Unterwegs

am
Tiergarten, Annateich und Löns-Park

Letztes Wochenende war ich mit dem Rad unterwegs. Der Tiergarten in Hannover ist ein schönes Ziel, wobei ich nicht im Tiergarten war, sondern am Annateich und dem angrenzenden Hermann-Löns-Park. Der Weg dorthin geht an schönen Wiesen und Weiden vorbei.

Wiese am Tiergarten

In Richtung des Tiergartens gibt es einige feuchte Wiesen und am Garten selber ist es im Frühling auch oft gut nass. Umso trauriger war es zu sehen, daß eine meiner Lieblingsbaumgruppen „aufgegeben“ hat. So sah es hier 2014 aus (ich glaube im Spätsommer / Herbst). Diese Baumgruppe mit den Bäumen und Sträuchern war immer ein schöner Blickfang. Schon letztes Jahr sahen manche Bäume nicht gut aus.

So sieht es aktuell aus. Nur die Sträucher sind noch grün, alle Bäume dafür kahl. Eine drastische Erscheinung. Ob das jetzt ausschließlich am Klimawandel liegt? Sinkende Grundwasserspiegel? So habe ich die Dürreschäden jedenfalls noch nirgends gesehen. Schade jedenfalls.

Dafür sieht es in die andere Richtung noch schön aus. Im Frühjahr stand hier das Wasser auf der Wiese.

Vorne an noch ein schöner alter Holzpfosten. Da es um mich rum zirpte und flatterte, habe ich erst zu Hause bemerkt, daß auf dem Pfosten welche von den hübschen Becherflechten wachsen.

Ein Gegenstand, der eine Geschichte zu erzählen hat.

Ein paar Meter weiter wuchs vermutlich Baldrian(?) und dort sah ich einen ganzen Haufen Schmetterlinge. Wenn ich nicht falsch liege, könnten es Grosse Ochsenaugen Maniola jurtina gewesen sein. Schön, endlich mal eine ganze Handvoll Schmetterlinge auf einmal zu sehen!

„Frau Großes Ochsenauge“ (?)

Mir gefällt das Zusammenspiel der Halme so gut :-)

Die Schmettegagen, wie der Maulwurfn sie nennen würde, waren aber nicht die einzigen Attraktionen hier. Auf den Dolden saß auch eine große Igelfliege (oder Raupenfliege), hier nur die Rückansicht.

Schon in der Stadt hinterm Haus auf der Wiese „grillte“ und zirpte es wie verrückt. Doch hier, das war kein leises Zirpen, das war kein zartes „grillen“, daß war ein Megaevent der zirpenden und grillenden Schreckenfraktion. Ein paar zeigten sich, wenn auch nur ein paar Sprünge „lang“.

So eine hübsche Schrecke habe ich noch nie gesehen. Bei meiner Suche bin ich nicht fündig geworden, was es sein könnte. Wenn man allerdings die Größe bedenkt, ein paar cm, dann überrascht mich das Getöse dort gar nicht :-)

Weiter ging es an den Annateich. Die Ufervegetation ist schön dicht. An einigen Stellen wächst Blutweiderich, der auch gleich die Insekten anzieht.

Last weekend I have been on a ride by bike and I went to the direction of the Tiergarten, a historic park in the east of Hannover. About the late 1600 this area was founded as a hunting ground for the nobility. I didn’t go into the Tiergarten, but I went to the neighbouring Annateich and the Herman-Löns-Park, which is a historic park too, but it was founded in the 1930ies. The ground is wet, originally it was boggy. Today it still is, to some extent. On the 2nd and 3rd picture you can see my favourite grove in this area. I always like to stop there. The first photo is from 2014, the other one from today. I don’t know if all the dead trees are victims of the changing climate, the sinking groundwater level or if there is another reason. I didn’t see so many dead trees at once so far. A pity!

But luckily the meadow in the other direction still looks good. In springtime it is often completley wet. I found this old stake here – these old pieces of wood have always a story to tell – and next to it were several butterflies (Maniola jurtina). I believe they were drinking from Valerian (?). It was such a joy to see so many butterflies at once! And there were other insects, like a fly from the family of Tachinidae and some big grasshoppers! I never saw such a beauty before :-)

Finally I went to the Annateich, which is a small lake devided into two. The bank with the vegetation is dense, which is for the benefit of ducks and other animals. The Blutweiderich / purple loosestrife, which is my favourite plant (I have some of them on my balcony), was like always a magnet to the insects. A buff-tailed bumblebee and a blue butterfly of the family of gossamer-winged butterflies were drinking nectar there. It is a nice place to stay, enjoy the sun and the wildlife there :-)

21 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nati sagt:

    Schon erschreckend bei manchen Bäumen. Ich sehe auch überall zwischen den Bäumen ein paar Tote.

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    1. pflanzwas sagt:

      …und kaum ein Baum, der nicht tote Äste hat. Manche nur wenige, andere sehr viele. Und viele tote Birken. Ich hoffe jetzt drauf, daß die neuen frischen Birken andere Wurzeln bilden, als ihre Eltern und klimafester werden. Sonst müssen wir uns noch von vielen Bäumen verabschieden, was eine gruselige Vorstellung wäre. Wer weiß, was die Natur dann hervorbringt….

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      1. Nati sagt:

        Ja da hast du recht.
        Tote Äste sehe ich auch in vielen Bäumen und Sträuchern. Wer weiß wo das noch endet. Aber die Natur ist anpassungsfähiger als wir denken.

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        1. pflanzwas sagt:

          Und wenn es Steppe wird, irgendwas wächst immer. Vielleicht Mittelmeervegetation? Vielleicht können sich ein paar Bäume anpassen. Auf der anderen Seite kann es jederzeit in eine andere Richtung gehen und wir kriegen zu viel Regen. Aber gerade Birken würde ich sehr vermissen. Immerhin habe ich noch eine auf dem Balkon…

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          1. Nati sagt:

            Ewig wirst du sie auf dem Balkon nicht halten können.
            Pflanzt du sie dann irgendwo in einem Wald?

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            1. pflanzwas sagt:

              Die sind schon ewig hier. Da sie in kleinen Töpfen stehen, werden sie nicht viel größer. Wenn ich dann einen Garten habe…..iiiirgendwann mal…. Andernfalls pflanze ich sie aus, keine Ahnung, wohin.

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  2. Eva Zimmer sagt:

    Was für ein schrecklicher Baumfriedhof – deine Vorher/Nachherbilder zeigen so gut, was im Moment überall zu beobachten ist. Während man sich inmitten dieses schleichenden Prozesses der Veränderung befindet, lässt sich der Klimawandel (von denen die das wollen) vortrefflich kleinreden oder leugnen. Deine Bilder machen mich ganz betroffen.
    Es fällt schwer, da positiv zu bleiben.
    Danke, dass du die Kurve mit schönen Schmetterlingen und Heuschrecken gekriegt hast :)

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich bin etwas gespalten. Schäden sieht man ja überall, wenn man einen Blick dafür hat, aber daß so viele Bäume auf einmal eingegangen sind, wundert mich schon ein bißchen. Es sei denn, es waren alles welche, die empfindlich auf die Extreme reagieren. Wie auch immer, sehr schade. Wir dürfen gespannt sein, was die Natur stattdessen noch wachsen läßt. – Die Heuschrecken schienen zufrieden zu sein :-)

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  3. Ich finde es auch schade, wenn Baeume, die man so lange sieht und kennt, ploetzlich von Schaedlingen befallen werden oder absterben oder verduerren. Aber dann sage ich mir, Menschen sterben auch in verschiedenem Alter, wieso sollte es bei den Baeumen nicht auch so sein? Manche werden aelter, manche nicht. Hauptsache, es waechst immer wieder was nach. Und das scheint ja bei deiner Baumgruppe der Fall zu sein.
    Viele Gruesse
    Christa

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    1. pflanzwas sagt:

      Da hast du wohl Recht. Ich weiß zwar nicht, ob dort Bäume wachsen, aber viele Sträucher. Irgendwas kommt sicher.

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  4. Ein schöner Ausflug, liebe Almuth. Daß so viele Deiner Lieblingsbäumen eingegangen sind, finde ich auch sehr traurig. Hoffentlich werden wieder einige neue angepflanzt.
    Dir noch ein nettes Wochenende.
    Tanja

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich glaube nicht, daß dort gepflanzt wird (es ist wohl eine Weide für Rinder). Immerhin stehen die Sträucher noch und vielleicht kommt da noch was hoch. Jetzt muß ich mir nur ne neue Lieblingsgruppe suchen :-( LG Almuth

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      1. Dann hoffen wir mal, daß die Bäume vielleicht einige Ableger erzeugt haben, und daß die sich, sobald der Regen wiederkommt, entfalten können. In der Zwischenzeit kannst Du Dich nach einem Ersatz umsehen. 🌳🌲🌳

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  5. Ein schöner Ausflug, der Teich ist eine Freude. Trotzdem ist es schade um die Bäume. Man sieht überall welche, die nun noch ganz dünnes Laub haben oder schon ganz vertrocknet sind. Ob sich Bäume so schnell anpassen können, dass sie die Kurve noch kriegen?

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    1. pflanzwas sagt:

      Die älteren eher nicht, aber meine Hoffnung geht auf die jungen Bäume, die jetzt so „aufwachsen“.

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  6. Ule Rolff sagt:

    Ein Ausflug mit Höhen und Tiefen, liebe Almuth. Schade ist es um die Baumgruppe, auf jeden Fall. Es scheint eine Gruppe aus verschiedenen Arten gewesen zu sein, da finde ich es merkwürdig, dass sie alle zugleich auf veränderte Bedingungen reagiert haben. Aber wenn die Ursache etwas so Fundamentales ist wie fehlendes Wasser, trifft das natürlich alle Arten.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das ging mir ja auch so. Ich habe noch mal versucht herauszufinden, was für Bäume es waren. Eine Gruppe von Birken, daß ist leider nicht verwunderlich. Manches sieht nach Eiche aus. Vielleicht ist der Grundwasserspiegel massiv abgesunken. Keine Ahnung. Oder vielleicht ist irgendwas schädliches hochgekommen. Bei den geringeren Wasserständen konzentrieren sich ja auch die Nitrate in unserem Grundwasser.

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      1. Ule Rolff sagt:

        Da hast du Recht. Wassermangel hat ja auch solche Folgen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Vielleicht nicht bei den Bäumen, aber sicher auch für uns.

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  7. Centi sagt:

    Das ist ganz sicher der Klimawandel. Hitze und Trockenheit schädigen die Bäume, und wenn dann noch Parasiten oder Pilze dazu kommen, ist es vorbei. Das Schlimme dabei ist, dass die neuen Bäume kaum noch eine Chance haben, selber richtig groß und alt zu werden. Wir werden in Zukunft fast nur noch kleine, dünne Struppis haben. :-(
    LG
    Centi

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    1. pflanzwas sagt:

      Das frage ich mich auch, wenn ich die Aufforstungsversuche im Wald sehe. Da kann man sich wahrscheinlich schon freuen, wenn nicht alle bereits im Anfangsstadium vertrocknen. Wir werden sehen. Es kann auch immer noch das Gegenteil eintreten, nämlich zu viel Regen. Beides ist nicht wünschenswert. LG

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