca hatte ich jahrelang, bis ich dann einfach keine Lust mehr hatte, mehr und mehr anzusehen, wie sie sich langsam zu etwas entwickelte, dass fotografisch zwar sehr interessant war, mich jedoch augentechnisch deprimierte 😁
    Bei mir stehen fast nur sehr alte Pflanzen, die ich ab und zu in den letzten 30 Jahren verjüngt habe. Die älteste – ein Monsterblatt – ist älter als ich! Also mehr als ein halbes Jahrhundert. Finde ich richtig cool!
    LG und Dir ein schönes Wochenende!

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    1. pflanzwas sagt:

      Fotografisch interessant, hihi, ich kanns mir vorstellen! Wow, so eine alte Pflanze habe ich nicht. Eine nette Vorstellung, daß du mit ihr groß geworden bist :-) Ich frage mich gerade, wie alt die werden? Vielleicht überlebt sie dich sogar? Jedenfalls toll, daß du so langlebige Pflanzen hast. LG und dir noch einen schönen Sonntat!

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