Geschichten vom Baum: Im heißen August

am
Hitze und Trockenheit im Hochsommer

Nach dem schönen üppigen Mai, wo Hornklee und Wicken und diverse andere Blumen so schön geblüht haben, kam der Juni. Der sah auch noch ganz nett aus. Dann kam der Juli und das bißchen Regen wurde noch weniger. Wir hatten irgendwann eine kühle Woche (war es im Juni oder Juli?), als es bedeckt und knapp unter 20 Grad waren. Diese eine Woche habe ich kaum gegossen, was sich sofort gerächt hat.

Das Bild ähnelt sehr dem vom Dürresommer 2019.

Nur wer genau hinsieht, kann erkennen, daß die Ränder dieses Jahr etwas mehr bewachsen sind, als letztes und daß ist die positive Entwicklung. An etlichen Stellen hat sich der Hornklee niedergelassen. Leider ist er jetzt total „vermehltaut“, was hier an vielen Kleesorten vorkommt. Auch der Rotklee hat oft Mehltau. Der Hornklee blüht noch sehr vereinzelt, sonst sind nur noch Blätter und Samenhülsen zu sehen. Da ich möchte, daß er sich versät, lasse ich ihn natürlich stehen.

Leider keine gute Bildqualität, aber so als Anschauungsmaterial: links Hornklee mit Mehltau, rechts noch mit unscharfer Wilder Möhre. Die wächst jetzt das zweite Jahr hier (ich glaube, ich habe noch welche mit einer Samenmischung angesiedelt) und bis auf eine oder zwei Pflanzen, wachsen die anderen ganz gut und blühen auch.

Kürzlich hatte ich eine Unterhaltung mit einem Mann mittleren Alters, der mir mit Spaten und Schere aushelfen wollte, um alles abzuschneiden bzw. umzugraben (was überhaupt nicht geht, da die Fläche total durchwurzelt ist vom Baum). Interessant, daß die Ordnungsliebe sich durch sämtliche Altersstufen zieht. Allerdings ist mir diesmal klar geworden, daß eine bestimmte Gruppe von Menschen Ordnung braucht. Unordnung geht gar nicht oder ist nur schwer zu ertragen. Das soll gar keine Wertung sein, wir sind alle verschieden.

Manche Menschen können zudem nicht nachvollziehen, wo der Sinn liegt, ausgeblühte Pflanzen stehen zu lassen. Das eine ist, sie zur Samenreife zu bringen, daß andere, sie im Winter für Vögel und Insekten zur Nahrungsaufnahme bzw. zum Überwintern stehen zu lassen. Es hat geblüht? Aus, fertig, ab, sagen sich die, die es gerne ordentlich haben. Der Naturgartenfreund läßt natürlich alles stehen und erfreut sich an den nicht minder hübschen Samenständen ;-) Ich gebe zu, daß es durch den Mehltau gerade wieder richtig doof aussieht, aber was soll ich machen.

Wollziest und Salbei, die durch gezieltes Wässern etwas größer geworden sind, haben auch noch Rußtau bekommen. Im Frühjahr haben sich fette, rostrote Blattläuse am gut gegossenen Rotklee gütlich getan. Ihre Ausscheidungen, der Honigtau, landet auf den umliegenden Blättern und Pflanzen. Der Pilz, der sich darauf bildet, wird schwärzlich und nennt sich Rußtau*. Das ist das, was hier so schmuddelig aussieht.

Die fotografiere ich jedes Mal, mon dieu! Das nennt sich im Fachjargon dann wohl Dokumentation ;-)

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, die beiden Pflanzen eines Tages blühen zu sehen. So etwa in 2 Jahren vielleicht, haha. Ähnlich verhält es sich mit dieser Akelei Aquilegia vulgaris. Alle Keimlinge, die durch Aussaat kamen, haben es nicht über 1 cm gebracht. Hier hatte ich ein Jungpflänzchen von woanders ausgebuddelt und eingepflanzt. Ich denke, wachsen tut sie hier nur, weil ich, wie bei Ziest und Salbei, speziell diese Ecke ordentlich gewässert habe. Sie scheint allerdings auch mit Mehltau kredenzt zu sein… (auf dem dunklen Fleck unten links lag viele Jahre ein dicker Stein, den irgendwer jetzt mitgenommen hat, tzzz)

Worüber ich mich sehr freue, ist neuer Echter Wundklee Anthyllis vulneraria (oder Gemeiner Wundklee). Ich weiß nicht, ob er durch eine frühere Samenmischung auf die Baumscheibe kam, jedenfalls fand ich letztes Jahr erste Pflanzen. Ich mag ihn so gerne! Nachdem ich letztes Jahr ein bißchen Erde aufschütten mußte, habe ich die bisherigen Pflanzen evtl. zurückgedrängt. Sobald die Erde zu nährstoffreich wird, zieht sich die Pflanze zurück. Sie ist magerliebend.

Neue Pflänzchen vom Echten Wundklee :-) Rechts daneben sieht man eine verbrannte Melisse. Ein Trockenheitsopfer der Woche, wo ich nicht gegossen habe. Obwohl Melisse einiges ab kann, daß wohl nicht.

Im Frühjahr habe ich Saat bestellt und noch ausgesät. Allerdings war es schon März und wir schienen die meisten Fröste hinter uns zu haben. Zum Keimen benötigt der Wundklee nämlich einen Kältereiz in Form von Minusgraden. Aber ich hatte wohl Glück, ein paar frostige Nächte gab es noch und nachdem ich in letzter Zeit diese Ecke der Baumscheibe etwas stärker gegossen habe, sind nun neue Pflanzen aufgetaucht, juhu!

Hier ein Bild von 2019. Dieses Jahr war er kleiner.

Wenn der Wundklee sich hier ansiedeln würde, zusammen mit Hornklee und Wilder Möhre, wäre das ein Schritt in die hoffentlich richtige Richtung. Er soll als Tiefwurzler auf (Halb-)Trockenrasen gut zurechtkommen. In Städten nimmt er ersatzweise auch mit Böschungen, Schotterflächen u.ä. Vorlieb. Der Wundklee ist eine Pionierpflanze. Wie andere Hülsenfrüchtler binden  Wurzelknöllchenbakterien Luftstickstoff. Er müßte jedenfalls, wie die beiden anderen genannten Pflanzen, mit Trockenheit klarkommen.

Was  gut funktioniert hat, sind Zwiebeln Allium cepa, schnöde Gemüsezwiebeln, sowie Kugellauch. Ich habe im letzten Juni-Beitrag davon berichtet. Mir scheint, daß alle (naja, fast, bis auf die Tulpen) Zwiebelgewächse hier gut gedeihen. Deshalb fiel mir jetzt noch Allium ein. Zu den Alliumarten zählen neben Schnittlauch (der hier ebenfalls gut wächst) auch Knoblauch, Bärlauch, Porree, die Gemüsezwiebel und die Zierlaucharten. Gerade lese ich, daß letztere an Standorten gedeihen, die nur wenig Niederschlag bekommen, so wie Steppen beispielsweise. Das wäre doch auch noch einen Versuch wert. Und Bergbohnenkraut kam mir noch in den Sinn. Der Kaskadenthymian, den ich mal von meiner Mutter bekam, gedeiht dort auch bestens und daß fast ohne Wasser. Also, neue Ideen für die nächste Saison!

 

* Der Rußtaupilz ernährt sich von den klebrig-süßlichen Ausscheidungen von Blattläusen, oder auch von Schild- oder Wollläusen u.ä.. Er bringt die Pflanze nicht unbedingt gleich um, daß hängt vom Befall ab. Er verstopft die Blätter, so daß die nicht mehr richtig „atmen“ können bzw. die Photosynthese nicht richtig vollziehen können. Im Extremfall kann die Pflanze daran eingehen. Bei Pflanzen mit glatten Blättern kann man diese feucht abwischen.

 

News from my godfathertree :-) The weather is hot and it is dry, too dry. At the moment it looks a bit like 2019, when we had another drought.  Without water almost nothing grows, but I am working on plants, that can live with really less water. One is Lotus corniculatus and since last year: Queen Anne’s Lace. The Lotus has mildew, like many trifoil kinds here in the part of the town. It doesn’t look so nice, but I want to let it grow, until the seed is open.

For some people this „untidiness“ is almost unbearable. For us nature gardeners even the seed looks beautiful ;-) Besides, the remains of the plants can help birds with food in wintertime and insects, that look for shelter. People, who like to have a tidy garden cut everything when the flowering season is over. Maybe it looks good, but it is not always helpful.

Some of my plants under the tree only grow when they get enough water, otherwise nothing! happens there. And I learned that different kinds of Allium or bulbous plants grow well under the tree. So I think of planting the culture form of Allium (it is said to grow in dry places with less rain!), maybe also garlic. Chive grows well here too.

Finally I got some new plants from Anthyllis vulneraria. I sowed some of it in March and I was worried, that I am too late. Anthyllis needs frost for germination. But I was lucky: we had some cold nights. Lately I watered this part a bit more and now they are growing. I am so happy, because I like this plant very much. It doesn’t need much water.

Well, some new ideas for the next season. I hope I can develop a planting that stands our dry summers here.

 

37 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich wünsche weiterhin gutes Durchhalten. 🌱🍀

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Gisela, daß ist wohl das richtige Stichwort hier :-)

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      1. Ja, es ist sicher nicht einfach. Ich habe einen Sommer hindurch eine Gartenbau-Architektin freiwillig auf der Bundesgartenschau in Kassel mit meinem neuen Filmgerät begleitet. Sie war eine der Pionierin in der Öko-Landwirtschaft und versuchte, in ihren 2 Hausgärten zu beweisen, daß man Blattläuse u.ä. auch ohne Gift erfolgreich bekämpfen kann. Wie sie da unter die Lupe genommen wurde und oft schwere Widerstandskämpfe leisten mußte, war auffallend. Ich habe sie mit dem Filmgerät beim Schneiden der Brennesseln auf dem Naturschutzgebiet begleitet, dann wie die Brennesseln in einer Tonne zur „Brennesseljauche“ vergoren und später in den Hausgärten über den Pflanzen ausgegossen wurde. Dann sah man, wie alles schön blühte und wie Schmetterlinge und andere Insekten kamen.Und zu diesem ziemlich primitiven Film (den ich auch selbst zusammengeschnitten hatte) hielt sie dann in einem Pavillon ihre Vorträge.Das war alles sehr spannend. Sie sagte immer, Läuse und anderer Blattbefall kämen nur dann, wenn dem Boden etwas fehlt an Nährstoffen. Aber das Durchhalten ist dennoch wichtig. Und wir sehen ja, daß es schon Erfolge zeigt.

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        1. Nati sagt:

          Sicherlich wurde die Jauche, verdünnt, als Gießwasser genutzt. Allerdings nicht über die Pflanzen ausgegossen, oder?
          Sonst kommt es in Kombination mit der Sonne zu Verbrennungen an der Pflanze.

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          1. Oh danke für diesen Hinweis! Natürlich wurde die Brennesseljauche mit Wasser stark verdünnt, bevor sie ausgegossen wurde. Und ich nehme an, daß doch eher nur die Wurzeln der Pflanzen begossen wurden. Ich achtete wohl weniger auf das Gärtnerische, als vielmehr auf die inneren, oft sehr spannenden Zusammenhänge.

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            1. Nati sagt:

              Gar nicht schlimm Gisela.
              Mir ist es nur direkt aufgefallen da ich die Jauche auch seit Jahren ansetze und als Düngegabe für alle Pflanzen verwende.
              LG, Nati

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            2. Ule Rolff sagt:

              Brennnesseljauche nutze ich auch seit Jahren als Allrounder: Dünger, Schädlings- und Krankheitsvertreiber. Aber ich würde sie Almuth wegen der Geruchsentwicklung beim Vergären nicht empfehlen. Die Nachbarn würden das nicht mögen 😉

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            3. Nati sagt:

              Ich bereite sie in 10 Liter Eimern zu, da geht es mit der Geruchsbildung.
              Ein Fass wäre schon dramatisch, lach…

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            4. pflanzwas sagt:

              Au ja. Laß uns noch ein Faß Brennesseljauche aufmachen, lach!

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            5. Nati sagt:

              Mmmhhh, alle freuen sich….. Wenn sie eine Pflanze sind. 😉😂

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            6. pflanzwas sagt:

              Ule, daß sehe ich auch so. Vielleicht hat man Glück, wenn nicht, würde es hier auch miefen ;-) Das mache ich, wenn ich mal einen Garten habe :-)

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        2. pflanzwas sagt:

          Das klingt sehr spannend, was du gemacht hast und hört sich nach einer schönen Kooperation an. Ich kann mir gut vorstellen, daß es bei einem ausgewogenen Boden weniger Probleme gibt, aber ich denke, da spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, was die Blattläuse und ähnliches angeht. Die Witterung, so wie die Trockenheit zuletzt, trägt auch ihren Teil dazu bei. Hätte ich einen Garten, würde ich es auch einmal mit Brennesseljauche versuchen, aber wie Ule schon schrieb, hier auf dem Balkon eher nicht. Ich könnte sie hier auch schlecht ansetzen, um sie unterm Baum anzuwenden. Aber irgendwann einmal :-) Danke für deinen Zuspruch :-)

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          1. Ja, das war spannend und eine gute Gelegenheit, mich auch nützlich zu machen. Ich malte und schrieb 3 Plakate, die im Pavillon aushingen. Auf einem sah man zuletzt die Entenmutter, die in einem der Hausgärten brütete. Später zeigte sie sich mit ihrer Kükenschar bei der Gestalterin, um sich offensichtlich bei ihr zu bedanken. Das war für Frau Schl.-Schr. der schönste Dank für all ihre Mühe und all diese Kämpfe. Und ich finde, das war ein „Zeichen des Himmels“. 🌹

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            1. pflanzwas sagt:

              Das ist ja niedlich mit der Ente :-) Schön!

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  2. Karin sagt:

    Nicht entmutigen lassen, liebe Almuth, ich sollte, wollte und durfte dieses Jahr unseren großen Hausvorgarten in eine Blumenwiese verwandeln – daraus ist gar nichts geworden, weil es nicht regnete, der großzüigi ausgestreute Samen nicht aufging und Hauswasser durfte ich nicht nutzen. Regentonnen zum Auffangen gibt es auch nicht, alles fließt gleich in die Kanalisation. Jetzt wird der total unansehnliche Rasen, der nachgewachsen ist, wieder gemäht und wir wollen im nächsten Jahr einen neuen Versuch unternehmen.
    Lieber Gruß zu Dir, Karin

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach, wie schade! Immerhin, die Samen liegen in der Erde und wie Gerda schon schrieb, wenn es irgendwann mehr regnet, wird einiges aufgehen. Nur vielleicht wird keine geschlossene Blumenwiese entstehen. Aber was du beschreibst, ist mein Problem. Ohne den Regen und nur mit dem tröpfchenweisen gießen, kommt man kaum weiter. Ich hoffe, an einen Punkt zu kommen, wo es wenigstens etwas blühenden Bewuchs gibt. Ja, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Du bitte auch nicht :-) LG Almuth

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  3. Hach, köstlich… schon auch traurig, aber auch zum Lachen. Solche Nachbarn haben wir auch. Beschwerten sich bitterlich über unsere naturbelassenen „Blumenrabatten“. Dabei sind die toll, da blüht schon seit dem Frühjahr immer irgendwas Wildes, um das man sich nicht großartig kümmern muss und die großen Brennesseln haben sie auch stehen lassen. Das geht für manche wohl gar nicht.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ganz bestimmt nicht ;-) Schade auch, daß viele die Natur mit ihrem Wohnzimmer verwechseln…

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      1. Wobei ich zweifle, dass es Da immer so picobello ist. 😉

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  4. Ule Rolff sagt:

    Vieles zieht sich bei Trockenheit doch nur zurück, und nach dem großen Regen lachen sie dich alle wieder an. Bestimmt!

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, meist im nassen Herbst, nur, daß dann nichts mehr blüht. Ich staune dann nur immer, wie alles aus dem Boden schießt. Dann wundere ich mich auch nicht mehr ;-)

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  5. gkazakou sagt:

    wenn ich diese und ähnliche Berichte lese, fällt mir immer das Wort „reichlich begießen“ auf. Wenn nicht gegossen wird – wie ja in der weiteren Natur – entwickelt sich ein ganz anderes Milieu, anderes Habitat für Tiere auch, als in Hausgärten. Da ich meinen Garten nicht bewässere (Ausnahme die Zitrusbäume), ist hier alles braun und ocker, belebt sich aber sofort, wenn der erste Regen kommt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Daran muß ich mich wohl erst noch gewöhnen. Letztenendes macht es nicht viel Sinn, dauernd zu gießen, wenn es wochenlang nicht regnet. Auf der anderen Seite möchte ich aus verschiedenen Gründen dorthinkommen, daß ein paar trockenheitsresistente Pflanzen hier wachsen. Einmal wollte ich was für Insekten tun, zeigen, daß man etwas blühen lassen kann, auf der anderen Seite wollte ich zeigen, daß unter dem Baum was passiert. Wenn ich die Stäbe wegnehmen würde, würden viele gleich wieder mit dem Auto drüber fahren. Deshalb wäre es mir ganz lieb, es würde endlich mal was wachsen, was das kenntlich macht. Deshalb tüftel ich immer noch an dieser Fläche herum :-) 2017 habe ich angefangen. Immerhin, im Frühjahr sieht es gut aus und vielleicht finde ich ja noch DIE Lösung. – Das nach dem Regen alles belebt wird, glaube ich gerne. Habt ihr im Sommer lange Zeit keinen oder wenig Regen?

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      1. gkazakou sagt:

        Im Sommer regnet es normalerweise gar nicht. Früher, so sagt mein Mann, begann der erste Regen nach dem 15. August. Juni-Juli und er halbe August waren trocken. Jetzt ist die Situation ein wenig unübersichtlicher. Ich erinnere mich an die 80er Jahre, da hatten wir bis in den Oktober hinein Trockenheit, echte Dürre, Trinkwasser wurde rationiert, Gärten durften nicht gegossen werden. Aber in den letzten Jahren kommt es auch während des Sommrs manchmal zu schwerem Regen (Gewitter), aber nicht flächendeckend.So passierte es, dass in Kalamata die Autos davonschwammen, bei uns aber, 8 km entfernt, nur ein paar Tröpfchen runterkamen.
        Das Regengeschehen ist in Griechenland sehr unterschiedlich, je nach Region. Im Westen und Norden regnet es weit mehr, auf den Gebirgen auch.Viele Inseln sind Trockeninseln, also ohne Grundwasser. Regenwasser wurde in Zisternen aufgefangen. Heute werden sie durch Wasserschiffe versorgt – und das bei Millionen Touristen.
        Wasser ist für die Griechen etwas Kostbares (leider vergessen das die Städter oft, weil das Wasser aus der Leitung kommt).. Orte werden danach charakterisiert, ob sie gutes Wasser haben. Viele Leute fahren auch Quellen an und füllen dort ihre Wasserflaschen. Kirchen und Klöster wurden, wie auch frühere Heiligtümer, immer an Quellen gebaut….In keinem Lokal wird die Wasserkaraffe auf dem Tisch fehlen…..

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        1. pflanzwas sagt:

          Vielen Dank Gerda, für diese interessanten Informationen. Das sind ungewohnte Extreme für uns früher so regenverwöhnte Norddeutsche. 3 Monate ohne Regen. Jetzt scheint es hier auch in die Richtung zu gehen, aber so gegenläufig war es hier nicht. Ja, ich glaube viele Menschen vergessen oft, daß es ein kostbares Gut ist. Das mit den Zisternen ist eine gute Idee. Die könnten wir vermehrt gebrauchen. Was du beschreibst, mit dem 8km entfernten Unwetter, passiert hier genauso. Ob man sich den Tourismus noch so wird leisten können? Was wird überhaupt noch gehen, wenn das Wasser noch rarer wird? Das wird noch interessant werden, für uns alle. Derzeit scheint es nur wenige Regionen zu geben, die mehr Wasser bekommen als früher.

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  6. bluebrightly sagt:

    What about a small, sturdy sign that briefly explains the benefits of leaving your godfather tree patch untidy? You would be enlightening people! :-) Good ideas for next year – the ornamental onions and more thyme. It takes time – thyme – to figure out what works and what doesnt‘! ;-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Yes, lots of time. When I come to an end we probably get monsoon ;-) – I am not sure about a sign. I wanted to write that it is flowering for insects, but in the dry summers nearly nothing is blooming. I will think about it.

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  7. Ich finde, in Anbetracht der Witterung sieht es immer noch ganz grün unter Deinem Baum aus. Und die Vielfalt auf kleinstem Raum ist toll! Im Lauf der Zeit suchen sich die Pflanzen selbst ihren Platz und dann zeigt sich, welche mit den Verhältnissen zurecht kommen. Und was die ordnungsliebenden Menschen betrifft: Ordnung schafft für manche auch Sicherheit. Außerdem sind unsere Großeltern und Eltern mit anderen Ansichten von Schönheit und Natur aufgewachsen, ob im Wald oder im Garten. Immerhin lässt mein Nachbar inzwischen die Margeriten und in einer Ecke sogar Brennnesseln stehen und ich kann mir einbilden, dass mein Beispiel Schule macht. Ein Problem ist sicher auch, dass viele Leute mit dem Wildwuchs gar nichts anfangen können. Vielleicht solltest Du ein paar hübsche Schilder aufstellen: „Wundklee, alte Heilpflanze“ oder „Insekten lieben Lauch“. Die werden zwar vermutlich geklaut aber vielleicht doch auch gelesen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das könnte dann immerhin ein dichter „Schilderwald“ werden wenn schon nichs blüht ;-) Und daß die verschwinden ist durchaus möglich. Ich hatte auch schon an ein laminiertes Schild gedacht, aber so lange es so wüst aussieht, finde ich es etwas merkwürdig. Manchen Leuten muß man dazu so viel erklären und daß auf einem kleinen Schild, hm. Vielleicht sollte ich einen Zettelkasten installieren, die man mitnehmen kann….. – Der Mann, mit dem ich sprach, war gar nicht so alt. Das hat mich irritiert, mir aber auch die Augen geöffnet, daß es keine Altersfrage ist, sondern eher eine Frage des Empfindens. Was du schreibst, trifft sicher auch zu. – Ich glaube schon, daß unser Handeln ansteckend wirken kann. Ist ja toll, wenn dein Nachbar etwas lockerer wird :-)

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      1. Ich würde nicht zu viel erklären, das liest sowieso (fast) keiner. Lieber nur zwei oder drei knappe Hinweise und evtl. abwechseln. Und gerade dann, wenn es „wüst“ aussieht, damit die Leute sehen, dass das nicht vernachlässigt ist sondern gewollt und sinnvoll.

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        1. pflanzwas sagt:

          Hast du Vorschläge :-) ? Ich werde noch mal in mich gehen, ob mir was einfällt, was „erleuchtendes“.

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  8. Z.B.: „Für unsere Insekten: Hier wachsen Wildpflanzen wie Rotklee, Wundklee und Schafgarbe. Nach dem nächsten Regen (Im nächsten Frühjahr) gibt es wieder Blüten. Mehr unter http://www….Geschichten vom Baum“. Oder: „Hier können Sie 15 (oder mehr) verschiedene Wildpflanzen zählen. Ein Paradies für unsere Insekten, sobald sich die nächsten Blüten zeigen.“ Ein bis drei solcher Hinweise, evtl. mit einem Foto genügen. Das kann man im Vorbeigehen lesen und wer interessiert ist, kann auf Deine Webseite schauen. Jedenfalls nicht zu viel erklären, nur ein paar Hinweise darauf, worum es geht. Übrigens, hast Du es schon mal mit Dost (Origanum vulgare) versucht? Der wächst fast überall, ist sehr robust und wird vom Sommer bis in den Spätherbst umschwärmt. Deshalb hab ich im Garten viel mehr davon, als ich zum Würzen brauche.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach, das ist ja nett von dir, vielen Dank für deine Gedanken! Deine Vorschläge finde ich sehr gut! Man selbst hat manchmal nicht genug Abstand und ich habe mich schwer getan, etwas aussagekräftiges zu finden. Auch das mit dem Dost ist eine gute Idee. Mag er festen Boden? Vielleicht besorge ich mir Saat, dann kann er sich selbst aussuchen, wo es ihm am besten gefällt :-) Hier auf dem Balkon ist er auch heiß begehrt. Ich habe jetzt festgestellt, daß unterm Baum ganz viel Wundklee aufgelaufen ist. Ich habe so punktuell gegossen, daß er wachsen mochte :-) Johanniskraut hatte ich auch gesät, aber daß konnte ich noch nicht entdecken. Ich weiß auch nicht genau, ob ich es erkennen würde, lach.

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      1. Der Dost wächst bei mir überall, in den Beeten mit Humusauflage und auch im steinig-lehmigen Boden. Und er verbreitet sich üppig. Bei mir ist das behaarte Johanniskraut (Hypericum hirsutum) robuster als H. perforatum. Ich hatte mir mal Samen am Straßenrand mitgenommen und seither verbreitet es sich im ganzen Garten. H. perforatum hab ich auch, aber nur an einer Stelle ohne Ausbreitungs-Tendenz. Und was die Texte angeht: ich bin Journalistin, da lernt man, knapp, treffend und gut lesbar zu formulieren,

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        1. pflanzwas sagt:

          Das macht mir Hoffnung mit dem Dost. Dann muß ich das mal ausprobieren. Ja, ich habe daran gedacht, daß du Journalistin bist. Ich kann Dinge so gar nicht auf den Punkt bringen, da beneide ich dich!

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