Neu: Eine Holzkeulenverwandte

Hurraaa, eine neue Holzkeule ist da!

Hannovers Stadtwald, die Eilenriede, hat einen Naturwald-Teil. Dort wird möglichst wenig weggeräumt, der Wald weitestgehend sich selbst überlassen. In diesem Teil bin ich nicht ganz so häufig unterwegs. Totholz liegt auch in den anderen Waldabschnitten vielfach rum. Heute war ich also wieder einmal da (und Weihnachts- und Coronabedingt nicht nur ich ;-). Jeden sonnigen Moment nutze ich zur Zeit, nach den Pilzen zu sehen.

Wie so oft krieche ich um das Totholz herum, hocke zwischen Stämmen und Moosen im Laub und gucke, was sich meiner Kamera offenbart. Plötzlich sehe ich das hier vor mir: Holzkeulen! Juhu, und zwar welche, die ich noch nicht kenne. Bislang kannte ich nur die Geweihförmige Holzkeule. Eine ähnliche Art sah ich auf Fotos und nun hatte ich das Glück, sie selbst zu finden. Natürlich gibt es wieder mehrere Arten, die sich ähneln und schwer zu unterscheiden sind – wie sollte es anders sein.

Ich tippe auf die Langstielige Ahorn-Holzkeule Xylaria longipes. Aber auch wenn es diese Art nicht ist, eine Holzkeule ist es auf jeden Fall. Sieht doch wirklich so aus oder?!

Kaum sah ich diese kleine Gruppe und hüpfte aufgeregt mit der Kamera drumherum, entdeckte ich noch mehr. Etwas später, bei einem weiteren großen toten Baum ploppten noch mehr auf. An allen möglichen und unmöglichen Stellen fand ich welche. Verrückt!

Ich finde sie ja zu putzig, deshalb mußte ich gleich ein paar Bilder mehr machen. Lustigerweise waren überall Springschwänze unterwegs. Vor allen Dingen die kleinen Kugelspringer Dicyrtomina ornata, die so niedlich aussehen. Der kleine Punkt ist einer, daneben, daß weiße, müßte auch ein Tierchen sein.

Wie erwähnt, wachsen sie an allen möglichen und unmöglichen Orten:

Die hier sehen aus, als müßten sie die Waldhelfer geben und die Zweige stützen.

Der hier scheint sich unter einer Efeupalme wohl zu fühlen :-)

Wie ein Publikum, daß auf die nächste Vorstellung wartet….

Die Holzkeulen wachsen auf abgestorbenen Ästen und Stämmen und sind an der Zersetzung beteiligt, wenn auch nur in geringem Maße. Sie sollen neben Ahorn auch Eiche, Eberesche, Buche und Hainbuche besiedeln.

I found new fungi, yeah :-) In our town forest Eilenriede I was in a part which is nature-orientated. Deadwood won’t be removed, trees are allowed to die and decompose. The forester don’t do much here. I was creeping around as usual, scrutinizing dead branches and moss and suddenly I found these funny fungi: Xylaria! Don’t they look strange? Funny thing was, while I was jumping around my findings, I found more and more of this kind. They grew in some special places as you can see. They take part in the decomposition of dead material. I am always happy, when I see something new :-)

 

41 Kommentare Gib deinen ab

  1. Was Du nicht alles entdeckst und was es bei Dir auf dem Blog alles zu entdecken gibt! Wahnsinn. Holzkeulen kannte ich bisher nicht. Ich Natur-Banausin hätte wohl gedacht, das es versteinerte Nackschnecken sind, von denen ich eine ganze Horde hier auf der dritten Etage habe. Was die hier wollen, ist eine ganz andere Geschichte … aber zurück zu Deinem Fund: Diese Holzkeulen wirken wie die Stonehenge unter den Pilzen. ;-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Du hast aber auch immer gute Ideen! Stonehenge unter den Pilzen, daß paßt wieder so gut! Sie sehen zu merkwürdig aus. Die Geweihförmigen Holzkeulen, die ich hier schon öfter gezeigt habe, sind nicht weniger erstaunlich :-) – Nacktschnecken im dritten Stock? Das hatte ich auch noch nie hier oben. Was baust du an, Salat?

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      1. Tja, ich besitze zwar keinen grünen Daumen, aber dafür eine blühende Phantasie. ;-) So kommen dann Wortkreationen zusammen. Hab‘ mich im Netz mal weiter über die Holzkeulen informiert. Schon faszinierend, was es alles gibt. Aber sehr viel Versetzungsarbeit leisten sie wohl nicht wirklich. Also doch eher Dekoelemente zum hinpilgern und fotografieren. :-)
        Was die Nacktschnecken hier wollen, ist mir ein Rätsel. Wenn die Fenster bei gutem Wetter auch nachts gekippt sind, finde ich sie morgens dann überall in der Wohnung: Im Bett, in der Kloschüssel, an der Wohnzimmerwand. Keine Ahnung was die in der Wohnung wollen. Habe mittlerweile Fliegengitter vor den Fenstern. 😉

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        1. pflanzwas sagt:

          Ja, dekorativ herumstehen können sie. Wahrscheinlich wollen sie nur auf die Umgebung aufmerksam machen, damit die Menschen mal das eine oder andere wahrnehmen. Für mich sehen sie sowieso immer so aus, als würden sie winken ;-)

          Das mit den Nacktschnecken ist ja obskur! Im Sommer hätte ich das noch nachvollziehen können, als es so trocken war. Da hat so manches Tier oder Insekt bestimmt nach Wasser gesucht. Das die überhaupt so weit oben unterwegs sind, wundert mich. Hat die Hauswand Algen oder was?? Tja, nicht nur hier im Wald gibt es seltsame Dinge :-)

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          1. Na, Du hast sie ja wahrgenommen und teilst es mit uns. Was will ein Holzkeulenherz mehr? ;-)
            Was die Nacktschnecken im Neubau suchen, ist merkwürdig. Sie wandern sogar noch weiter rauf aufs Flachdach. Vielleicht ist da etwas, was sie anzieht und einige verirren sich dann noch auf dem Weg nach oben in meine Wohnung.

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            1. pflanzwas sagt:

              Ich sag nur: Fas-zi-nie-rend :-)

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  2. Einmal gesehen, neu entdeckt, – und schon sind da ganz viele der Art. Das ist fast wie Zauberei. Oder kommt hier das Gesetz der Anziehung der Gleichart zum Ausdruck?

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich glaube, es ist das Gesetz der Anziehung ;-) Wirklich erstaunlich, wofür man vorher fast blind war und dann mitten im Pilzwald steht.

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      1. Ja, man sagt auch: die Pilze schießen aus dem Boden. Sie sind ja durch feine Fäden verbunden, und blitzschnell funktioniert bei ihnen wohl der Funkverkehr. Einer weiß Bescheid, und schon wissen es alle und sind plötzlich da. So ähnlich. Kann aber auch sein, daß man/frau in den Pilzwald „geführt“ wurde von den Wichteln.

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  3. Nati sagt:

    Bei meinem letzten Waldspaziergang habe ich bewusst darauf geachtet aber keine entdecken können. Schade eigentlich.

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    1. pflanzwas sagt:

      Die Geweihförmigen Holzkeulen sieht man eher mal finde ich. Oft auch etwas abseits der Wege und wo das tote Holz jetzt nass ist, wachsen sie auch gerade ganz gut. Sie sind ja auch nicht besonders auffällig mit ihren dünnen Körpern.

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      1. Nati sagt:

        Vielleicht beim nächsten Mal.

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        1. pflanzwas sagt:

          Irgendwann ist es soweit. Wünschen, dran denken und irgendwann stehen sie vor dir :-)

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            1. pflanzwas sagt:

              Ging ja schnell ;-)

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            2. Nati sagt:

              Nicht wirklich. 😉🙈

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  4. Das ist ja wieder eine Entdeckung und in schwarz sieht man die nicht so gut wie die hellen. Du hast schon einen Blick für kleine, spezielle Pilze. Wow.

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    1. pflanzwas sagt:

      ..nur weil ich mit der Nase über dem Totholz hänge ;-)

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  5. puzzleblume sagt:

    Wieder so eine abenteuerliche Pilz- und Daseinsform! Die sehen so gar nicht nach Bilderbuch und Wichteln aus.

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    1. pflanzwas sagt:

      Hattest du nicht mal die Vielgestaltige Holzkeule im Garten? Alles so obskur. Nee, nach Wichteln sehen die nicht aus. Eher nach Familie Feuerstein ;-)

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      1. puzzleblume sagt:

        Richtig. Am Wurzelbereich der Eiche hat sie sich angesiedelt.

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        1. pflanzwas sagt:

          …und die sah richtig schräg aus!!!!

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          1. puzzleblume sagt:

            Auf Englisch °Dead Man’s Fingers“ – geisterbahnmässig.

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            1. pflanzwas sagt:

              Absolut! Dagegen sind diese hier geradezu hübsch …

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  6. gkazakou sagt:

    Da sag ich nur O la la!!

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    1. pflanzwas sagt:

      Haha, ja, auch das paßt :-)

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  7. Co.Rona sagt:

    Was es nicht alles gibt. Bei dir lernt man wirklich immer wieder neu hinzu.
    Und ich seh dich im wahrsten Sinne des Wortes, bildlich vor mir, wie du im Unterholz da rumkriechst. 😂 Als Spaziergängerin würde ich mich wohl erschrecken, wenn plötzlich eine Frau da durch die Büsche krabbelt. 🤣

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich wollte noch anmerken, was die Spaziergänger wohl von mir denken, aber da ich dann immer demonstrativ mit meiner Kamera wedle, werden sie wohl nicht ganz so „verstört“ sein ;-) Bislang hat sich auch noch niemand erschrocken, nur die Hunde interessieren sich für mich, haha.

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  8. bluebrightly sagt:

    That’s a new one to me, too, and it sure is strange! I know what it’s like to discover something and then see it again and again, because your eyes and brain learned to see it. Very cool. This little guy finds funny places to hide. We have a similar one (maybe the same?) called Dead man’s fingers that I may have seen once, long ago, but I’m not sure.

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    1. pflanzwas sagt:

      Dead man’s fingers, funny name – another blogger had that kind in her garden and they looked really weird, stranger than everything I knew so far ;-) These „finger-fungi“ are hard to determine, but I suppose this is a different kind, maybe Xylaria longipes. I really sat in a whole „meadow“ of them, crazy :-)

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      1. bluebrightly sagt:

        Are they hollow insde, and do you think the open up on top to spread their spores?

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        1. pflanzwas sagt:

          No, as far as I know they are not hollow and I am not sure, where they spread their spores. On one picture or another in the web it looks as if they open up on top??

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          1. bluebrightly sagt:

            It does, doesn’t it? I hope you can investigate them more!

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            1. pflanzwas sagt:

              Now I take pictures from the places I find special fungi. I think I can find these easily, others not. I don’t know how fast they grow, but I think I will go back there some time. It is in a different part of the forest. I don’t go there too often, but maybe I should after these findings :-)

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          2. bluebrightly sagt:

            And on your smartphone, you can get a GPS app that will give you the coordinates for wherever you are. It’s probably not as precise as taking a photo of the location but it can be fun. I found the coordinates for the oldest Seaside juniper (those unusual junipers that I did a „Just One“ post about) in Washington Park, where there are hundreds of them. A botanist who studied the species published the information in a paper. I was able to find the tree using a GPS app – it was fun! I know what you’re thinking – those trees are a lot less ephemeral than mushrooms! True. ;-)

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            1. pflanzwas sagt:

              That is fun to find one special juniper tree in a whole wood or whatever, wow. You were lucky. It sounds like a diary from a discoverer :-) You are right, one has to be faster with mushrooms ;-)

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  9. naturfund.de sagt:

    Ja, aber wirklich Hurra!! Und dann gleich so viele. Vielleicht bringst du mir, wie so häufig, Glück, denn bisher halte ich erfolglos Ausschau nach anderen Holzkeulen. Hab einen schönen Tag!

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    1. pflanzwas sagt:

      Also ich bin mir fast sicher, daß du in Kürze welche finden wirst :-) Wie beschrieben war ich im Naturwaldteil (muß ja nix heißen), aber vielleicht war das Holz schon besonders alt und nass. Ich dachte noch, ich würde gerne was Neues sehen und dann das. Daß ich dann geradezu in einem Feld davon sitze, schräg! Dir wünsche ich einen Guten Rutsch, komm gut rüber :-)

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      1. naturfund.de sagt:

        Ich werde berichten, wenn das Pilzglück zugeschlagen hat :-) Dank dir und hab du auch ein schönes Silvester und einen guten Rutsch. Ich wünsche dir einen guten und glücklichen Start in 2021.

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