Mehr Wildbienen

Quer durch die Blüten

Kürzlich war ich ja bei einer Magerwiese, die am Mittellandkanal liegt. Auf der Wiese war gar nicht mal sooo wahnsinnig viel los. Mehr tat sich am Ufer, wo Greiskraut, Wilde Möhre, Ackerwinden, Flockenblumen, Natternkopf und andere Blumen blühten. Besonders auf dem Greiskraut, einem Korbblütler, war der Bär, nein, die Biene los :-)

Von Seidenbiene und Filzbiene hatte ich hier schon berichtet. An dem Tag sah ich dort noch etliche andere Wildbienen. Alte Bekannte wie für mich neue. Ich wollte schon lange mal eine Hosenbiene sehen und endlich fand ich eine, juhu. Heute nur ein kurzer Überblick. Vielleicht komme ich noch ein andermal dazu, daß zu vertiefen.

Bekannter geht es nicht: eine Honigbiene Apis mellifera am Greiskraut Senecio (fragt mich nicht welches, es gibt ein paar mehr davon). Wobei die Honigbiene jetzt keine Wildbiene ist, aber sie ist auch schön :-)

Hier tippe ich auf eine Löcherbiene Heriades, aber ohne Gewähr. Sie nistet in Totholz, in Stengeln von Pflanzen, wie beispielsweise Brombeeren, und sie nimmt auch Bohrungen in Nisthilfen an. Leider noch nicht bei mir. Sie steht auf Korbblütler.

Auch Hummeln waren vertreten. Hier eine Ackerhummel Bombus pascuorum am Greiskraut….

Die Kegelbiene – eine Kuckucksbiene

Hier habe ich eine Weile suchen müssen: es ist wohl eine männliche Kegelbiene Coelioxys, eine weitere Kuckucksbiene. Bei uns gibt es 12 Arten der Kegelbienen, die bei Mauerbienen Osmia, Blattschneiderbienen Megachile und Pelzbienen Anthophora die Brut parasitieren. Sie legen ihre Eier mit in das Nest der Wirtsarten. Die daraus schlüpfenden Larven fressen meist die Wirtslarve und dann auch deren Proviant, durchaus auch in umgekehrter Reihenfolge.

Die Weibchen haben kegelförmige, spitze Hinterleibsenden, die Männchen sind dort mit einer Art „Dornen“ ausgestattet. Die könnt ihr hier beim ersten Bild so gerade erahnen.

Schau mir in die Augen Kleines :-)

Die Mit der Bauchbürste: Blattschneiderbienen und Mauerbienen

Flockenblumen Centaurea sind wahre Insektenmagneten. Die Blüten sind dazu noch wunderschön.

Die hier war zu schnell für mich: eine Blattschneiderbiene Megachile auf einer Flockenblume. Die Blattschneiderbienen kenne ich schon von meinem Balkon, allerdings gibt es auch hier ein paar Arten mehr, die ich nicht auseinanderhalten kann. Sie zeichnen sich durch ihren etwas abgeflachten Hinterleib aus, den sie beim Blütenbesuch oft leicht abgewinkelt halten. Das ist wirklich sehr auffällig. Sie haben, genau wie die Mauerbienen, Bauchbürsten, mit denen sie den Pollen ins Nest transportieren.

Blattschneiderbienen polstern ihre in die Erde gegrabenen Nester mit Blättern aus, die sie selber mit ihren Mundwerkzeugen „ausschneiden“.

Hier tippe ich auf die Gattung Osmia, eine Mauerbienenart, aber auch hier weiß ich nicht welche. Sie hat, wie die Blattschneiderbiene, eine „Bauchbürste“, mit der sie den Pollen für ihr Nest sammelt. Damit bevorratet sie die Larven, die nach dem Schlüpfen was zu fressen brauchen.

Und andere „Wilde Bienen“….

Die Ackerhummel auch noch mal am Salbei. Die Farbe fällt jetzt ja ein bißchen aus dem Rahmen ;-)

Von der witzigen Hosenbiene Dasypoda dann bald mehr!

Different wild bees I saw at the canal and near to a meadow with wild flowers. Bees, bumblebees, leaf-cutter bees and cuckoo bees. Most favourite flowers were Centaurea and Senecio.

22 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ule Rolff sagt:

    Die Hosenbiene ist ja wirklich der Hit! Aber auch an allen anderen Flugsubjekten habe ich mich gefreut.

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  2. Das ist ein sehr guter Post!
    Ich mag es, wie Du es etwa von der Löcherbiene zeigt, wie“narbig“ ihr „Panzer“ oder „Verschalung“ ist, Auch bei der Kegelbiene sieht man, daß die Oberfläche des Körpers gesprenkelt erscheint. Dies scheinen winzige Häarchen zu sein, die diesen Eindruck liefern.
    Abropos sind hier die Augen allerliebst!

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    1. pflanzwas sagt:

      Eigentlich sind das ja deine Metiers, die Außenhaut in den Fokus zu rücken und zu zeigen. Mit deinen Makros hast du die Mittel dazu. Bei mir ist das eher ein Glücksfall, wenn das alles sichtbar wird ;-) Es stimmt schon, es ist faszinierend, wie die Insektenkörper aufgebaut sind.

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      1. Auch bei mir sind das eigentlich Glücksfälle.
        Ich schiesse im Sportmodus zwischen vielleicht 5 und 20 Fotos und hoffe dabei auf ein Resultat, das sich zeigen lässt. Den präzisen Fokus kriege ich ja durch Eigenbewegung und die des Insekts nicht zuverlässig hin.

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        1. pflanzwas sagt:

          Kürzlich habe ich ca. 20 oder 30 Fotos einer winzigen Seidenbiene gemacht. Ich war so nah dran, freute mich schon, aber fast alle, bis auf zwei, nicht scharf. Grummel. Den Sportmodus nutze ich nie. Sollte ich mal ausprobieren.

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          1. Das ist halt meine Methode.
            Der löst sofort aus (!), wenn auch mit geringerer Schärfentiefe. Da ich aber das Auge des Insekts scharf will, ist es mir fast egal. Manchmal ist dann aber auch der Rest des Körpers hinreichend scharf.

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            1. pflanzwas sagt:

              Ich glaube, ich hatte es mal versucht. Meine Kamera hat bei schlechten Lichtverhältnissen schnell Probleme. Deshalb habe ich das nicht weiter verfolgt, aber ich werde es mir noch mal ansehen.

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  3. Bei dem Greiskraut Senecio sieht man auch sehr schön den Großenunterschied zwischen Honigbiene und Löcherbiene.

    Manche winzigen Bienchen haben ja vielleicht nur ein 100tel an Masse der Honigbiene.
    Von diesen sehe ich auf der Sterndolde viel. Da sie da zwischen den den Stengeln der Miniblüten versinken, ist das Fokussieren echt schwer – es gelingt aber dennoch ab und an. :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich versuche mich immer noch an einer 4-5 mm Ausgabe. Also riesig im Vergleich zu deinen Lieblingsobjekten :-) Die STerndolde sah ich im Botanischen Garten, die ist wirklich sehr schön.

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      1. Gerade schrieb ich einem Marc, daß ich 2013 im Heller-Garten am Lago di Garda kaum was zustande brachte und mein Macro 4 Jahre lang nicht mehr für Insekten benutzte. Witzig nicht?!

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        1. pflanzwas sagt:

          Wirklich witzig :-) Das ist ja verrückt! Echt, 4 Jahre Pause? Heute unvorstellbar, gell.

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          1. Ich wusste nicht, was ich falsch gemacht hatte.

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  4. puzzleblume sagt:

    Schöne Bienenfotos! Das Hosenbienenfoto zeigt die „Hose“ sehr schön, weil mal ganz ohne die Haare vom Blütenstaub verdeckt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Jetzt wo du es sagst :-) Wirklich erstaunlich, die Fransen! Ich war ganz glücklich, nachdem ich sie jahrelang bei dir auf der Seite bewundert habe, sie mal life zu sehen. Wie so oft war sie sehr schnell und das Wetter nicht immer passend. Ich habe mich trotzdem riesig gefreut.

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      1. puzzleblume sagt:

        Dieses schnelle Gekreisel – Weiterfliegen – Wiedergekreisel … macht einen ganz wahnsinnig. 😵

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        1. pflanzwas sagt:

          Du sagst es!!! Ähnlich wie die Pelzbienen, fliegen, Blüte, schwupp, fliegen, Blüte, schwupp. Einer Hosenbiene bin ich ne Weile gefolgt, seufz. Nicht lustig ;-)

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  5. So viele verschiedene! Ich bewundere Deine Geduld, sie alle zu fotografieren und zu bestimmen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Zum Glück weiß ich bei ein paar Arten inzwischen, wie die „Grundform“ aussieht. Ansonsten, wenn es prägnante Muster sind, macht es ja Spaß, bei den dezenteren Mustern gebe ich schneller auf ;-)

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  6. bluebrightly sagt:

    Very nice photos again – there is so much variety in bees‘ shapes and colors.

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