Zimmerreise im Februar mit D wie Drei ???

Ich gebs zu, mir fehlen zur Zeit ein wenig die Ideen für Geschichten mit D oder E, die für diesen Monat der Zimmerreisen vorgegeben sind. Vermutlich finde ich sie reihenweise, wenn wir beim Buchstaben F angekommen sind ;-) Aus diesem Grund strecke ich das D hier ein bißchen.

Wenn ich meine Kisten mit Hörspielen und Hörbüchern durchsuche, lande ich schnell bei den Drei ???, einer Jugendbuch-Krimireihe, die ursprünglich von Robert Arthur geschaffen und unter dem Namen Alfred Hitchcocks veröffentlich wurde (der hatte zwar nie etwas mit den Geschichten zu tun, kommt darin aber vor). Schon in meiner Jugend hörte ich die Kassetten (wenn noch jemand weiß, was das ist ;-), obwohl ich meine eigene Sammlung erst in meinen 20ern ausgebaut habe. Als ich nach Hannover zog, entdeckte ich den Flohmarkt am Hohen Ufer und dort auch einige Verkäufer alter Hörspielkassetten, davon viele Serien meiner Kindheit.

Tschuldigung, zum Entstauben war keine Zeit ;-)

Meine allererste Hörspielkassette bekam ich von einer Mitschülerin aus der Grundschule zum Geburtstag geschenkt. Da besaß ich noch nicht mal einen eigenen Kassettenrekorder. Ich mußte noch ein kleines Weilchen warten, bis ich den alten Rekorder meines Bruders erbte und sie mir endlich anhören konnte. Es war „Das Wirtshaus im Spessart“. Ich hörte sie so oft, schließlich besaß ich nur die eine, bis ich den Text irgendwann fast mitsprechen konnte. Ich erinnere mich noch heute an den Satz „..und er sprach mit „Munter“, seinem Hund…“ Viele Jahre später habe ich die Ecken mit Tesafilm abgeklebt und die Kassette mit Musik überspielt, aber das ist ein anderes Thema.

Ich kann nicht mehr ganz genau sagen, wie es weiterging. Ich lieh mir des öfteren Kassetten von meiner Freundin und im Laufe der Jahre kaufte ich mir die eine oder andere von meinem Taschengeld. In dieser Zeit entwickelte sich jedenfalls mein Faible für Hörspiele, für gute Sprecher, gute Stimmen. Ich erinnere mich, daß ich oft mit meiner Freundin zusammen gemalt habe und wir lauschten dem Kinderprogramm im Radio (gibts das eigentlich noch?). Es war gemütlich und machte Spaß und irgendwie war es auch inspirierend für uns.

Inzwischen ist die Hörspiel / Hörbuchproduktion immens ausgebaut worden. Von der heutigen Vielfalt konnte man früher nur träumen! Ich bin dabei ein ziemlicher Stimmengourmet geworden. Manchmal höre ich lieber schlechte Geschichten mit guten Sprechern, als gute Geschichten mit schlechten Stimmen ;-) Nein, nicht wirklich. Am liebsten höre ich gute Geschichten mit guten Sprechern. In meinem Elternhaus lief für gewöhnlich Sonntag morgens das Radio. Ich glaube, daß Programm hieß „Zwischen Hamburg und Haiti“ und es scheint immer noch zu laufen.

Die Drei Fragezeichen höre ich heute noch gerne zum Einschlafen. Im Gegensatz zu klassischen Geschichten, die ich auch mag, weiß ich, wie sie ausgehen und daß ich nichts verpasse. Wenn ich ein Hörbuch höre und einschlafe dauert es ewig, bis ich die Geschichte bis zum Ende verfolgen kann. So etwas höre ich dann lieber tagsüber.

Lustigerweise gabs vor vielen Jahren mal eine Umfrage durch die Hörspielproduktionsfirma, bei der auch die Drei ??? produziert werden, wer ihre Produkte hört. Überraschenderweise stellte sich heraus, daß die Hörer kaum Kinder, sondern überwiegend Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren sind. Es waren die Erwachsenen, die die Hörspiele aus ihrer Kindheit kannten, und sich die Geschichten ins Erwachsenenalter hinüber gerettet hatten. Vertraute Stimmen und Geschichten, die eine beruhigende Wirkung haben und gerne zum Einschlafen gehört werden :-)

Genau wie die Hörer, haben auch die Sprecher weitergemacht. Die Drei Fragezeichen werden immer noch produziert (seit 40 Jahren sind die drei Originalsprecher dabei!), inzwischen gehen sie sogar mit Livehörspielen auf Tour und füllen ganze Arenen. Früher traute man sich kaum zuzugeben, daß man noch Kinderkassetten hört, bis man irgendwann feststellte, daß die Freunde es auch tun. Inzwischen sind sogar die Partner infiziert, die damit gar nicht aufgewachsen sind.

Wie man auf den Fotos sieht, sind die Kassetten inzwischen von CDs bzw. von MP3s abgelöst worden, aber daß tut dem Charme der Geschichten keinen Abbruch. Mal sehen, ob ich sie in 30 Jahren immer noch höre ;-)

34 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Die sollen ja Kult sein, soweit ich das mitbekommen habe.
    Zu Hörspielen habe ich aber sonst keinen grossen Bezug, weil ich tatsächlich weniger geduldig bin, mir etwas anzuhören, das mir nicht hundertprozentig zusagt, als ich es beim TV wäre.

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    1. pflanzwas sagt:

      Dabei gibt es so tolle Produktionen! Und wenn ein Sprecher richtig richtig gut ist, kann er 20 verschiedene Stimmen so gut rüberbringen, als wären 20 Sprecher beteiligt. Es ist ähnlich wie mit dem Lesen. Man muß sich drauf einlassen.

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      1. discovering sagt:

        Die Drei ??? kenne ich leider nicht aus meiner Kindheit. Aber das Wirtshaus im Spessart hatten wir als Langspielplatte!! :-)

        Und Kinderprogramm im Radio gibt es noch:
        https://www.kakadu.de/.

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        1. pflanzwas sagt:

          Dann weißt du ja, wovon ich rede, falls du die Platte auch über Gebühr gehört haben solltest ;-) Danke für den Tip. Ich muß mal gucken, auf welchem Kanal das läuft! Das dürfte heute ganz schön anders sein :-)

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  2. Co.Rona sagt:

    Meine Jüngste hat die auch als CDs. Es gibt noch Kinder, die sich das heute anhören. In ihrer Klasse ist ein Junge, er ist totaler Fan davon.

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    1. pflanzwas sagt:

      Die frühen Geschichten waren zum Teil richtig gut gemacht und es gibt auch was zum Lachen. Bei den Livehörspielen sieht man meist 2 Generationen, Eltern mit ihren Kindern :-) Echt witzig!

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      1. Co.Rona sagt:

        Mich haben die Fragezeichen nie interessiert. 😅

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            1. pflanzwas sagt:

              DAS hat mich nicht interessiert ;-)

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            2. pflanzwas sagt:

              Na, was soll das denn heißen ;-)

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            3. Co.Rona sagt:

              Nix, nur so 😂

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            4. pflanzwas sagt:

              Wir haben doch bestimmt irgendwo einen gemeinsamen Nenner :-) Ach ja, Handpan!

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            5. Co.Rona sagt:

              Jaaa 😂 Spiele immer mal fleißig, aber bis jetzt immer nur intuitiv. Zum Üben schaffe ich es im Moment nicht. Der Job schlaucht zur Zeit und bin immer schlagkaputt. Vielleicht liegt’s auch am Wetter, dass ich so schnell kaputt bin.
              Aber die Handpan entspannt wunderbar.

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            6. pflanzwas sagt:

              Naja, da ist ja noch deine Schwester, daß beschäftigt dich sicherlich auch und zieht Energie. Intuitiv klingt gut und wenn sie entspannt, ist doch klasse!!! Vielleicht höre ich mir das nachher noch an :-)

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            7. Co.Rona sagt:

              Das auch, aber ich versuche da zuversichtlich zu bleiben und hoffe darauf, dass sie es durchsteht.
              Hab zwar wieder was neues aufgenommen, aber bin noch unsicher, ob ich das poste. Man hört noch die kleinen Patzer heraus. 🥴

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            8. pflanzwas sagt:

              Das ist gut! Hab schon bei ihr gelesen, daß es voran geht.
              Och, die allerersten Versuche waren doch gut. Mir hats gefallen und die Töne sind so wohltuend :-)

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            9. Co.Rona sagt:

              Ich hoffe, das es weiter so geht. Am Freitag steht die nächste Chemo an.
              Ja? Okay, vielleicht stelle ich was ein zum Lauschen. Wenn’s doof wird, kann man ja einfach ausschalten 😅

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            10. pflanzwas sagt:

              Janz jenau :-) Geht mir mit meinen Sachen auch immer mal so. Ist das zu lapidar, soll ich das jetzt zeigen? Aber jeder mag was anderes und wen es nicht interessiert, der muß es nicht angucken :-)

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            11. Co.Rona sagt:

              Und unsere Felda Horn dürfen wir nicht vergessen 😂

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            12. pflanzwas sagt:

              Genau, unser Großprojekt. Wie sind die Kurse an der Börse by the way ;-)

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  3. Anhora sagt:

    Das ist eine liebevolle Hommage! :-)
    Die Drei ??? habe ich nie gelesen oder gehört, aber meine Kinder. Daher kenne ich sie zumindest „von außen“ auch. Ich müsste mal nachfragen, ob sie auch noch das eine oder andere Exemplar besitzen. Ich selbst habe keine Überbleibsel aus meiner Kindheit. Die letzten Karl-May-Bücher hab ich vor ein paar Monaten weggegeben. Kein Platz.

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke dir! Du hast kein einziges, neckisches Kinderbuch mehr? So ganz alte habe ich auch wenige. Die Hasenschule zum Beispiel, allerliebst. Einige Kinderbücher habe ich mir erst als Erwachsene gekauft. Es gibt so schöne heute!

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      1. Anhora sagt:

        Ich bin zu oft umgezogen. Solange es in größere Wohnungen/Häuser war, nahm ich alles mit. Aber die letzten 20 Jahre wurden die Wohnungen immer kleiner, und in der kleinsten sitze ich jetzt. Ich habe einfach keinen Platz für sowas.
        Aber für meine Kinder habe ich viel aufgehoben und es ihnen irgendwann gegeben. Allerdings konnten nicht alle etwas damit anfangen. 😉

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        1. pflanzwas sagt:

          Das kenne ich auch. Was meine Mutter für wertvoll hielt, war nicht unbedingt meins. Bei jedem schwingen andere Erinnerungen mit. Ein oder zwei Lieblingsbücher gehen bei mir immer mit. Muß ;-)

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  4. Ule Rolff sagt:

    Toll, deine Zimmerreise, die weit über die Drei ??? hinausführt!
    Diese Bücher/Kassetten waren zwar nie mein Programm, aber „von außen“ kenne ich sie natürlich.
    Wie witzig, dass in deiner Kindheit auch „Zwischen Hamburg und Haiti“ gehört wurde – damit bin ich auch auf gewachsen. Und DIE Radiostimme meiner Kindheit war Eduard Marks.

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    1. pflanzwas sagt:

      Eduard Marks sagt mir jetzt erst mal nichts. Es gibt so viele tolle Stimmen und bei den entsprechenden Geschichten oder Reportagen kann ich dann mental bestens mitreisen :-) Das ist ein wahrer Genuß und überhaupt höre ich gerne auf die Art zu.

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      1. Ule Rolff sagt:

        E.Marks war der Märchenonkel des NDR, aber auch Hörspielsprecher und Schauspieler. Er ist in den 80er Jahren gestorben.

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        1. pflanzwas sagt:

          Vielleicht findet sich ja noch was. Ich gucke mal.

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  5. Blaue Feder sagt:

    Eine tolle Zimmerreise! Mich haben die Fünf Freunde begeistert von Enid Blyton. Mit Ihnen habe ich tolle Abenteuer erlebt. Die Casetten haben nicht überlebt, aber eines meiner Lieblingsbücher Der Zauberwald, auch von Enid Blyto, wird gehütet wie mein Augenschatz. Danke für die schöne Erinnerungen-Reise.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ist ja lustig, die habe ich früher auch gehört :-) So teilt man doch manche Erfahrung. Gelesen habe ich Enid Blyton auch gerne. Es waren schöne Kinderbücher.

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