Vom Juli-Balkon

Es geht zu schnell vorbei

Da fiebert man dem Hochsommer entgegen, um all seine Pflanzen blühen und gedeihen zu sehen und dann gedeihen sie entweder nicht oder die Blüte geht viel zu schnell vorbei. So kommt es mir gerade vor. Dabei war das kühlere Sommerwetter gnädig dieses Jahr und hat dazu beigetragen, daß alles nicht in Nullkommanix verblüht.

Balkonaussicht Juli 2020

Der Schmetterlingsflieder Buddleja davidii blüht seit ca. 1 Woche. Da er nicht so riesig ist, blühen die Rispen für meinen Geschmack zu schnell ab. Man kann sie abschneiden nach der Blüte, dann kommen noch ein paar neue Triebe. Was mich dieses Jahr sehr freut: es sind einige Erdhummeln Bombus terrestris da, die ihn in Anspruch nehmen.

Dunkle Erdhummel Bombus terrestris

Nachdem gerade die Erdhummeln letztes Jahr auf dem Balkon fehlten, freue ich mich, daß jetzt wieder welche da sind. Auch Oregano, Lavendel, Löwenmaul, Moschusmalven und Mädchenaugen stehen hoch im Kurs :-)

Moschusmalve Malva moscata, aus Samen gezogen. Klappt bei mir immer ganz gut, da hin und wieder eine eingeht.

Manche Jahre interessieren sich nicht viele Insekten für den Schmetterlingsflieder und dann wieder ist er sehr begehrt. Vermutlich wird das Angebot außerhalb schon wieder geringer, so daß die duftenden Blüten mit ihrem Nektar eine willkommene Ergänzung sind. Auch Ackerhummeln und Fliegen und Schwebfliegen sind daran zu sehen.

Die beiden Blutweideriche Lythrum salicaria ;-) haben etwa am 10. Juni angefangen zu blühen und gehen ihren Blütenrispenenden entgegen. Es kann sein, daß die Rispen noch einmal etwas nachwachsen und ein paar neue Blüten bilden. Hach, wenn die Blüte vorbei ist, fehlen mir die großen pinkfarbenen Sträucher immer sehr. Schön wird es noch mal im Herbst, denn der Blutweiderich hat eine tolle gelb-orange Blattfarbe! Übrigens habe ich 3 neue dazubekommen. Ich dachte einige Zeit, daß es Weidenröschen wären, bis die ersten Rispen zu sehen waren. Da habe ich letztes Jahr die Samen wohl allzu großzügig verteilt und daß ohne Absicht ;-)

Lavendel Nr. 2 blüht und ist immer auf dem Speiseplan der anwesenden Hummeln zu finden. Meine Königskerze ist recht klein geblieben und die beiden anderen sind immer noch Rosetten, obwohl daß ihr zweites Jahr ist! Schräg. Das habe ich noch nicht erlebt.

Das hier ist übrigens die zweite Blüte meiner Clematis Multiblue (oder wie sie heißt). Die erste Blüte ist ja leider gefüllt, die zweite, so wie es für die Insekten sein soll, ungefüllt. Leider hat sie nach der furiosen Frühjahrespracht mit 14 Blüten jetzt nur noch zwei Knospen gebildet. Diese Blüte sieht sogar aus, als wäre sie angeknabbert. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Da ist garantiert wieder ne Raupe unterwegs. Auch andernorts finden sich Fraßspuren….na warrrrte ;-)

Ihr wißt ja, daß mein früherer Schnittlauchkasten zum Kräuterkasten mutiert ist. Der Oregano blüht schon ne Weile und ist bei den Hummeln fest eingeplant. Die besuchen ihn von morgens bis abends. Das lange grüne rechts, müßte der dritte neue Blutweiderich sein, aber der will noch nicht blühen.

Ein paar Blühmomente:

Ich versuche für eine lange Blüte zu sorgen, damit Wildbienen und Co immer etwas zum Auftanken und Pollensammeln finden. Leider geht die Rechnung dieses Jahr nur zur Hälfte auf, da manche Pflanzen schwächeln. Viele Pflanzen sind dazu noch früher dran als sonst.

Die Flockenblumen und der Wasserdost haben gerade angefangen. Jetzt kommen hoffentlich noch die Trichterwinden, die Fetthennen und die Herbstastern. Und mit etwas Glück gibt es „nebenbei“ noch ein paar Ringelblumen und Mädchenaugen und Kokarden und ein paar Mauretanische Malven. Aber die üppigste Zeit, die ist bald vorbei.

All year we are waiting for our plants and flowers to bloom and if they finally do so, it goes by so fast! I try to choose flowers that bloom for a longer time, but now the „high-season“ is almost over. My favourite Blutweiderich Lythrum salicaria is almost at the end. Maybe there will be some more flowers, but not many. I always miss him, if the time is over. The two pinkish flowering bushes take a lot of space here and are my delight in summertime :-) There are always some bumblebees, which makes me happy. I hope there will be enough flowers for them for the next few weeks.

 

32 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nati sagt:

    Richtig schön auf deinem Balkon Almuth.
    Und jedes Jahr ist anders. Das finde ich immer wieder spannend.

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke Nati! Ich wollte noch darüber schreiben, daß ich mich frage, warum ich die Jahre immer vergleichen will. Das ist so überflüssig! Es blüht, was blüht, aber ich habe immer die anderen Bilder im Kopf. So hat man Abwechslung und kann sich jedes Jahr über was anderes freuen und das ist auch gut :-)

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      1. Nati sagt:

        Man hat halt das vorherige Jahr noch gut in Erinnerung.
        So ergeht es mir auch immer.
        Ich finde die Vergleiche gar nicht so schlimm.
        Genau, so erfreut man sich immer abwechselnd über andere Pflanzen.

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      2. dagehtwas sagt:

        Nur nicht verrückt machen lassen, und denken „letztes Jahr war´s aber besser“ :-). Das gehört dazu, und damit kann die Natur auch gut umgehen. Ich kenne deise Wehmut aber auch, wenn etwas einfach so toll war, und im nächsten Jahr nicht mehr so vorkommt. Aber dafür gibt´s dann wieder anderes, an das man sich dann wieder im Folgejahr zurückerinnert ;-)

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        1. pflanzwas sagt:

          Ich habe kürzlich Fotos der vergangenen Jahre betrachtet. Es war schon sehr unterschiedlich und die Blutweideriche waren mal um einiges größer. Aber du hast natürlich Recht: dafür gibt es anderes Schönes :-)

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  2. Die Erdhummel auf dem Schmetterlingsflieder ist natürlich ein besonders schöner Anblick und sicher auch persönlich wie ein Dank und Lob für all die fleißige, liebevolle, gute Arbeit. Ich denke mir, die Insekten werden gern wiederkommen.

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  3. Es sieht immer noch sehr schön aus auf Deinem Balkon. Ich finde dieses Jahr auch, dass manche Pflanzen sehr kurz geblüht haben, z.B die Malven. Außerdem habe ich auch jede Menge Thripse, Spinnmilben, ein paar Raupen und diese blöden Dickmaulrüssler. Ich kann also eigentlich nicht klagen, dass keiner meine Pflanzen mag. 😉

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    1. pflanzwas sagt:

      ^^ Hör mir auf, Thripse habe ich auch und ganz neu, Zikaden oder zikadenartiges. So kleine Hüpfer, die auch fliegen können. Nagen die Blattoberseiten ab. Es ist zu trocken. Aber eigentlich tun wir aktiv etwas für die Insektenwelt, „toooll“ ^^

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      1. Stimmt. 😉 Nur dass wir eigentlich für andere Insekten was tun wollen.

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        1. dagehtwas sagt:

          hihi! Die Natur ist halt nicht so, wie wir sie uns vorstellen ;-) Wie sagt mein Mann manchmal halb im Scherz halb ernst? „Das ist mir jetzt aber zu viel Natur!“ ;-D

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          1. pflanzwas sagt:

            Haha, ja, der ist gut! In dem Sinne habe ich gerade auch ein wenig zuviel Natur ;-) Diese ewige Trockenheit, seufz. Außerdem dachte ich, regelt sich in der Natur alles selbst. Ich warte immer noch auf die Freßfeinde von Thripsen, Spinnmilben etc. Bei letzteren kommen die Raubmilben ja höchstens bei hoher Luftfeuchtigkeit. Das ist irgendwie kontraproduktiv ;-)

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            1. dagehtwas sagt:

              Ja, und da sind wir bei der nächsten naturphilosophischen Frage. Was heisst „regelt sich alles selbst“…?
              Regeln in dem Sinne, dass die, die wir als „Störenfriede“ empfinden, gefälligst von anderen gefressen werden sollen? Damit sie verschwinden?
              Regeln in welchem Zeitraum? Jetzt sofort? Im Laufe der überschaubaren nächsten Wochen?
              Das ist nicht „sich von selbst regeln“. Es ist normal, dass es Jahre gibt, in denen Läuse, Thripse, Spinnmilben, Mäuse und andere sehr gehäuft auftreten. Es war auch mal normal, dass alle paar Jahre Millionen Maikäfer einen halben Wald kahl fraßen. Es ist auch normal, dass es alle paar Jahre Borkenkäferjahre gibt… (Abgesehen davon, dass die Fichte an vielen Orten steht, wo sie nicht hingehört. Ich meine damit in natürlichen Fichtengebieten.)
              Wir halten das nur nicht aus :-) Wir hätten gerne, dass es jedes Jahr gleich und damit verlässlich ist.
              Das sogenannte Gleichgewicht, wie wir es noch in der Schule gelernt haben, gibt es eigentlich nicht. Man muß sich das Ganze vielmehr als ein Fließgleichgewicht vorstellen. Es ist ein Hin und Her, und unter´m Strich, über mehrere Jahre gesehen, gleicht es sich (vielleicht) aus, wenn nichts dazwischen kommt. Die Fressfeinde sind ja auch nicht -schnipp – da. Sie können in Thripsestarken Jahren mehr Nachkommen durchbringen als sonst, und treten dann im nächsten Jahr verstärkt auf, wenn, wie gesagt, nicht anderes dazwischen kommt. Aber dieses Jahr eben noch nicht. :-)

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            2. pflanzwas sagt:

              Fließgleichgewicht gefällt mir :-) Hm, es wird oft suggeriert, wenn man einen Naturgarten hat, daß dann die einen die anderen fressen und man nur abwarten bräuchte, als würde alles von selbst geschehen. Das Zeitfenster, daß du beschreibst, wird dabei nicht erwähnt.
              Ich habe es gar nicht sooo eilig, ich habe nur das Gefühl, daß die ollen Spinnmilben, mit denen ich mich auf unserem innenliegenden Balkon schon seit bald 20 Jahren amüsiere, so gut wie gar keine Freßfeinde haben. Die Raubmilben mußte ich immer selber kaufen ;-) Deshalb mein Eindruck, es regelt sich nicht, aber du hast mich jetzt aufgeklärt und vielleicht erlebe ich es ja doch noch :-)

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          1. dagehtwas sagt:

            Dein Balkon ist ja auch noch ein ganz besonderer Ort! Das spielt sicher auch eine Rolle. So weit oben, dann eine Insel, wenn man rundherum dazu nimmt… und vielleicht brauchen die Fressfeinde noch andere Faktoren zum Leben, als „nur“ die Beute. Wir wissen so vieles nicht…

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            1. pflanzwas sagt:

              Es ist eine Mischung aus Innen-Balkon und Wetter. Die Freßfeinde, die man kaufen kann, sind Raubmilben. Die kommen bzw. bleiben aber nur, wenn die Luftfeuchtigkeit höher und es nicht allzu windig ist. Deshalb werden sie eigentlich nur in Gewächshäusern eingesetzt. Aber ich habe bislang nur megaselten mal von einem Insekt gelesen, daß vermeintlich Spinnmilben verzehrt. Wie auch immer, die Bedingungen sind wohl nicht so, daß Freßfeinde hier vorbeischauen…dabei gäbe es Spinnmilben satt ;-)

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  4. Ule Rolff sagt:

    Wie schön Lavendel und Blutweiderich miteinander harmonieren!
    Die Fraßspuren an der Clematis sehen schwer nach Ohrenkneifer aus, geh mal im Dunkeln mit Taschenlampe gucken.
    Bei mir fressen sie regelmäßig die Dahlienblüten ab. Und die Krönung war ihr Überfall auf einen Wasserdost. Zig Ohrenkneifer, die sich Nacht für Nacht über das Laub hermachten und bis auf die Blattrippen abfraßen! Ich traute meinen Augen nicht, als die Taschenlampe mir das enthüllte.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das könnte sein. Vor einiger Zeit fand ich hier einen Ohrenkneifer und fragte mich noch, wie der hier hoch gekommen sein mag. Vermutlich eingeschleppt ;-) Da es zur Zeit keine Blattläuse hier oben gibt, nimmt er oder sie vielleicht Grünzeug. Ich suche schon einige Abende, bin aber noch nicht fündig geworden. Schau ma mal. Danke für den Tip! Darauf wäre ich nicht gekommen. Oje, dann haben sie bandenmäßig deinen Garten überfallen ;-)?

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      1. Ule Rolff sagt:

        Ja, haben sie, wie die Heuschrecken …

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        1. pflanzwas sagt:

          Ohrenkneiferheuschrecken, huaaaa ;-)

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    2. dagehtwas sagt:

      Mmh! Die werden sich gedacht haben: Oh, wie lecker! Leckerschmeckerzuckerbäcker! …äh… Dahlienbäcker ;-) Sind halt Feinschmecker ;-)

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      1. Ule Rolff sagt:

        tja, glücklich macht mich das nicht.

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        1. dagehtwas sagt:

          Verstehe ich! Ich wollte nur die andere Sichtweise darstellen ;-) manchmal hilft´s ein bißchen sich auszusöhnen ;-)

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          1. Ule Rolff sagt:

            Die andere andere Sichtweise: vor ein paar Nächten habe ich über jede Pflanze mit Besuch eine halbe Kanne verdünnte Tomatenjauche gebraust – seit mehreren Tagen gibt es nun keine neuen Fraßschäden und nächtens höchstens mal einen Ohrenkneifer. Sie dinieren nun woanders, diese Marinade mundet anscheinend nicht.🙂

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            1. pflanzwas sagt:

              *grins* – Ich habe heute den einen (?) Ohrenkneifer gesehen, der vermutlich hier oben wohnt. Auf der Suche nach Schatten hat er sich in die hinterste Ecke des Balkons verzogen.

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            2. Ule Rolff sagt:

              Er wird sich schon zu vermehren wissen …😠

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            3. pflanzwas sagt:

              Wenn er / sie alleine ist? Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es das Tier von neulich ist. Schau ma mal….

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  5. Wilder Meter sagt:

    Deine Blutweiderich-Plantage, überhaupt dein ganzer Balkon sieht spitze aus! Wie pflegst du deinen Wasserdost? Der ist ganz neu bei mir eingezogen und ist nun verblüht. Schneidest du ihn zurück?

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, zur Überwinterung (sie passen sonst nicht ins Winterquartier). Mein Vater hatte mir den Tip gegeben, ihn etwa 10 – 15 cm über dem Boden abzuschneiden. Die neuen Triebe kommen im Folgejahr daneben raus. Du hast sicher einen einheimischen? Ich glaube, meiner ist eine amerikanische Art. Hummeln und andere Insekten lieben ihn, Schmetterlinge sehe ich fast nie, obwohl es eine solche Pflanze ist.

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