Insekten: Schwarz-gelb und harmlos II

Grabwespen

Diese Art habe ich mit wiederkehrender Regelmäßigkeit auf dem Balkon. Sie baut hier gerne Nester in meinen Töpfen. Zur Ernährung ihrer Larven erbeutet diese Art Schnaken (soweit ich das erkennen kann), andere stehen auf Fliegen, Schwebfliegen u.a. Ich glaube, dieses Tier gehört zur Gattung Ectemnius, aber es gibt viele Arten mit Farbvarietäten, so daß ich wieder einmal nicht richtig fündig geworden bin. Manche, die hier herumschwirren, scheinen mir kleiner, andere größer zu sein. Aber die meisten kommen schwarz-gelb daher.

Absolut irre: Wie es der Zufall so will, habe ich gerade eben! einen Kommentar erhalten, wo mir der Name mitgeteilt wurde: Es ist Crossocerus vagabundus, der Schnakenjäger! Das einzige, was mich irritiert, ist die Aussage, daß sie in morschem Holz nistet. Bei mir nistet sie ausschließlich in der Erde. Ansonsten paßt aber alles, so daß ich davon ausgehe, daß es die richtige Art ist.

Wie die anderen Insekten, die ich bislang in dieser Kategorie vorgestellt habe, sind auch die Grabwespen harmlos und haben nicht das geringste Interesse an uns Menschen noch an unserer Nahrung. Siehe das Stichwort Schnaken oder Fliegen ;-) Wobei diese Tierchen nur das Futter für die Nachkommen sind. Einige Arten ernähren sich von Pollen und Nektar.

Kürzlich hatte ich das Glück, eine „meiner“ Grabwespen bei der Arbeit zu beobachten. Erst mal landete sie auf dem Geländer mit ihrer Beute.

Hier sieht man es. Die Beute umklammert sie mit ihren Beinen und trägt sie unter dem Bauch.

Die kommt ganz schön konspirativ daher ;-)

Sie mußte sich wohl noch sammeln und das Schnakentier richtig lahmlegen. Dafür ist sie auf den Schmetterlingsflieder geflogen. In der Regel wird die Beute gelähmt und als Frischeproviant in den Bau unter der Erde eingetragen. Beim Umtopfen begegnete mir einmal so eine Schnakensammlung.

Immer wieder erstaunlich, wie Insekten größere Insekten erbeuten und diese auch tragen können.

Die Beute wird noch mal richtig zurecht gelegt.

Auch wenn sie das Wort Wespe im Namen tragen und schwarz-gelb daherkommen, können sie nicht stechen und sind auch nicht an uns interessiert. Und wenn etwas in dieser Art bei euch in den Töpfen gräbt oder im Boden: sie sind harmlos und machen keinerlei Probleme. Wenn der Nachwuchs geschlüpft ist, kehrt wieder Ruhe ein.

Sie kommt gerade aus ihrem Bau in einem meiner Blumentöpfe. Hallo Du!

Manche Arten bauen Gänge in morsches Holz oder markhaltige Pflanzenstengel, andere graben Gänge in die Erde, wie man in diesem Beitrag sehen kann.

Notiz für mich: sie jagt insbesondere die Schnaken der Art Tipula und Nephrotoma

 

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wow! Amazing captures and insight!

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  2. puzzleblume sagt:

    Vielleicht ist die Erde in durchwurzelten Balkonpflanzgefässen in ihrer Struktur manchmal dem morschen Holz ähnlicher. Ein interessanter Balkonbewohner.

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    1. pflanzwas sagt:

      Sehr putzig auf jeden Fall. Es ist schon interessant, wenn man vor Ort andere Entdeckungen macht, als manchmal beschrieben wird. Allerdings war das bislang nur eine Quelle, wo ich es las.

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  3. Ein ziemlicher Grössenunterschied zwischen der Wespe und ihrem Opfer.

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    1. pflanzwas sagt:

      Wie bei den Ameisen, die ein vielfaches ihres Gewichtes tragen kann. Trotzdem immer wieder erstaunlich und bewundernswert.

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  4. naturfund.de sagt:

    Unglaubliche Szenen, die sich da auf deinem Balkon abspielen. Die von dir aufgefundene Schnakensammlung finde ich aber auch spannend. Wusstest du da schon Bescheid oder warst du erschrocken/überrascht?

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich hatte schon diese Beobachtungen gemacht, daß die Grabwespe mit den Schnaken in der Erde verschwand. Trotzdem war ich in dem Moment perplex, aber das Bild vervollständigte sich dann.

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      1. naturfund.de sagt:

        Das ist aber auch eine irre Vorstellung.

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  5. Nicht schlecht, was die wegschleppt. Es muss wirklich sehr spannEnd sein, all diese Insekten auf dem eigenen Balkon zu beobachten.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ist es, ist es :-) Spannender als Fernsehen.

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  6. Feine
    Aufnahme des Räubers !

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    1. pflanzwas sagt:

      Manchmal hat man Glück, aber wem sage ich das :-)

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