Kreative „Astscheiben“

Papier statt Holz

Es ist schon eine Weile her, daß ich mich kreativ mit Objekten aus der Natur beschäftigt habe. Nach dem Mega-Flow im Frühjahr (wie sagt man das auf Deutsch? Nach der Riesen-Inspiration?) war lange Zeit Ebbe. Als ich kürzlich durch meine Papierstapel guckte, fiel mir ein ausgeschnittenes Stück Papier in die Hände. Ich hatte damals angefangen, Fotos von Astscheiben auszudrucken und die „Kerben“ auszuschneiden.

Etwas ähnliches hatte ich schon mit Ahornblättern gemacht, als ich die Blattrippen ausschnitt, um die Wirkung der Adern sichtbar zu machen.

Jetzt fand ich diese Astscheibe aus Papier ganz interessant und habe mehr davon zusammengesucht. Ich finde „Astscheibe“ ist ein total blödes Wort, aber mir fällt nichts besseres ein…

1

Mit der „Scheibe“ rechts unten fing es an. Der Stil ist ein wenig anders als die übrigen, die ich erst jetzt ausgeschnitten habe. Das hier ist eins der Bilder, die ich als Grundlage verwendet habe.

2)

Mir macht es ja immer Spaß, die Farben zu invertieren, also umzukehren oder mir etwas in einem anderen Ausschnitt anzusehen. Wüßte man jetzt nicht, daß es sich um Astscheiben handelt…

Wie zuvor habe ich wieder mit Licht gespielt. Links ist die weiße Papierseite zu sehen, rechts außen die ausgedruckte Seite, falls ihr den Unterschied hier überhaupt erkennen könnt. Die Farben wirken anders. In der Mitte habe ich die Farben des linken Bildes umgekehrt und einen Teil freigestellt. Abstraktion auf verschiedenen Ebenen.

Weitere Ausschnitte jeweils mit Bearbeitung. Ich finde die abstrahierten Formen ganz interessant, weiß aber noch nicht, was ich damit anfangen soll. Das erste hat was von einer Blüte, das zweite erinnert mich an Höhlenzeichnungen, wie ein Pferd, daß läuft oder so etwas. Ihr seht vielleicht was ganz anderes darin :-)

5d und 5f)

5g und 5h)

Dann wollte ich sehen, wie die „Scheiben“ auf anderen Untergründen wirken und weil zufälligerweise gerade ein paar Ausdrucke einiger bearbeiteter Fotodateien herumlagen, legte ich sie versuchsweise drauf.

Ich habe Teile eines Fotos mit Herbstlaub mit Teilen von herbstlichen Halmen gemischt. Mir gefielen die Strukturen und irgendwie finde ich sie passend zu den Astscheiben. Vielleicht weil das Linienspiel hier aufgegriffen wird.

6)

6a)

6b)

Das sind die bearbeiteten Herbstlaub-Halm-Bilder: 7, 8, 9

In wintertime I was very creative working with photos and paper and I tried a lot of different things. It was a great flow! But then I paused with everything, until last week. I looked through my sheets of paper and found a piece I cut out. Now I don’t have an english word for it: when you cut a branch or when you break one, you see the surface. An example of what I mean is picture Nr. 2. In German you can say „Astscheibe“, which is not the best word, but I don’t know any better at the moment.

I made printouts and cut some lines out, to see the impact of the structures. I worked with light 5a-5c and with details and inversions 5d-5h.

I always like to see things on different grounds. Coincidentally I had some printouts of photos I processed on the computer 6 – 6b) Somehow I had the feeling that they fit together. I think the lines are the connection here.

Then you can see the processed pictures I used for the underground 7 – 9) A mixture of stems and leaves, finally extracted in black and white.

27 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriade sagt:

    Richtig schön, diese an die Natur angelehnten Kunstwerke.

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank. Es macht mir einfach immer wieder Spaß, damit zu experimentieren.

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  2. mmandarin sagt:

    Wunderbar deine Transformationen. Vor Allem die letzte Aufnahme hat es mir angetan. Das würde sich ausgezeichnet als Scherenschnitt eignen. Toll. Marie

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Marie. Ohlala, daß als Scherenschnitt! Aber du machst das wahrscheinlich mit Links, zumal es dich entspannt.

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  3. Das wirkt alles wunderschön und lebendig. Wie das technisch alles möglich ist, mit den Farbumkehrungen z.B. wird mir ein Rätsel bleiben. Mit Gegenlicht und Hintergründen. Jedenfalls ist dies alles Ausdruck neuer, wiedererlangter Lebensfreude und Kreativität.😊

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Gisela. Vielleicht muß man auch nicht alles verstehen. Wenn man sich daran erfreuen kann, ist es doch gut :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Dankeschön! Übrigens sah ich gestern Hazenpootjes :-) Die habe ich ewig nicht mehr gesehen.

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  4. Nati sagt:

    Wahnsinn wie kreativ du immer bist uns was man aus einer simplen Baumscheibe alles machen kann.

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Nati. Die Möglichkeiten werden nicht weniger :-)

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      1. Nati sagt:

        Das denke ich auch.

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  5. Anhora sagt:

    Das sieht ja toll aus! Die Kombination mit den feinen Halmen (6) gefällt mir besonders gut. :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke dir! Die mag ich auch ganz gern. Ich bin eben ein Strukturfreak :-)

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  6. Fotohabitate sagt:

    👏👏👏 Dann kann der Megaflow ja weitergehen. ☺️
    Die Astscheiben erinnern mich sehr an Fotos von Buhnen von oben. Ist ja dasselbe Material. Die Invertierungen und das Zusammenspiel mit den Halmen haben ihren ganz eigenen Ausdruck. Ich mag diese Einladung zur Erkundung sehr!! Auch mich spricht das letzte Bild sehr an. Bin neugierig, wohin Dich Deine kreative Reise noch führt …

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Simone! Mal sehen, ob der Flow weitergeht. Es ist ein Anfang, nachdem lange Zeit gar nichts ging. Buhnen von oben. da muß ich mal gucken. Ich habe nur ein rudimentäres Bild im Kopf, aber bei dir gibt es bestimmt was dazu :-)

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      1. Fotohabitate sagt:

        Ist in meinem Post „Februar braucht Bunt“ 😊

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        1. pflanzwas sagt:

          War mir doch so, daß ich da was gesehen hatte :-)

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  7. Sehr impressiv, was Du alles in deine Posts packst!

    Bei 4 Ausschnitt hätte ich als ich (haha) die Fasern noch zu verstärken versucht. Ob es fdann besser geworden wäre. Aber Du siehst, zum Spielen gibt es da jede Menge Anlass.

    Allein die letzte Schwarzweiss-Grafik ist superb. Ich denke da immer unwillkürlich an Wols, einen informellen Künstler.

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    1. pflanzwas sagt:

      Bei meinem ersten Experiment habe ich ja mehr rausgeschnitten. Ist auch ne Möglichkeit, daß stimmt. Wenn ich noch mal Lust dazu habe, probiere ich es aus :-)
      Wols kenne ich nicht. Da muß ich mal gucken.

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  8. Deine Astscheiben sind schön geworden.

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  9. bluebrightly sagt:

    Oh good, you’re busy again! ;-) I like them all…and I can’t think of a good word. You could just say it shows the inside, I guess. I think there’s a phrase but I can’t remember. Anyway, the bold graphic look of the first one is fabulous. I would never have thought to combine the round shapes with the very linear photo but it works beautifully. :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you Lynn :-) Yes, a small start after quite a while. I hope I can continue. The findings from the winter woods were more inspiring to me, than other things, but somehow I had the feeling I can’t work with it in spring or summertime. Crazy ;-)

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      1. bluebrightly sagt:

        Not crazy at all. I’ve noticed odd – or maybe they’re not odd – seasonal connections to feelings of inspiration. In summer I sometimes feel more relaxed and more interested in branching out and doing something different, like drawing or painting. In spring I’m often mentally too busy to be interested in doing something different – there’s so much going on outside that I have no need for anything else. As for autumn and winter, I’m not sure. And if I’m wrong about these connections to the seasons then I still think the inspiration to make certain kinds of art requires a kind of energy that comes and goes on its own. Maybe for you, winter is a good time to make art in a more focused way.

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        1. pflanzwas sagt:

          You could be right. Maybe there was also a time I felt mentally relaxed, inspite of the lockdown – or because of it. But else I agree with you, special seasons have their own emotions. It is funny, it was maybe my first winter I found so inspiring. The woods seem to me more interesting in winter, than in summertime. Though the beauty is a different one :-)
          How is the weather in your place? Is it still hot?

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          1. bluebrightly sagt:

            I remember you posting about so many exciting finds this past winter. I definitely think the lockdown played a part in that. But then do you think being more inspired by what you saw outdoors led to making more collages and experimental pieces? For me, I think when there’s lots of inspiration outdoors then there might be less of an impetus to make art.
            The heat wave moved south so that’s not a problem but we have no rain for a really long time. The really dry season usually starts a little later. This means the dry season will probably be longer, which increases the chance of wildfires, simply because things are incredibly dry and easy to burn. Fuel everywhere! It’s not as much a problem on this side of the mountains as it is on the drier side but I expect there could be smaller fires here, too. They will be put out more quickly. On the other side of the mountains, there are huge, huge areas with very dry conditions. Add wind to that and fewer roads and it’s just really hard to fight the fires.
            The other problem we’re likely to have here is smoke from far away places. Joe bought the „ingredients“ to make a homemade room-sized air filter. We will be able to keep the air in one room pretty clean that way if we need to. Moving west means learning to live with fire. A small island with plenty of roads, surrounded by water, is never going to have the problems with fire that grasslands and open, dry forests do so we can deal with it. I would not want to live in places that are getting hit hard. it’s only going to get worse.
            The biggest fire in the US now is in Oregon, far to our southeast. This is the official website for information for fires – it’s interesting to read. You can click on announcements to evacuate, photos, etc.
            https://inciweb.nwcg.gov/incident/7609/

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