Zimmerreise mit H wie handgewebt

am

Eine kleine Mustersammlung

Jetzt wo der Frühling öfter nach draußen lockt, kommt man gar nicht mehr zum Schreiben, besonders zu den Zimmerreisen, die in der kalten Jahreszeit doch mehr gelockt haben.

Meine Zimmerreise beginnt diesmal bei einem Ordner aus meiner spannenden Abstellkammer ;-), in der sich ja bekanntlich lauter wundersame Schätze befinden. In diesem Ordner sind viele kleine Webproben abgelegt, die in meiner Ausbildung zur Handweberin entstanden sind.

Auf dem Lehrplan stand Bindungslehre, also die möglichen Kreuzungen bzw. Musterungen von Kett- und Schußfäden in einem textilen Gewebe. Gleichzeitig mußten wir von den erlernten Bindungen kleine Proben für eine Webmustersammlung weben.

Bevor es ans Weben ging, wurde erst eine sogenannte „Patrone“ erstellt. Auf einem Karopapier in sehr kleinem Maßstab wird vorab eingezeichnet, welcher Faden beim Weben gehoben wird (schwarz) und welcher gesenkt wird (leeres Kästchen). Die schwarzen Kästchen stellen dabei den Rapport da, die kleinste zu wiederholende Einheit, die roten einen Ausschnitt des zu webenden Stoffes.

Die einfachste Verbindung beim Weben, ist das Verkreuzen von Kett- und Schussfaden, die sogenannte Leinwandbindung. Ein Faden wird gehoben, einer wird gesenkt, dann wird ein Schussfaden hindurchgezogen. Die Fäden werden abwechselnd miteinander verkreuzt.

Unsere Lehrerin war sehr auf Ordentlichkeit und Genauigkeit bedacht, sie hatte aber auch Humor. Auch wenn es seinerzeit etwas nervte, so genau sein zu müssen, freue ich mich doch heute noch an der schönen Sammlung, die dabei entstanden ist.

Die zweithäufigste Bindung, die die meisten wenigstens vom Sehen kennen dürften, ist die Köperbindung. Wenn ihr eine Jeans anhabt, könnt ihr sie dort mit 99% iger Wahrscheinlichkeit wiederfinden. Beim Köper werden ein paar mehr Fäden gehoben und gesenkt und das sieht dann so ähnlich aus, wie dieses Beispiel hier:

Es gibt aber so viel mehr Möglichkeiten Fäden miteinander zu verbinden und daraus entstehen die erstaunlichsten Gebilde. Links sieht man Variationen der Köperbindung, die schon recht tolle Effekte ergeben, rechts seht ihr Farbverflechtungen, wo durch das geschickte Verbinden von Garnfarben in einer bestimmten Reihenfolge diese spannenden Muster entstehen. Das Muster ganz unten rechts werden manche von euch als „Hahnentritt“ erkennen, was vor einigen Jahrzehnten richtig trendy war :-)

Die Farbverflechtungen im Einzelnen. Links der Hahnentritt. In einer kleineren Ausführung hieß das Muster Pepita glaube ich.

Aber da geht noch mehr! Je komplizierter es wird, umso komplizierter werden natürlich auch die Musterpatronen. Manch eine kennt das vielleicht vom Stricken. Da bin ich allerdings hoffnungslos verloren ;-)

Ein sogenannter Bogenköper. Er ist eine Ableitung des Köpers, den wir von der Jeans kennen, allerdings ist der Rapport größer und ausgefeilter und das Muster wird gespiegelt, so daß Wellen entstehen (eine sehr vereinfachte Erklärung).

Diese Bindung wird auch noch der eine oder andere kennen oder sie einmal im Wäscheschrank gesehen haben. Eine „Waffelbindung“. Hin und wieder findet man Handtücher in dieser Bindung, wenn auch eher selten heutzutage. Durch die Mischung von langen und kurzen Fäden im Gewebe, bekommt diese Verbindung eine enorme Elastizität und ist sehr dehnbar.

Kommen wir langsam zum Ende (ich hoffe, irgendwer kann noch folgen). Es gibt einfache Gewebe, aber man kann die Verbindung der Fäden auch so geschickt anlegen, daß mehrlagige Gewebe entstehen. Dann wird mit zwei Kettfadensystemen (Kettdouble) oder mit einem doppelten Schußfadensystem (Schußdouble) gearbeitet.

Verkreuzt man wiederum diese Systeme, entsteht ein Hohlgewebe, so daß in den Karos, die ihr hier seht, tatsächlich Hohlräume entstehen. Das Gewebe ist quasi nur an den Stellen miteinander verbunden, wo die Farben wechseln. Auf der Rückseite sind die Farben genau andersherum; was hier rot ist, ist dort weiß. Man kann übrigens sogar einen Schlauch weben, was mich auch immer noch fasziniert.

So sieht dann die Musterpatrone dazu aus. Die schwarzen Kästchen obendrüber und rechts daneben beschreiben die Anzahl der Schäfte in einem Webstuhl als auch die Anzahl der Tritte und wie diese miteinander verbunden werden müssen. Aber daß nur für diejenigen, die sich ein wenig auskennen, denn sonst müßte ich Romane schreiben ;-)

Ehrlich gesagt habe ich heute selbst ein bißchen Schwierigkeiten, manches zu verstehen. Ich müßte mich erst wieder reinfuchsen.

In meinem Haushalt gibt es immer noch das eine oder andere Webstück, allerdings nicht mehr alle aus der Zeit der Ausbildung. Es gibt eine Wolldecke, Tischdecken, Geschirrhandtücher, Schals. Hier noch zwei Beispiele, die später einmal entstanden sind.

Ich muß sagen, daß mich die Möglichkeiten der Bindungen auch heute noch faszinieren! Wie ist es möglich, Fäden, die senkrecht und waagrecht zueinander verlaufen, so geschickt zu verbinden, daß dabei Wellen oder eben Schlauchgewebe herauskommen können. Erstaunlich oder? Letztenendes ist noch viel viel mehr möglich.

74 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nati sagt:

    Wow und uff….
    Soviel Wissen.
    Ich verstehe nur Bahnhof, finde die Techniken und daraus entstehenden Resultate aber höchst interessant.

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    1. pflanzwas sagt:

      Es ist gar nicht so leicht, daß mit wenigen Worten und ohne Fachbegriffe zu erklären (und ohne Romane zu schreiben!), trotzdem wollte ich das Faszinierende daran zeigen. Schön, daß das angekommen ist :-)

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      1. Nati sagt:

        Auf jeden Fall Almuth.
        Obwohl man nicht komplett ohne Fachausdrücke auskommt.
        Auch interessant wie viel von der Ausbildung noch hängen geblieben ist.

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        1. pflanzwas sagt:

          Das mit den Fachausdrücken ist gerade beim Weben extrem schwierig, also die Wörter zu ersetzen, puh!
          Ja, allerdings. Ich hatte schon vorher drüber nachgedacht und einen Moment lang einen Schrecken bekommen, weil ich mich fragte, ob ich den einen Vorgang noch hinbekommen würde! Ich sag ja, in manches müßte ich mich ganz schön einarbeiten!

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          1. Nati sagt:

            Hast du lange in diesen Beruf gearbeitet?

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            1. pflanzwas sagt:

              Nein, es ging dann in Richtung Studium, obwohl es vorher nicht so geplant war. Oft genug nagt man leider am selbstgewebten Hungertuch ;-)

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  2. Das hat mich immer schon fasziniert. Möge es erhalten bleiben und manche es noch erlernen. Es macht uns so etwas doch auch tüchtig dafür, feinere Lebenzusammenhänge zu erkennen. Das Leben ist ja wie ein Gewebe…

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    1. pflanzwas sagt:

      Ein Gewebe, Netzwerk, der Faden, der sich durch das Leben zieht – ja, diese Worte tauchen an vielen Stellen auf und sind ein Bild für vieles, was uns begegnet. Darüber gäbe es sicher viel zu sagen! – Zum Glück gibt es immer noch ein paar Menschen, die dieses Handwerk erlernen und weiterleben lassen. In anderen Ländern dieser Welt noch mehr, als hier.

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      1. Danke, sehr schön gesagt…

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  3. Ulli sagt:

    Wie schön, dass du noch diese Muster hast! Das alles gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße
    Ulli

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Ulli, freut mich, daß sie dir gefallen die Muster.

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  4. puzzleblume sagt:

    Ganz toll! All diese schönen Beispiele und Erklärungen begeistern mich.
    Ich könnte mir vorstellen, dass dein Training im Mustersehen und -kennen dir auch in der Natur zugute kommt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Es ist gar nicht so leicht, daß in Worte zu fassen. Ich hätte noch Seiten schreiben können, aber es wäre vermutlich nicht einfacher geworden ;-) – Könnte schon sein, daß das Einfluss gehabt hat. Oder es war schon da und hat mich zu den Mustern geführt. Da bin ich mir manchmal nicht ganz sicher.

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  5. Myriade sagt:

    Ahhhhh, ich liebe Weben ! Allerdings beherrsche ich es nur auf schlichtem Niveau. Eine Musterpatrone ist nur eine Zeichnung, oder doch irgendeine Vorrichtung für einen elektrischen Webstuhl ?

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    1. pflanzwas sagt:

      Nein, es ist nur eine Zeichnung. Irgendwann gab es computergesteuerte Handwebstühle, da sah das Programm dann entsprechend aus und diesen Patronen etwas ähnlich, soweit ich das noch in Erinnerung habe.

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      1. Myriade sagt:

        Das macht aber natürlich nicht so viel Freude wie mit eigenen Händen ..

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        1. pflanzwas sagt:

          Naja, man tritt und webt schon noch, nur daß du bloß zwei Tritte hast, um den Wechsel über den Computer auszulösen. Der Rest bleibt so, wie gehabt, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht.
          Und was webst du? Mit Webrahmen oder hast du eine dieser kleinen Webstuhlausführungen? Jedenfalls egal welches Niveau, hauptsache es macht Spaß! Und möglich ist vieles, auf jedem Level.

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          1. Myriade sagt:

            Ich mache nur gelegentlich kleine Sachen. Das letzte war ein Muster nach Escher: Fische, die sich in Vögel verwandeln. Das ist schon eine Weile her, aber ich hätte durchaus wieder einmal Lust …

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            1. pflanzwas sagt:

              Das klingt aber nicht einfach :-) Ja, ich auch.

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  6. bluebrightly sagt:

    This is very interesting – I didn’t know you had this training and it certainly fits with your aesthetic. I never thought about how the progression of learning different weaves, from simple to more complex, could teach you a lot about pattern and structure and at the same time, train your eyes to appreciate patterns and structures everywhere. I think that making these weaves yourself would give you a whole different level of appreciation of cloth. I love the feel of a nice waffle weave but I never thought about how it was made. The mixture of long and short threads gives elasticity – of course, I never thought about that either. Interesting! Then hollow fabrics – yikes, it does get complicated. At the end you say here are some samples that were created…by you?? Because those pictures show some very sophisticated, beautiful weaving. (And you see why I can’t keep up – you stimulate me with too many interesting ideas and I can’t just click „like“ and go away!).

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    1. pflanzwas sagt:

      When I was making the apprenticeship me and my fellow weavers saw patterns everywhere. When we got in a new car first of all we looked at the cloth, not the car ;-) It is true, I love cloth and I like touching it very much. It is a wonderful feeling and of course there is admiration, if it is something special. And there are so many nice and beautiful textiles around the world! – It is another interesting subject: the effect of yarn and patterns. You can even create pieces that crinkle or shrink or whatever. I could have written pages, but I think I would have lost most of the readers on page 15 ;-)
      Finally: yes, I wove those scarfs several years ago. I still have a very small loom (a kind of table loom), but I didn’t weave for a long long time. Thank you for taking your time Lynn! I appreciate that!

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  7. Faszinierend und schwierig zugleich. Liebe Grüße

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    1. pflanzwas sagt:

      Manches mag etwas schwieriger sein, aber wenn man die Grundlagen versteht, ist es nicht mehr ganz so knifflig. Nur die lassen sich nicht so schnell erläutern. Aber das ist vermutlich vielfach so. Danke für deinen Kommentar Jürgen! LG

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  8. Äusserst faszinierend und ebenso schön!
    VG
    Christa

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  9. gkazakou sagt:

    „Erstaunlich oder?“ Ja! Vor allem, dass du das hier so schön präsentieren kannst. Chapeau!

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Gerda, daß ist / war gar nicht so einfach :-)

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      1. gkazakou sagt:

        Aber es hat sich gelohnt, sicher auch für dich, diese schöne Übersicht geschaffen zu haben. Manches wieder erinnert, manches mit.Fragezeichen, das du irgendwann wirst klären wollen, und schön anzuschauen, immer wieder.

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        1. pflanzwas sagt:

          Ja, tatsächlich. Ich habe mich gefreut und wieder gestaunt, wie schon so oft :-) Irgendwann möchte ich auch mal wieder weben. Danke Gerda!

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  10. Anhora sagt:

    Du bist Weberin? Das ist ja spannend! Nicht dass ich verstanden hätte, wie diese wunderbaren Muster entstehen, aber das muss ich ja nicht. Sie sind auf jeden Fall sehr schön anzuschauen und ich kann mir vorstellen, wie viel Freude es macht, so etwas entstehen lassen zu können. Toll! :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Das finde ich gut und ich denke, daß habe ich gehofft. Es ist schwierig, diesen ganzen Prozess in wenigen Worten ohne Fachausdrücke zu beschreiben, aber ich dachte noch, die Bilder sprechen für sich. Dann hat es geklappt :-) Dankeschön!

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      1. Anhora sagt:

        Auf jeden Fall! Es ist ein außergewöhnlicher Beruf, den ich mir sehr kreativ vorstelle. Das kommt in dem Beitrag auf jeden Fall rüber, danke dass du uns mitgenommen hast auf die Reise in deine Abstellkammer. :-)

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        1. pflanzwas sagt:

          Also heute webe ich nicht mehr, aber ich hoffe, es irgendwann mal wieder zu tun. Es macht viel Spaß und die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt :-)

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          1. Anhora sagt:

            Das glaube ich, und das Ergebnis ist doch großartig – ein handgewebter Schal oder so, das hat ja was. Ich meine: Stricken kann jeder. ;-) Wirklich toll, dass du das kannst. :-)

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            1. pflanzwas sagt:

              Öööh, stricken kann nicht jeder ;-) Aber so ergänzen wir uns ja mit unserer Kreativität. Du konnstest doch Socken stricken oder? Kann ich leider gar nicht, seufz.

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            2. Anhora sagt:

              Im Socken stricken bin ich richtig gut! Wenn du mal ein Paar möchtest – nur sagen. Ich strick dir welche. :-)

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            3. pflanzwas sagt:

              Ach, daß ist ja nett. Vielleicht komme ich mal drauf zurück, vielen Dank! Da bin ich ja voller Bewunderung!

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  11. Ulrike Sokul sagt:

    Liebe Almuth von Musterschülerin,
    das ist eine schöne augenweidige und wissenswerte Einführung in die Webkunst.
    Ich bin beeindruckt und entzückt!
    Jetzt weiß ich doch endlich, wie ich meine Jeans richtig anspreche, nämlich mit Köperbindung.
    Auf dem Trödel kaufte ich einst einige uralte, ganz schlichte weiße Geschirrtücher, die angeblich im Gerstenkornmuster gewebt wurden. Jedenfalls sind das supersaugfähige Geschirrtücher, die ich inzwischen am liebsten benutzte.
    Nachtaktive Grüße von
    Ulrike

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    1. pflanzwas sagt:

      Oh, jetzt schon mit Titel, danke :-) Jaaaa, Geschirrtücher wurden bzw. werden gerne in Gerstenkornbindung gewebt. Ich hätte fast noch ein Muster hier eingefügt, aber es hat alles seine Grenzen ;-) Ich habe vom Flohmarkt noch Geschirrtücher aus Halbleinen, die sind so robust. Schön, daß es bei dir auch solche feinen Stücke im Haushalt gibt :-) Verwobene Grüße von hier
      Almuth

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      1. Ulrike Sokul sagt:

        Ich habe auch einen Sinn für Stoffhaptik und habe mir diese Tücher damals gekauft, weil sie sich so schön griffig anfühlen und das für 1 € das Stück – das war ein gutes Schnäppchen! :-)
        Windige Grüße von mir zu Dir

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        1. pflanzwas sagt:

          Das war wirklich ein Schnäppchen! Neu wären diese schönen Tücher sehr teuer. Ich finde es schön, daß sie so haltbar sind und Generationen überdauern. Stoffschmeichlerische Grüße von mir zu dir :-)

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  12. Centi von Centi bastelt sagt:

    Die Musterstücke könnte man ja rahmen und an die Wand hängen, so hübsch, wie die sind!
    Also – allerspätestens bei der Waffelbindung bin ich raus. Ich hab mal im TV gesehen, wie ein Webstuhl „eingerichtet“ (ich weiß nicht, ob dass das richtige Wort ist) werden muss, bevor man überhaupt mit dem Weben anfangen kann. Ich habe noch selten so fasziniert so wenig verstanden. :D
    Ein schönes, aber äußerst kompliziertes Handwerk!
    LG
    Centi

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    1. pflanzwas sagt:

      Das Wort einrichten ist richtig, daß hast du dir gut gemerkt. Ursprünglich wollte ich sogar etwas über dieses Einrichten schreiben, aber das hätte schnell den Rahmen gesprengt. Aber es stimmt schon, bevor man mit dem Weben anfangen kann, vergehen etliche Stunden mit Vorbereitungen. Je nach Aufwand, Gewebe und Webstuhl können das zwischen 4 und 10 Stunden sein. Nachbearbeitung nicht mitgerechnet ;-) Und das Weben dauert dann auch noch seine Zeit. Wirklich schön, aber irre aufwendig! LG Almuth

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  13. naturfund.de sagt:

    Wieder ein sehr interessanter Einblick in deine kreativen Grundlagen, die für mich so ganz neu und faszinierend sind. Eine Ausbildung zur Handweberin, wie bist du dazu gekommen? Es liest sich ebenso anregend, wie die Bilder meinen Blick etwas genauer hinschauen lassen bei den Textilien um mich rum und bei der Auswahl eines Kissens und einer Decke, die schon etwas länger in meinem Kopf rumschwirren.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich wollte nach der Schule etwas praktisches machen, etwas handwerkliches. Ich hatte nach den unterschiedlichsten Lehrstellen Ausschau gehalten und irgendwann bin ich dann auf die Handweberei gekommen. Ist schon eine schöne Sache, nur davon zu leben ist schwierig. Irgendwann möchte ich mal wieder was machen. Ja, der Blick verändert sich, wenn man sich damit näher befaßt. Als ich noch in Ausbildung war, hatten ich und meine Kolleginnen nur noch Blicke für Gewebe. Wenn wir in ein neues Auto einstiegen, haben wir die Bezüge bewundert, nicht das Auto ;-)

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      1. naturfund.de sagt:

        Oh das kann ich gut nachvollziehen. Man wird ja immer sehr beeinflusst durch die Dinge, mit denen man sich intensiv auseinandersetzt, erst recht wenn sie auch noch die Sinne so anregen :-) Es ist schade, dass man von so vielen Handwerken nicht mehr leben kann und immer mehr verschwindet und nebenbei findet sich nicht immer Zeit und Muße. Du bist ja aber beruflich im Kreativen geblieben, wenn ich das richtig vermute. Nebenbei ja sowieso bei all den kreativen Ergüssen, mit denen du uns überraschst. So, jetzt habe ich für heute leider keine Zeit mehr. Hab noch einen schönen Abend!

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  14. Entschuligung, aber das weckt Erinnerungen an einemn Markt in Bangkok. Dort war ich 2001.
    Dieser Textilmarkt mit den unglaublichsten Geweben, Strukturen, Farben schlug sogar Mexiko, das ich 96 besucht hatte.
    Es war sogar so, daß ich fast irre wurde.
    So was kann man kaum verkraften. Man wird regelrecht erschlagen, so schöm war das alles.
    Ich habe nur 2 kleinere Tischsets mitgenommen, mein Koffer war ja ohnehin gefüllt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das glaube ich dir gerne Gerhard. Da gibt es bestimmt wunderschöne Stoffe, ebenso in Mexiko. Ich glaube, da wäre ich auch durchgedreht ;-) Ich mag auch diese vielen bunten Kreationen aus diesen Ländern. Bei uns überwiegt ja grau ;-)

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      1. Vergleichsweise ja.
        Vor 30 Jahren lernte ich Missoni kennen, eine italienische Marke. Da kombiniert man sehr gewagt. Da habe ich nur gestaunt, was so geht.

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        1. pflanzwas sagt:

          Oh ja, Zickzack :-) Die haben auch tolle Sachen gemacht.

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          1. Hab mir damals eine schweineteure Weste gekauft.

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            1. pflanzwas sagt:

              Gibts die noch?

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            2. Selbstverfreilich!

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            3. pflanzwas sagt:

              ..und sie wird noch getragen :-) ?

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            4. Ich habe zugenommen…
              Ich trug die höchst selten – zu besonderen Anlässen. Aber sie ist immer noch tip top.

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  15. Jetzt habe ich das nochmal gelesen.
    Eine eigene Welt!
    Danke dafür!
    Super, daß Du das uns alle anschaulich dargelegt hast.

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Gerhard. Ursprünglich wollte ich darüber schreiben, wie man einen Webstuhl einrichtet, aber das hätte den Rahmen endgültig gesprengt. Das hier war schon schwierig, zumal man beim Weben nur schwer ohne Fachausdrücke klarkommt. Aber ich freue mich schon, wenn die Muster eine Andeutung hinterlassen :-)

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      1. Mehr kann es nicht sein.
        Ein Experte sollte in der Lage sein, diese Dinge so darzustellen, daß auch ein Laie Gewinn davon hat.

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        1. pflanzwas sagt:

          Das sehe ich eigentlich genauso, aber hier ist es wirklich sehr schwierig, es mit einfachen Worten zu beschreiben. Bzw. man muß dann noch weiter ausholen, um es irgendwie rüberzubringen. Am Objekt ist sowas immer leichter. Aber wem sag ich das. Bei manchen Glasuren oder Techniken wird es bei dir bestimmt auch knifflig :-)

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          1. Eher ist es bei mir beim Schach so.
            Gestern sagte ich zu meiner Frau:
            „Diese Stellung verträgt keinen Hauch“.
            Eine solche Bemerkung hatte einst ein Freund von mir gebraucht.
            Soll heissen: Die Stellung kann man auf 1001 Weise falsch behandeln. Manche Behandlung unterscheidet sich nur um einen Hauch von der wohl einzig richtigen Behandlung.
            Jedenfalls verstand meine Frau diese Phrase nicht. Ich erklärte es ihr so wie hier jetzt.

            Es ist jedenfalls gut, daß Du nicht zu weit ausgeholt hast. So entsteht gleich eine Überforderung :-)

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            1. pflanzwas sagt:

              Das ist ja ein putziger Ausdruck. Habe ich noch nie gehört und für sich genommen hätte ich ihn nicht verstanden. Er gefällt mir! – Ja, ich denke auch, das es zu viel geworden wäre. Das hier sprengt schon fast den Rahmen, auf der anderen Seite gibt es immer ein paar Menschen, die sich ein wenig damit auskennen und damit etwas anfangen können. Für die anderen bleiben die Bilder.

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  16. Feminine frills sagt:

    Wow!! Ich will sowas auch können 🤯😊

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    1. pflanzwas sagt:

      Da gibt es sicherlich Möglichkeiten :-) Wobei man für manche dieser Muster schon Ausrüstungen braucht, die nicht jeder Webstuhl mitbringt. Schön, daß es dich erfreut :-)

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  17. Wow, toll. So weit bin ich auf dem kleinen Schulwebrahmen nicht gekommen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Hihi, nee, auf dem kommt man auch nicht so weit, wobei sicher mehr möglich ist, als man denkt. Meine Großmutter hat auf so etwas besseren Tischwebrahmen hübsche kleine Teppeiche gewebt.

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      1. Toll, weben finde ich sehr interessant. Aber irgendwie kann man nicht alles machen. Stricken und spinnen reicht mir meist.

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        1. pflanzwas sagt:

          Spinnen ist auch toll. So entspannend! Leider habe ich kein Spinnrad. Du? Mir hat es jedenfalls mal viel Spaß gemacht. Stricken ist ja für mich eher ein Rätsel mit 7 Siegeln ;-)

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          1. Ich habe ein Spinnrad. Ich benutze es nicht mehr so oft, aber wenn macht es Riesenspaß. Dafür stelle ich mich beim Häkeln blöd an. 😉

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            1. pflanzwas sagt:

              Haha, häkeln ist wieder mehr meins. Mir scheint, da gehen unsere Hirnwindungen nicht allzu konform ;-)

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            2. Das ist ja witzig! Ich bin beim Häkeln immer zu doof, die Maschen richtig zu erkennen, meine Teile werden dann immer breiter oder schmaler. Beim Stricken hat man alle Maschen auf der Nadel, da nimmt man nicht so leicht versehentlich zu oder ab.

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            3. pflanzwas sagt:

              Ich sehe, wir verstehen uns ;-)

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