Wildblumen: Auf der Suche nach Insekten

Wiesenblumen am Wegesrand

Erfreulicherweise sichtet man hie und da Wildblumen, mal am Wegesrand, am Waldrand oder auf bzw. an einer Wiese. Oft habe ich das Gefühl, wenn ich mit dem Fahrrad vorbeifahre, daß ich gar keine Insekten entdecken kann. Das kann natürlich am Vorbeifahren liegen. Man nimmt nicht so viel wahr, wenn man fährt, als wenn man geht. Und die Zeit spielt auch eine Rolle. Morgens oder mittags sind viele Insekten aktiver, als spätnachmittags. Deshalb hatte ich mir an einigen Stellen vorgenommen, noch einmal genauer nachzusehen.

Entlang einer Straße hat die Stadt viele Gräser stehen lassen. Dazwischen jede Menge Wilde Möhre (siehe vorige Beiträge). Es schien nichts los zu sein. Erst bei längerem Abwarten konnte ich ein paar Insekten ausfindig machen. Manchmal muß man nur genau hinsehen ;-) Trotzdem, es war nicht so viel, wie ich erwartet hätte.

Diese Bilder stammen vom Wegesrand in Nähe des Mittellandkanals, es gibt verschiedene Wildblumen. Hier eine Bunte Kronwicke Securigera varia.

Jede Menge Blümchen, die das Insektenherz höher schlagen lassen :-)

Rainfarn Tanacetum vulgare und…

….Gemeine Graukresse Berteroa incana (danke Heide!)

Außerdem Flockenblumen Centaurea jacea, neue wie verblühte.

Wie man den Bildern schon ansieht, ist nicht überall etwas los. Erst sah ich an vielen Blumen gar nichts. Außer Steinhummeln, die vielfach an den Flockenblumen unterwegs waren.

Es ist schon über eine Woche her. Zu der Zeit waren hauptsächlich Hummeldrohnen zu sehen, auch bei den Erdhummeln. An den Kronenwicken tat sich gar nichts. Mit der Zeit entdeckte ich dann mehr. Maskenbienen, Ochsenaugen, Pinselkäfer, Wildbienen und Schnecken.

Kleine Wildbiene in Flockenblume :-)

Maskenbiene Hylaeus auf Rainfarn

Ochsenauge an Flockenblume

Pinselkäfer Trichius gallicus auf Flockenblume

Ganz eindeutig waren zu dieser Zeit bestimmte Blumen sehr gefragt, andere gar nicht. Wir haben ja auch nicht immer Lust auf Vanilleeis ;-)

Gemeine Seidenbiene Colletes daviesanus auf Rainfarn (zum Vergrößern bitte anklicken). Sie sieht immer so hübsch aus mit ihrem Streifenoutfit.

Als ich versuchte, das Ochsenauge zu fotografieren, habe ich das Schneckenhaus übersehen. Das entdeckte ich erst am Computer. Mir gefällt, wie sich das ornamentale Schneckenhaus zwischen den eingekringelten Blättern hält :-)

Auch hier hing eine Schnecke ab. Anscheinend nutzt sie Sekundenkleber ;-)

Ich bin trotzdem immer irritiert, daß nicht mehr los ist an den Blumen. Das heißt, hier tat sich an ein paar Arten relativ viel, an der Wilden Möhre, ein paar Meter weiter, war wenig los. Ich habe keinen Vergleich zu früher. Ich denke nur immer, hier müßte doch jetzt das wilde Leben toben. Ich war zwei Mal an dieser Stelle. Einmal spätnachmittags, gähnende Leere, bis auf Hummeln, und dann noch mal mittags, bei heißem Wetter, und daß sind die Bilder, die ich hier zeige. Manches konnte ich nicht fotografieren. Wie gesagt, für mich war der Eindruck durchwachsen.

Obwohl so schön, waren die Kronenwicken dieser Tage kein Renner.

Die Blütenwahl deutet daraufhin, daß es mit ein paar Blumen nicht getan ist. Wir säen oder pflanzen etwas, von dem wir denken, daß es Nektar und Pollen enthält und hoffen, daß es den Insekten hilft. Das tut es sicher auch ein bißchen, aber ohne den dazugehörigen Lebensraum, ohne ein passendes Habitat, laufen solche Aktionen ins Leere. Es gehört mehr dazu, als nur ein paar Blumen. Immerhin, sie sind ein Anfang! Denn Wildblumen, eine bunte Vielfalt, braucht es trotz allem und für manche, sehr flexible Arten, ist das schon eine ganze Menge. Nur eben nicht für alle.

PS: der Wunsch nach mehr Regen ging heute in Erfüllung. Wenigstens ein paar Mal hat es ordentlich geschüttet.

I have been looking for insects on wild flowers. I think everyone knows about the declining numbers of insects. I found some, but not every kind of flower had guests. Centaurea jacea was well visited, others were empty. We have quite a lot Queen Anne’s lace here, but at first sight I couldn’t see any insects. After a while I detected some, but not as much, as I would have expected. Then there was this little field of wildflowers. There was more life, but not at every time of the day. I have been there twice. At midday on a hot summer day there was more life than in the afternoon. Mainly I saw male bumblebees.

We plant and seed more flowers with nectar and pollen to support the wild bees and other insects. To some extent it is helping, but without the habitats, without the appropriate living spaces, this is not enough. Species that are flexible may benefit from the flowers, but others won’t. At least it is a beginning and it is better than nothing.

By the way, we got some rain :-)

17 Kommentare Gib deinen ab

  1. Der Pinselkäfer ist wieder besonders schön getroffen. Ich sehe auch oft Flächen, wo ich denke, da müsste eigentlich mehr los sein. Wilde Möhre, wilde Rauke, Flockenblumen, Wegwarte und Rainfarn… und nur ein paar Hummeln und Weißlinge unterwegs. Aber wenn sonst alle wilden Ecken aufgeräumt, alle Brennesseln entfernt werden, hätten sie vielleicht genug zu fressen, finden aber keinen Platz mehr für ihren Nachwuchs.

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    1. pflanzwas sagt:

      Es ist jedenfalls auffällig, daß man öfter suchen muß. Wozu gibt es so viele Blüten, wenn dann keiner kommt.

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  2. Centi sagt:

    Früher gab es (glaube ich) in der Masse einfach mehr Insekten. Man merkt das schon mit dem Insektensterben.
    In meiner Erinnerung waren alle weißen Doldenblüher eigentlich immer voller Käfer und Fliegen und alle Disteln voller Schmetterlinge… also außer ganz früh morgens oder so, wenn es noch zu kalt ist.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das kann gut sein, mehr kleine Käfer und Fliegen. Ich kann mich nur an die Schmetterlinge aus der Kindheit erinnern, die zu Massen im Schmetterlingsflieder vor meinem Kinderzimmer flatterten.

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  3. puzzleblume sagt:

    Schöner, frische Bilder!
    Bei mir hier auf meinem Wendlandflecken sind die Zeiten anders: am mittelspäten Morgen bis Vormittags ist der meiste Insektenverkehr, mittags bis zur Kaffeezeit ist wenig los, an besonders heissen Tagen mit über 30 Grad sogar nichts, und dann noch einmal bis zum Sinken der Sonne, wenn der Übergang zu den Nachtfaltern kommt.
    Je nachdem, wann ich draussen herumgehe, sind die Eindrücke sehr verschieden. Nur eines ist inzwischen eingetreten: die Erd- und Steinhummelarbeiterinnen sind schon weg, nur noch deren Jungköniginnen gelegentlich zu sehen; die Ackerhummeln sind anscheinend noch aktiv. Da fehlen auf einmal Hunderte von Insekten im gefühlten Erwartungsbild.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, schon vor einer Woche sah ich draußen vielfach Drohnen, auch hier im Wasserdost. Vereinzelt sind noch Arbeiterinnen unterwegs. Kein Wunder, nach der Hitzewelle und dem frühen Frühjahr. Die Ackerhummeln sind wieder die, die das Licht ausmachen ;-) Hm, daß mit den Uhrzeiten mag variieren, je nach Wetterlage. Auf der einen Wiese hinterm Haus blüht kaum noch was. Da sah ich heute kaum was fliegen. Wahrscheinlich zeigen sich die Auswirkungen der verschiedenen Faktoren dieses Jahr noch früher als sonst. Schwierig, daß so zu beurteilen. Schade auf jeden Fall! Was ist denn bei dir noch am meisten vertreten an Insektenarten?

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      1. puzzleblume sagt:

        Heute Morgen waren doch auf einmal ein paar Dunkle Erdhummeln zu sehen, aber nur sehr wenige, vielleicht auch Drohne, den sie sammelten keine Pollen. Sie scheinen durchaus auch mal einen sehr heissen Tag ohne Aktivitäten auszusitzen, aber so kann man natürlich keinen Nachwuchs mehr am Leben halten.

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        1. pflanzwas sagt:

          Eigentlich sind die Erdhummeln ja immer noch ne Weile aktiv, aber wie gesagt, bei den diesjährigen Bedingungen…. Ich kann mir auch vorstellen, daß die Hitze die Völker zum Höhepunkt bzw. Absterben treibt. Keine Ahnung, ob dem so ist. Die Ackerhummeln müssen ja noch die Reste einsammeln :-) Mich fasziniert immer, wie sie im Spätsommer jede noch so kleinste Restblüte besuchen!

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  4. „Tue, was Du tust, mit ganzer Kraft! Es ist nichts umsonst.“ Diesen Rat „hörte“ Frau E.-M. Stumpf für diejenigen, denen es hilft. Und ich glaube, das ist eine Ermutigung. Es ist nichts umsonst, was wir tun. Übles Tun hat Folgen, und Gutes Tun hat Folgen, und die „Ernte“ ähnelt der „Aussaat“. Wenn wir uns stets fleißig bemühen, dem Lebendigen zu dienen, hat das auch Wirkungen. Aber es wird eben schwerer in einer Welt, in der so viel Lebensfeindliches überhandnimmt. Umso mehr sind diejenigen zu loben und zu unterstützen, die sich davon nicht hindern lassen, sondern tapfer durchhalten und weitermachen. Wir werden sie auch noch mehr achten und schätzen lernen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Man kann immer entscheiden, worauf man seinen Fokus richtet, auch wenn es in diesen Zeiten manchmal schwerfällt. Beides kann ansteckend wirken, daß ist wahr. Hoffentlich mehr das Positive, wie das Negative.

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  5. eyeandview sagt:

    Mir ist auch schon aufgefallen, dass es deutlich mehr Wildblumen zu sehen gibt

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    1. pflanzwas sagt:

      Es wird wohl mehr gemacht und öfter mal was stehengelassen. Ich hab mal gelesen, daß früher in der Landwirtschaft ein bis zwei Mal im Jahr gemäht wurde. Heute bis zu 4 oder 6 mal. Jedwede Wildblume hat da kaum eine Chance auf Nachkommen, weil sich nie etwas versäen kann. Krass!

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  6. Ule Rolff sagt:

    Schneckenhaus harmoniert großartig mit Ochsenauge, farblich wie formal.
    Bei den Wildbienen wird es langsam ruhig, das sehe ich auch am Nisthilfenhaus. Dadurch fehlt vielleicht ein gewisses Grundgewusel an den Blüten.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, die beiden ergänzen sich prima, nicht? So ornamental. Die Schnecke sah ich bei dem auffälligen Falter gar nicht. – Das mit den Wildbienen ist recht unterschiedlich glaube ich. Mir fiel auf, daß ein paar kleinere hier nicht auftauchten, als die Flockenblumen blühten. Heute kam prompt eine kleine Art vorbei. Bei manchen Wildbienen fliegen die Weibchen jetzt noch, daß sind aber nicht unbedingt die, die die Nisthilfen belegen. Kann sein, daß das vorbei ist. Vielleicht ist das noch was für Lehmwespen und Maskenbienen, aber ich hab deren Flugzeiten gerade nicht auf dem Schirm. Geguckt habe ich Ende Juli, Anfang August. Aber der Gedanke ist gut. Schade, daß ich jetzt schon so spät dran bin.

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  7. Gute Aufnahmen der seidenbiene!!
    Könnte dich gebrauchen , um die ganz kleinen Insekten zu bestimmen, so ab 1 mm. Da tue ich mich oft sehr schwer.

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    1. pflanzwas sagt:

      Haha, dafür könnte ich dich gebrauchen. Zumal du ja der Experte für die ganz Winzigen bist! Die sehe ich ja kaum noch. Mir fällt schon die Bestimmung der 5mm großen Tierchen schwer.

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