Natur kreativ: Irritationen

am

Kreatives Spiel mit Rinde und Blättern

Ich glaube, dieses Experiment stammt vom Januar oder Februar. Irgendwie ist es mir immer wieder durchgerutscht, aber es paßt jetzt ganz gut zum nächsten kreativen Ausflug.

Im Wald fand ich diesen tollen Stamm, dessen Rinde sich so schön in Zersetzung befindet. Ich nenne diese offenen Stellen bei mir Rindenfenster (so wie die Rindenröllchen). Ein Fenster zum Baum, zu was auch immer.

Aus einem Fotoausdruck habe ich eben jene „Fenster“ ausgeschnitten und das verbliebene Papier auf verschiedene Untergründe gelegt. Aber, oh wunder, als ich die „Naturform“ auf dem Papier zerstört hatte, sah alles andere irgendwie doof aus. Also habe ich den Ausdruck mit in den Wald genommen, weil ich dachte, „natürliche“ Untergründe könnten besser passen. Nicht wirklich ;-) Mir ist das alles zu unruhig. Seltsam, daß es außer im originalen Zustand, in seiner Wirkung nicht besser rüberkommt.

Versuche mit gestaltetem Untergrund 1a (hier habe ich die Rückseite der Kopie verwendet), mit Teebeutelpapier 1b oder mit Rinde 1c im Wald. Alle Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden.

Dies ist eine Situation, wie ich sie immer wieder im Wald sehe und einfach nur schön finde. Was macht den Zauber aus, die Form, die Struktur, das Zusammenspiel?

So kam ich auf die Idee, die Blätter aus weißem Papier auszuschneiden und die Situation mit Rindenstücken nachzuahmen. Natürlich ist das Original am Schönsten, aber ich wollte die Wirkung sehen.

Das Spiel läßt sich natürlich noch weitertreiben. Hier habe ich die weißen Beispielblätter auf Fotoausdrucken von weiteren Ahornblättern fotografiert (3a bis c). Dann habe ich die Situation umgekehrt und das ursprüngliche Papier, aus dem die Blätter ausgeschnitten sind, als Fenster genutzt (3d und e). Als Untergrund dienten, na was wohl, Ahornblätterfotos :-)

Ein paar Bilder habe ich am Computer bearbeitet und war wieder einmal überrascht, was wie wirkt, wenn man die Farben umkehrt. Oft führt es zur Abstraktion, bis zu dem Punkt, wo man nicht mehr genau weiß, was was ist.

Zuletzt noch der Doppelmix, aber da wird es für mich eigentlich zu wirr. Ich wollte es dennoch zeigen. Am Computer habe ich die weißen Flächen mit Ausschnitten aus Blättern „gefüllt“. Auch hier wird es abstrakter, aber die schöne Wirkung, die die Form an sich hat, ist dahin. Aber vielleicht seht ihr die Dinge anders?

Once more I played with maple leafs. Again I wanted to find out, what is so inspiring about these leaves and the situations I find them in the woods. Nature is beautiful as it is, nevertheless I wanted to find out more, see, what fascinates me about it. So I cut out leaves from white paper and played with it in several situations. I did the same at the beginning, when I worked on a piece of bark from a printout which I finally took back into the wood, to make new pictures. I played as well with the white maple leaves and printouts from more maple leaves. Can you follow ;-). Some pictures I processed on the computer, changed the colors and filled in other leave patterns into the cutouts. The last techniques led to more abstraction, but the form is loosing its effect here. But maybe you see things differently :-)

17 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriade sagt:

    Mich begeistern die Farbumkehrungen immer wieder. Arrangiertes ist manchmal sehr schön, ich persönlich finde es aber anregender die Situation in der Natur so wie sie ist zu fotografieren ..

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    1. pflanzwas sagt:

      Die Natur ist unübertroffen, das sehe ich wie du, und ich finde sie auch am Inspirierendsten, so, wie sie ist. Mir ging es nicht darum, mit diesen Bildern einen ästhetischen Effekt an sich zu erzielen, sondern der Wirkung der Formen nachzuspüren. Warum spricht mich das so an und wie wirkt es, wenn ich die Formen im Aussehen verändere oder die Umgebung anpasse. Was passiert dann mit dem Blick auf diese Dinge. Danke für deine Rückmeldung :-)

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  2. Kunstwerkr der Natur, auch im Zerfall, der Auflösung..

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  3. Auch im kreativen Nachschaffen wandern wir ja weiter auf den Spuren des Lebendigen, versuchen zu begreifen.

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    1. pflanzwas sagt:

      So ist es, daß hast du wieder gut gesagt. Danke Gisela!

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      1. Schön, daß es so ist!

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  4. Deine Blätter sind sehr schön geworden.

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    1. pflanzwas sagt:

      Herzlichen Dank. Es ist zwar noch nicht der Weisheit letzter Schluß, aber ich bleibe dran am Blatt-Thema :-)

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  5. Du machst Sachen.
    Richtig brutal gut.

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    1. pflanzwas sagt:

      Brutal ist doch was Süddeutsches oder? Ich glaube, aus dem Schwabenländle kenne ich es auch. Starkes Wort! Danke Gerhard.

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      1. Das mit dem süddeutschen weiss ich nicht, das kann sein. Ich kenne aber kaum jemand, der das verwendet, nur ich, haha.

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        1. pflanzwas sagt:

          Doch doch, bei den Schwaben sagt man das auch schon mal :-)

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  6. bluebrightly sagt:

    I scrolled through your posts, saw this, and had to look. I like the way you said this: „Nature is beautiful as it is, nevertheless I wanted to find out more, see, what fascinates me about it.“
    I don’t think I can follow every step of your process but I can see that you made lots of experiments. All are successful to my eye.
    I a,b,c are very interesting together – I can’t quite figure out what is going on but I like it very much.
    The photo above 2 a,b,c is great. 2b is my favorite here – it’s almost like you are showing us how to see by taking one of nature’s forms (the maple leaf), simplifying it, and placing it next to „raw“ forms. I have the same feeling in 3 a-e of being shown or reminded to think about the basic shapes in nature. Favorites here are 3b & 3d.
    In #4 I think I like the last one best – 4c – the abstraction works really well as pure design.
    #5 is fun – now you are really messing with our minds! I like 5b best. It makes me smile.
    Thank you SO much for posting these. They are inspiring.

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank YOU Lynn! I am happy you share / understand some of the ideas. It was my way of asking questions and you put it well into words :-)

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