Kleine Waldwesen

Übersehen und unterschätzt

Noch mal innerhalb einer Woche sind mir die Geweihförmigen Holzkeulen Xylaria hypoxylon begegnet. Entlang eines Stammes aus totem Holz sehen sie aus wie eine Wandergruppe kleiner Gestalten auf dem Weg zum Berggipfel. Kinder sind auch dabei und alle scheinen sich bestens zu unterhalten. Oder seht ihr was anderes?

Noch eine Gruppe.

Und auch noch mal die Zungenförmigen (?) Hörnlinge Calocera glossoides. Die scheinen mir aber nicht zu wandern, sondern irgendwo anzustehen. So wie das heute so üblich ist. Jetzt auch schon im Wald ;-)

Bei den Moosen werden Familienbande gefestigt. Vielleicht spielen sie gerade Tauziehen?

Das es so kleine Pilze gibt, erstaunlich oder? Wahrscheinlich ruht der Rest der Pilzgesellschaft noch und der hier steckt schon mal seinen Kopf raus, ob das Wetter zum Wachsen einlädt.

So hübsch sind sie alle. Diese hier scheinen fast ein wenig transparent zu sein. Wenn man sie von unten beleuchten würde, sähen sie bestimmt wie kleine Lampen aus :-)

Es gibt aber auch Pilze, die alleine unterwegs sind. Der hier posiert für das Foto :-)

Im Hintergrund sieht man diese „Haare“ hier. Sind es nun Tierhaare oder Pilze? Ich sehe sowas immer wieder einmal. Irgendwie kann ich nicht recht glauben, daß es Tierhaare sind. Hm.

Die kleinen zarten Wesen hier, die tragen so viel zum Leben im Wald bei. Sie sind auf den ersten Blick ein bißchen unscheinbar, dabei dürfte ihr  Pilzgeflecht unter der Erde recht beträchtlich sein. Und obwohl sie so klein sind, sind sie an der ganz großen Zersetzung beteiligt. Man sollte sie nicht unterschätzen :-)

Again I found Xylaria hypoxylon, these little „creatures“ on the first pictures, that look as if they are hiking, children inclusive. They seem to have a lot of fun and enjoy themselves or do you see something else ;-) These little yellow fellows Calocera glossoides seem to be standing in a row. A very usual sight these days, right? Also with the moss I can see a family playing tug-of-war or is it only cobwebs between some seeds?

On the next picture is a very very tiny mushroom. Unbelievable how small it is. I suppose the rest of his group still rests beneath the leaves. This curious one already wants to see, if it is time for growing ;-) Some fungi are on their own, others still in groups. We hardly notice them, but they are often quite important. Probably their mycelia takes big parts under the earth, bigger than we can imagine. And although they are so small, they are big partners in decomposing. We shouldn’t underestimate them :-)

17 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ulli sagt:

    Ich denke spintan an das kleine Volk. Ein Volk, das zersetzt und umwandelt. Vorsicht ist also geboten bei jedem Schritt 😉
    Liebe Grüße
    Ulli

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    1. pflanzwas sagt:

      Das könnte schwierig werden, d.h. es ist schon schwierig. Wenn ich im Wald im Laub stehe, wimmelt es um mich herum an kleinsten Pilzen und Tierchen. Auf den ersten Blick sieht man das alles gar nicht. Aber was dann umgestoßen wird, wird auch gleich wieder zersetzt. Eigentlich gibt es keinen Tod, nur ewige Umwandlung :-) LG Almuth

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      1. Ulli sagt:

        Wobei wir bei dem Thema der „Transformation“ wären, das mich und andere Zurzeit beschäftigt :) Ich habe gerade den dritten Beitrag dazu vorbereitet, darin heißt es: Wo kein Tod ist, ist keine Angst…
        Liebe Grüße durch die Nacht an dich,
        Ulli

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        1. pflanzwas sagt:

          Da bin ich gespannt! Ich war gerade bei „ohne Dunkelheit kein Licht“. Paßt irgendwie :-) LG und gute Nacht!

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  2. Wonderful findings and photos!

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  3. Wie schön, dass du den Mikroorganismen soviel Aufmerksamkeit schenkst, liebe Almuth!

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    1. pflanzwas sagt:

      Wir sind oft auf Augenhöhe. Naja, fast ;-)

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  4. naturfund.de sagt:

    Schön interpretiert, auch das zarte Moos zwischen den Pilzen ist allerliebst. Die Haare sind interessant. Sind mir so (bewusst) noch nicht untergekommen. Werden sie ja aber jetzt bald, dann rätsle ich mal mit dir mit. Auf dem Bild sieht es aus als kämen sie aus dem Holz. Schonmal dran gezogen? Ich komme so langsam in eine Experimentierphase. Bin heute nochmal los und habe einen Pilz gepiekst, um zu sehen, ob er blutet :-) Spannend!

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich sehe sie tatsächlich öfter, aber du hast Recht, ich könnte sie mal näher untersuchen. Hihi, Pilze pieksen, damit sie bluten? Bist du unter die Pilzvampire gegangen? Na, da bin ich schon neugierig, was du angestellt hast und um welchen Pilz es sich handelt :-)

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      1. naturfund.de sagt:

        Pilzvampire :-) Sehr schön, passt gut zu meinem Titel. Irgendwie gehen die Schleimpilze um, auf die du mich ja letztes Jahr gebracht hast. Ach, es wird nicht langweilig.

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        1. pflanzwas sagt:

          Die Schleimpilze suche ich noch. Ich habe jetzt so gallertartige, die ich noch nicht einordnen kann. Kein Wunder, ich komme nicht zum Suchen ;-)

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          1. naturfund.de sagt:

            Puh, ja das Suchen nervt auch manchmal. So schön es ist, wenn man etwas entdeckt und es dann auch noch bestimmen kann. Aber man kann darüber schon ein wenig irre im Kopf werden. Gallertartig klingt schon mal gut. Da bin ich gespannt.

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            1. pflanzwas sagt:

              Ich freue mich ja, wenn ich bei DIR fündig werde, dann muß ICH nicht mehr suchen :-)

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  5. Die ganz winzigen haben es mir auch immer besonders angetan.

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    1. pflanzwas sagt:

      Irgendwie sind sie rührend :-)

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  6. bluebrightly sagt:

    The idea that the little fungi are hiking makes me smile and it connects to the humor in your post about the class from last year where you transformed the Goya painting. I just see a common theme of reaching up here, in the fungi and the moss spores. I like what you said about the relative sizes of the tiny mushroom and its mycelium, and the importance of them in the big scheme of life on earth. :-)

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