Juhu, die Glockenblumen-Scherenbiene ist da :-)

Eine „alte Bekannte“

Naja, so alt dann auch wieder nicht. Die Pfirsichblättrige Glockenblume Campanula persicifolia habe ich erst seit letztem Jahr, doch schon da tauchte die „dazugehörige“ Wildbiene auf: Die mit dem langen Namen Glockenblumen-Scherenbiene Chelostoma rapunculi. Sie gehört zu den Wildbienen, die auf eine Gattung spezialisiert sind (oligolektisch), den Glockenblumen. Nun haben die oben genannten Blumen bei mir sehr früh angefangen zu blühen. Drei Pflanzen mit insgesamt 33 Blüten! Leider kam die Solitärbiene erst, als nur noch eine Handvoll Blüten offen war. Aber es gibt Knospen. Für Nachschub wird gesorgt und dann kommt sie hoffentlich auch wieder.

Im Netz las ich, daß sie in der Regel von Mitte Juni bis Ende August fliegt. Wir haben noch nicht mal Juni. Also auch die Wildbienen sind etwa 2-3 Wochen früher dran.

Die Blüten sind etwa mittelgroß. Hier sieht man, wie winzig diese Solitärbienen sind, hier übrigens ein Weibchen, knapp unter 1 cm.

Ich hatte kürzlich schon erwähnt, daß diese Wildbienen oft in den Blüten der Pflanze übernachten. Ihre Nester legen sie in Hohlräumen an, gerne in Totholz. Auch Nisthilfen sollen sie besiedeln, wenn bei mir auch noch keine eingezogen sind. Allerdings braucht sie sehr kleine Niströhren mit einem Durchmesser von 3,5 mm. Mehr zu dieser Wildbiene und ihrer Lebensweise hier bei Wildbienen.de.

Interessant ist noch, daß der Nestverschluß mit kleinen Steinchen verschlossen wird. Bei den Mauerbienen ist es feuchter Sand oder Lehm, der für den Verschluß genutzt wird. Eine letzte Rostrote Mauerbiene ist bei mir noch am Werkeln und hin und wieder kommt eine, um sich Nektar zu holen. Ansonsten ist die Saison der Gehörnten und Rostroten Mauerbienen Osmia cornuta und Osmia bicornis für dieses Frühjahr beendet.

Was auch noch bemerkenswert war: ein Trauerschweber Anthrax anthrax (oder mehrere) taucht zur Zeit hier auf. Er parasitiert die Larven der Mauerbienen. Viele Insekten sind ja sehr scheu, der Trauerschweber landet mit wiederkehrender Regelmäßigkeit auf mir. Wahrscheinlich bin ich besonders warm und anschmiegsam ;-) Ich habe ihn noch nie an irgendwelchen Blüten beobachtet, aber letzte Woche schwebte er vor den Pfirsichblättrigen Glockenblumen und tippte in seinem kolibriähnlichen Schwebflug immer wieder an die Narben der Blüte, um sich Pollen zu holen.

Welche Art es genau ist, kann ich nicht sagen. Meist sind hier die komplett schwarzen Ausführungen unterwegs. Anthrax ist griechisch und bedeutet „Kohle“.

Hier eine bessere Draufsicht:

Der Trauerschweber gehört übrigens, wie der Wollschweber, dieses kleine puschelige Fliegetier, zur Familie der Wollschweber.

More wild bees to come! The solitary bee Osmia rapunculi is specialized in Campanula flowers and nothing else. Luckily she likes many different Campanulaceae. I have this flower on my balcony on the 3rd floor since last summer and immediately this very tiny bee turned up! Male and female bees of this kind like to sleep in the flowers over night. If you have them in your garden, you can look into the „bells“ late in the evenings. Maybe you can find some. This bee is nesting in deadwood or in little tubes. The fun thing about her way of building nests is the „lock“. Other bees use wet sand or adobe. Osmia rapunculi uses little stones to finish her work. She is a kind of builder ;-)

The other insect is Anthrax anthrax and is parasitising the larvae from other solitary living bees. It looks really strange and flys like a hummingbird. Besides it likes to sit down on my clothes. Probably because I am so warm and soft, haha.

35 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Schön, dass sie wieder bei dir aufgetaucht ist.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich freue mich auch sehr! Und das hier oben. Kaum gibt es irgendwo Glockenblumen, taucht sie auf. Ich glaube, ihren Mann sah ich auch, aber an einer Malvenblüte. Ob das sein kann? Und seit heute wieder eine Blattschneiderbiene im Kasten! Ich bin im Wildbienenhimmel ;-)

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      1. puzzleblume sagt:

        Bei mir blühen sie noch nicht, aber dann sind sie auch immer gleich da. Die Männchen sollen genauso glockenblumentreu sein.

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        1. pflanzwas sagt:

          Dann ist es wohl doch was anderes. Ich werde bei der Suche nach den lieben Kleinen noch irre. Immer scheint irgendwas anders zu sein. Ich möchte mal welche im Ampellook: rot-gelb-grün und leicht zu erkennen!

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          1. puzzleblume sagt:

            Stimmt, es kostet immer Stunden, irgendwas zu finden, und dann sowas.

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  2. Wie Du es immer schaffst, die kleinen Bienchen zu bestimmen… Hut ab. Ich leide irgendwie an Bienenblindheit, für mich sehen die alle irgendwie gleich aus, obwohl ich ihnen regelmäßig am Insektenhotel zusehe. Gestern tauchte da etwas ganz kleines hektisches auf… keine Chance, dass ich rausfinde, was das war.

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    1. pflanzwas sagt:

      ^^ Haha, wenn du wüßtest, wie lange ich hier gestern gesessen habe, um die letzte Wildbiene zu bestimmen. Bei der Glockenblumen-Scherenbiene kommt die Hilfe mit der Blüte dazu. Ich hörte davon, daß sie auf diese Blüten spezialisiert sind und dann konnte ich auch die Biene auf den Bildern erkennen. Bei den Winzlingen ist man meistens chancenlos, wenn nicht irgendwas auffälliges dran ist. Diese kleinen hektischen machen mich immer fertig ;-) !!!

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      1. Aber diese Ausdauer würde ich vermutlich nicht aufbringen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Manchmal will ich es einfach wissen, aber wenn es zu fisselig wird…

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  3. Ule Rolff sagt:

    Die Trauerschweber gibt es bei mir auch (leider reichlich), sie sitzen stundenlang auf den Niströhren der Wildbienen.
    Ich gestehe, sie dort gelegentlich wegzujagen – meistens kommen sie dann erst am nächsten Tag wieder. Es sind ja sehr interessante und schöne Tiere, aber meine lieben Mauerbienen sollen sie trotzdem nicht parasitieren. Das können sie irgend woanders machen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich habe mehr Schmalbauchwespen. Die tummeln sich hier auch gerade. Gestern las ich bei Wildbienen.de (?), daß man die Trauerschweber austricksen kann. Irgendwas mit gelb markierten Röhren, die nicht sehr tief sind, auf die sie dann fliegen und ihre Eier umsonst ablegen. Die kann man dann später entsorgen. Mal sehen, ob ich es wiederfinde.
      https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/parasiten/trauerschweber/
      Ziemlich weit unten! Ansonsten: Natur ist Natur…

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      1. Ule Rolff sagt:

        Danke für den Hinweis … 😀. Vielleicht kann ich sie verleiten.

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        1. pflanzwas sagt:

          Leg noch ein paar Schokoriegel dazu ;-)

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          1. Ule Rolff sagt:

            Nö, so weit geht die Liebe nicht. Die esse ich selber.

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            1. pflanzwas sagt:

              Ich wollts nicht schreiben ;-) Damit kannst du dich selber locken, hihi.

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  4. Wilder Meter sagt:

    Bei mir auch: erst die Männchen und gestern hab ich ein Weibchen gesehen. Bei mir blüht erst eine Polsterglockenblume, die keine Blüten hat. Das Männchen hat mangels großer Glockenblumenblüten in der Reiherschnabel-Blüte übernachtet.

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    1. pflanzwas sagt:

      Hihi. Immerhin hat er Ersatz gefunden! Vielleicht kann ich dich demnächst um Rat fragen. Ich hab hier eine Wildbiene, die ich für das Männchen hielt, aber die tummelte sich auf einer Malvenblüte. Ich weiß nicht, wie genau die das nehmen mit ihrer Glockenblumenpräferenz ;-)

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  5. kowkla123 sagt:

    schön, dich zu lesen, viele schöne Momente sollen dich auch heute begleiten, Klaus

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach Klaus, danke dir! Wo bist du gewesen? Urlaub???

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  6. Centi sagt:

    Ooooh, ein Trauerschweber! Wie schön. An die erinnere ich mich aus meiner Kindheit (eben weil ich so gerne auf Leuten landen), habe aber schon seit ewiger Zeit keinen mehr gesehen. Ich hatte die schon ganz vergessen.
    LG
    Centi

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    1. pflanzwas sagt:

      Das ist ja lustig, sogar aus deiner Kindheit. Viele kennen den gar nicht und für dich ist es ein alter Bekannter. Wenn du irgendwo einem Insektenhotel begegnest, hast du gute Chancen auf ein Wiedersehen :-) lG Almuth

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  7. Madddin sagt:

    Wieder ein sehr schöner Beitrag! Den Trauerschweber habe ich gestern erstmalig auch gesehen und beobachtet, wie er meine Bienemhotels inspirierte.
    Liebe Grüße
    Martin

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    1. pflanzwas sagt:

      Herzlichen Glückwunsch! Wildbienen und Parasitoide, jetzt ist die kleine Insektenwelt komplett :-) Du wirst bald bestimmt noch mehr kennenlernen! LG Almuth

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      1. Madddin sagt:

        😀Oh, ich kenne schon die Goldwespe und DEN Hummelschweber, der ab März die Beete unsicher macht. Es ist eine faszinierende Welt, die mich dazu bringt, auf allen vieren durch den Garten zu kriechen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Du kennst ja wirklich schon eine ganze Menge :-) Auf allen vieren durch den Garten kriechen, ja, so ähnlich mache ich das auch. Hatten wir das nicht schon mal, daß wir uns dann auf Augenhöhe treffen würden :-)?

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          1. Madddin sagt:

            Boing! Oder mit den Köpfen zusammen stoßen 😀

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            1. pflanzwas sagt:

              …und dazwischen klebt dann ein Käfer oder was ;-)

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            2. Madddin sagt:

              😀Karl, der Käfer…der arme. Das Bestimmen der Arten fällt mir schwer. Ich hätte gerne dein Wissen und deine Erfahrung.

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            3. pflanzwas sagt:

              Haha! – Soviel Wissen habe ich gar nicht. Ich rate ja allzuoft nur rum. Aber mit der Zeit wird es sicherlich etwas mehr. Du kannst ja gut mit deinen Mitbewohnern anfangen :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you! And just a step out of the door ahead :-)

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  8. Der Trauerschweber ist sehr edel.
    Ich habe ihn zwar dieses Jahr schon mal im Wald gesichtet, aber letztes Jahr gelangen mir sehr schöne Fotos am insektenhaus.

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    1. pflanzwas sagt:

      Dort kann man ihn am Besten erwischen, wenn er nicht gerade auf einem sitzt ;-)

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