„Pilze auf den Augen“

Eigentlich davor :-)

Als ich neulich im Wald nach den ersten Pilzen Ausschau hielt, entdeckte ich zuerst die kleinen auf einem toten Baumstamm. Ich fotografierte, aus allen Richtungen in alle Richtungen und als ich einen Moment inne hielt und den Kopf hob, sah ich was? DAS hier:

Nur ein paar Meter von mir entfernt, wuchsen diese prächtigen Pilze, ich vermute Seitlinge, direkt vor mir an diesem Baum. Die waren eigentlich nicht zu übersehen, hüstel ;-) Es könnten Austernseitlinge sein. Von denen gibt es eine Sommerform, die auch als Lungenseitling Pleurotus pulmonarius bezeichnet wird, die ohne Frost „Früchte“ ausbildet*. Aber fragt mich nicht, ich rate mich so durch und die Fotos reichen vielleicht nicht für eine genaue Beurteilung. Ich bin nur Pilzentdeckerin ;-)

Dies scheinen mir Kohlenbeeren Hypoxylon zu sein. Die sieht man eigentlich das ganze Jahr, aber auch die scheinen langsam wieder lebendiger zu werden oder mehr zu leuchten. Die Kohlenbeeren zählen zu den Holzkeulenverwandten – daß war hier eine Zeit lang der running gag auf dem Blog, weil ich den Namen dauernd falsch geschrieben habe. Wie habe ich sie genannt, Hirschkeulen???!!! Sie wachsen jedenfalls vielfach auf Totholz oder anderen organischen Materialien.

Vermutlich Kohlenbeeren

Hier mischen sich Gemeine Spaltblättlinge Schizophyllum commune dazu. Auf dem Bild darunter sind sie etwas größer und offener. So richtig offen, wo einem die Lamellen entgegen lachen, habe ich sie noch nie gesehen.

Neben den Spaltblättlingen wuchsen noch andere „Pilzmodelle“. Da habe ich allerdings keine Ahnung, nicht die leiseste, was es sein könnte.

Es geht immer zielstrebig nach oben, bei den Spaltblättlingen :-)

Das hier ist ne Vorschau auf Orangeseitlinge Phyllotopsis nidulans. Hier mußte ich blitzen, weil es an dem Tag zu dunkel war. Die wuchsen letztes Jahr am selben Stamm. Ich finde sie zu hübsch.

So können Sie aussehen, wenn sie aus den Kinderschuhen raus sind ;-) Fotos sind von 2019.

* Ich hoffe, ich schreibe hier nicht den totalen Käse. Klar ist: es sind Pilze :-)

When I have been to the forest I was watching for the first fungi. I saw little mushrooms on deadwood. I took pictures from all directions, but when I stopped I suddenly noticed this tree with all the white mushrooms on it. They were so obvious there, but I didn’t notice them :-)

There were several other fungi, but I am just a kind of „discoverer“, I don’t really know them. I have too less knowledge to eat them, so I keep admiring their beauty :-)

38 Kommentare Gib deinen ab

  1. bluebrightly sagt:

    So much variety already! They have hardly started here – it hasn’t been cool and rainy enough I guess. I think the first ones do look like Oyster mushrooms – the smell is usually helpful. They smell really good, like a slightly sweet or fragrant mushroom scent. I didn’t know about different kinds of Oyster mushrooms – maybe we don’t have them here. I’ll have to look into it. And Coal berries, so interesting. I don’t think I’ve ever seen those. The one that translates into „split leaves“ looks slightly green – cool. It’s very unusual. One phrase translates into „I hope I’m not writing the total cheese here.“ Funny! Explain that one, please! :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      There are many many types of coal berries. You can find them here all year round because they grow on deadwood and the like. The „split leaves“ are white (it was not very light that day, probably a color fault ;-) – We have a saying, if something is strange or stupid, we call it cheese. Don’t ask me why!! So I wasn’t sure about the fungi I hope it is not „cheese“ ;-) I will have to do some research about the cheese ^^

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    2. pflanzwas sagt:

      I found only one explanation: it could be out of a time when milk and cheese were available and plenty. So it may have been used as an expression of contempt, metaphorically speaking. There is another expression with cheese for little children: „Dreikäsehoch=three-cheese-high – I see questionmarks in your face now ;-)

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      1. bluebrightly sagt:

        Yes, question marks on my face, and smiles. Some of these old expressions have meanings that are completely lost, right? We say something is „Cheesy“ if we think it’s corny – wow, there’s another one, corny! I should have said, something is cheesy if it’s very common and without any depth, or really cheap – not well made – etc. Pretty much the same meaning as the German expression. It’s funny that cheese has taken on negative meanings – we certainly do value it!

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        1. pflanzwas sagt:

          Corny, I didn’t know that! Yes, I think it is similar. Corny seems to be a wee bit different, but only a tiny bit ;-) – Yes, it is strange with the cheese. Maybe there is a better explanation. I love these stories about old sayings. Often it is surprising. In between there are books about menaced words here. Words and sayings that get lost, because they are not common any more. A pity actually, but that is speech right? Always changing.

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          1. bluebrightly sagt:

            Yes, it’s a fallacy to think that languages are fixed in time, which I think most of us believe when we’re children. Languages are always evolving – but you know that! We have a new word over here: „Trumpian“ – it describes anything similar to what that monster would do, for example, bullying someone.
            There is one word in your reply that isn’t exactly right – „menaced“ – I’m not sure what you meant there. :-)

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            1. pflanzwas sagt:

              Fallacy is also new to me :-) Trumpian, great! – or not. A word that came quickly, but most of us can imagine, what it is used for. Not great, because it shows where manners have gone… Trumpian, I will remember that ;-)
              Menace seems to be wrong here, but we use it like that. In danger of destinction would be another description. It is about words, that disappear from our language, because they are old fashioned. So there are books and lists with „menaced or threatened words“ :-)

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          2. bluebrightly sagt:

            Interesting – and did you mean in danger of extinction rather than distinction? I think so, yes, books about words in danger of disappearing. Let’s hope Trumpian disappears quickly!

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            1. pflanzwas sagt:

              Yes, of course, it is extinction :-)

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    3. pflanzwas sagt:

      PPS knee-high-boy

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  2. Ule Rolff sagt:

    Na, ihr seid hier ja inzwischen weit weg von den armen, verlassenenaller Pilzen gelandet. Aber sehr interessante sprachliche Einsichten hast du mit Lynn erarbeitet.🙂
    Es ist immer wieder witzig, wie du Unkenntnis beteuerst, während du gleichzeitig total viel weißt, wie hier über die Pilze.
    Faszinierend finde ich besonders die die Bilder mit dem dunklen Hintergrund, vor dem die Pilzchen mit aller Kraft leuchten.

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    1. pflanzwas sagt:

      *kicher* Kann man mal sehen, wohin der Käse führt ;-) – Ich weiß wirklich herzlich wenig über Pilze. Ich kenne nur die, die ich letztes Jahr ausfindig gemacht und recherchiert habe. Dann hatte ich noch Unterstützung durch einen Pilzspezialisten. Jetzt mußte ich schon wieder im Archiv wühlen, weil mir die Namen zum Teil wieder entfallen waren. Nee, von Pilzen weiß ich echt nicht viel! Da ich sie nur bewundere und nicht esse, ist das oberflächliche Wissen ungefährlich ;-)

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    1. pflanzwas sagt:

      It is so nice, surprising and always a joy :-)

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  3. Schon interessant, was du da so alles findest, sowohl an Pilzen, wie auch sprachlich!
    Viele Grüsse
    Christa

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Christa, ja, der Käse hat uns etwas weiter geführt, als gedacht ;-) Oft nutzt man diese Redeweisen und denkt gar nicht mehr drüber nach, wo sie herkommen. Du hast sicherlich auch schon manch interessante Erfahrung in deiner neuen Heimat gemacht. Mich faszinieren auch die Sprichwörter aus anderen Sprachen. Manches ist identisch, anderes so gar nicht. Das ist spannend :-)

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  4. mmandarin sagt:

    Vielen Dank fürs Herzeigen. Bei meinen Streifzügen durch den nahen Wald sehe ich auch immer diese Wunder. Ich fotografiere sie nur noch selten, weil ich weiß, du machst das hundertmal besser und dein Wissen ist schier unerschöpflich. Es ist ein wahrer Augenschmaus. Marie

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach, das kann man so gar nicht sagen, daß ich es besser mache. Jeder von uns sieht anderes und zeigt anderes. Das ist doch schön. Allerdings gehen mit manchen Kameras manche Sachen besser als mit anderen. – Sooo viel weiß ich nicht über Pilze. Nur die, die mir letztes Jahr schon begegnet sind, aber ich vergesse es genauso schnell wieder und muß dann nachgucken :-) LG Almuth

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  5. Das ist ja alles wieder zauberhaft, liebe Pilzentdeckerin!

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    1. pflanzwas sagt:

      Dankeschön :-) Die kleinen Pilzwesen sind aber auch zu hübsch!

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      1. Ja, das kann man wohl sagen. Und wieder kam dieser Anblick so „überraschend“, beim Aufblicken..

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  6. Wieder einmal Bilder vom Feinsten, Liebe Grüße

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    1. pflanzwas sagt:

      Dankeschön :-)

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  7. Anna sagt:

    Hach, herrlich, jetzt ist wieder Pilzzeit. Ich hoffe, dass bald viele im Garten auftauchen – ein Fliegenpilz ist schon da.

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    1. pflanzwas sagt:

      Oh wie schön, Fliegenpilz! Kommen die eigentlich eher in „nadeligen“ Regionen vor? Ich habe ewig keinen mehr gesehen.

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      1. Anna sagt:

        Ich meine, sie sind eher in Laubmischwäldern zu finden. Besonders bei Birken.

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        1. pflanzwas sagt:

          Birken gibts hier ja nun im Wald, aber ich weiß nicht, wann ich den letzten Fliegenpilz sah. Aber jetzt, wo wir darüber schreiben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit :-)

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  8. Schöne Funde und so viele verschiedene… Das macht total Lust auf Wald. Bei der Bestimmung tue ich mich auch immer schwer, die sind alle so ähnlich. Und wenn man dann noch liest, dass durch Klimaveränderung noch neue Arten „einwandern“. Da kommt man nicht mehr nach.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich glaube, für ne richtige Bestimmung müßte man sich noch mehr reinknien mit Schnittprobe, Sporen analysieren etc. Das überlasse ich gerne anderen :-) Aber wenn man so ein bißchen was findet, freue ich mich auch.

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      1. Stimmt, schneiden, drücken, riechen… alles für den Pilz nicht so gut. Wenn man ihn nicht mitnehmen will, finde ich es schöner, ihn unbehelligt stehen zu lassen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Finde ich auch. Leider vergesse ich immer das Riechen, das könnte etwas helfen, ohne dem Pilz was anzutun.

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          1. Ja, daran denke ich auch meist nicht.

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  9. naturfund.de sagt:

    Welch Freude, mit dir wieder in den Pilzaustausch zu gehen. Gleich hatte ich wieder ein Schmunzeln auf dem Gesicht bei den „Hirschkleulen“. Die ersten habe ich gerade gesehen. Pilzentdeckerin finde ich sehr gut und hatte gestern Abend den gleichen Gedanken als ich die erste Charge Pilzbilder aufarbeitete und merkte, dass es mal wieder sehr schwierig und langwierig wird, diese zu bestimmen. Aber auch, wenn wir nicht sklavisch alles bestimmen, lernen wir ja jedes Jahr Neues dazu. Mal sehen, was das in diesem Jahr alles sein wird. Eine gute Pilz(foto)ernte wünsche ich dir!

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich bin auch gespannt auf dieses Pilzjahr. Endlich regnet es genug. Irgendwann bringen wir dann unser eigenes Pilzbuch raus, so mit ein paar tausend Exemplaren, haha! Genau, man muß ja nicht alles wissen, aber sie fotografisch „einsammeln“ zu können, finde ich auch schön. Dir auch eine gute „Ernte“ :-)

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      1. naturfund.de sagt:

        Na, auf das Pilzbuch bin ich gespannt. Wir können ja in ein paar Jahren mal auf unser Pilzportfolio zurück schauen. Das wird bestimmt interessant.

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        1. pflanzwas sagt:

          Gute Idee :-) Wenigstens ein kleines, winziges…

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          1. naturfund.de sagt:

            Es wächst ja schon …

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