Happy Birthday, Biene

Ein paar Gedanken zum Weltbienentag

Dabei bin ich zu spät dran, spät im doppelten Sinne. Der Tag ist fast zu Ende und ich eigentlich zu müde, aber dennoch möchte ich kurz daran erinnern, um was es geht. Im Prinzip ist jeder Tag Weltbienentag, Insektentag, Artentag. Das Thema des Insekten- und Artensterbens beschäftigt uns schon länger, aber tut sich was? Ja. Genug? Nein.

Viele Denken bei Bienen in erster Linie an unsere Honigbienen, die uns den leckeren Honig liefern und durch Imker in Bienenstöcken gehalten werden. Auch für die Honigbienen wird die Nahrung mancherorts knapp, weil die Landschaft verarmt und immer weniger blühendes zu finden ist. Ein paar Rapsfelder bieten den Bienen für kurze Zeit eine gute Tracht, aber wenn die Felder abgeblüht sind, gibt es u.U. nichts anderes mehr in der Gegend, weil landwirtschaftlich jeder Fleck genutzt wird. Das muß nicht, kann aber bedeuten, daß neben dem Raps nur Getreide oder Mais steht oder anderes Grünland. Einziger Trost: der Imker kann seine Bienen unterstützen und mit Futtergaben ihre Notzeiten überbrücken.

Das geschieht bei den ca. 560 bis 580 Wildbienenarten in Deutschland nicht, zumal ein Teil davon bereits ausgestorben ist.

Hier gibt es eine Übersicht zur Roten Liste für Wildbienen, erstellt von Dr. Paul Westrich. (Die Liste ist nicht die aktuellste, vermittelt aber einen Eindruck. Auf seiner Seite gibt es eine neuere Liste.) Um es kurz zu machen: ca. 250 Arten und ein paar mehr waren zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Liste NICHT gefährdet. Alles klar?

Ich hatte kürzlich schon mal in Bezug auf die Insekten darauf hingewiesen, daß es nicht nur um Nektar- und Pollenquellen in Form von Blumenwiesen geht, sondern auch um Lebensräume. Ich habe gerade nur kurz reingelesen, aber auch bei den Wildbienen ist der Schwund neben fehlenden Blütenpflanzen, auf die Zerstörung des Lebensraumes, insbesondere auch der Nistmöglichkeiten zurückzuführen. Dazu kommt die Tatsache, daß es einige Wildbienen gibt, die auf eine einzige Blütenart spezialisiert sind. Diese ernährungsweise bezeichnet man als oligolektisch. Verschwindet die Pflanze, verschwindet die Biene. Insgesamt muß das Zusammenspiel verschiedener Faktoren stimmen, damit „anspruchsvollere“ Bienen überleben können. Nicht jede Art ist so flexibel wie die häufigen Mauerbienen, die zumeist unsere Insektenhotels beziehen, die auch noch viele verschiedene Blüten besuchen.

Ein ganz ganz kleines Potpourri (Sandbienen, Seidenbienen, Schmal- und Furchenbienen vermutlich) der über 500 Wildbienenarten Deutschlands. Die ganz kleinen kann ich meistens nicht bestimmen. Sie sind aber auch ohne Namen hübsch anzusehen :-)

 

Wildbiene unbekannt

Wildbiene unbekannt

Wildbiene – Mädchenauge
Wildbiene unbekannt
Wildbiene

16 Kommentare Gib deinen ab

  1. wunderbarer beitrag, danke! 🐝

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke dir! LG Almuth

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  2. Werner sagt:

    Selbst die, den meisten Nutzen von der Biene haben, trachten nach ihren Leben . Die Landwirtschaft!!!!! Sie sprüht nicht nur tonnenweise Gift und Gülle auf ihre Felder, sonder zerstört auch ihre Lebensräume . So sind in den letzten Jahren nicht nur, Schutzzonen wieder umgepflügt worden, des sind auf wichtige Lebenräume zerstört worden. Feld und vor allem Feldmauer, die den Bienen Nistplätze bieten mußten der modernen Feldtechnik weichen . Dort wo immer größere Maschinen eingesetzt werden die oft GPS gesteuert sind ist kein Platz für Hecken. Durch den hohen Bestand an Vieh, haben Wiesen kaum eine Chance sich zu entfalten . Wenn möglich werden diese bis zu vier mal im Jahr geschnitten .Um den Ertrag zu erhöhen trägt man tonnenweise Gülle auf . ( Das Zeug muß ja irgendwo hin, bei dem großen Viehbestand) Hier fehlen den Bienen Wiesenkräuter und Feldblüten. Noch vor wenigen Tagen, gingen genau diese Bauern auf Strassen um zu demonstrieren. Ihr Ruf nach mehr Mitbestimmung wurde laut , nach weniger Forschriften und Einschränkungen. Ich frage mich wie dieses Mehr an Mitbestimmung aussehen soll????? Noch mehr Gift , noch mehr Gülle ??? Noch mehr Lobby durch die Politk. Schade das Bienen keine Lobbyisten haben , die ihre Meinung vertreten . Sie haben nur einige wenige Menschen wie dich und mich, die oft als Phantasten belächelt werden .

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    1. pflanzwas sagt:

      Da gebe ich dir Recht Werner. Wie viele andere Themen auch, werden hier immer wieder die Augen davor verschlossen. Im Sinne des Ertrags wird die Natur ignoriert, als bräuchte man sie nicht. Dabei wäre es so gut und sogar profitabel, wenn man mit ihr und nicht gegen sie arbeiten würde. Es käme dem Boden zu Gute, wenn er nicht ständig überdüngt würde, die Erträge wären sicherlich gut, wenn es eine große Artenvielfalt gäbe und Vögel und andere Insekten die Schädlinge jagen würden. Das sowas möglich ist, sieht man ja, aber es kostet auch. Da sind natürlich auch die Verbraucher gefragt, die sich in den letzen 15 bis 20 Jahren daran gewöhnt haben, daß Lebensmittel immer billiger werden und das oft auf Kosten der Natur in anderen Ländern, zusätzlich zum eigenen Land. So langsam kommt es bei immer mehr Menschen an. Viel zu viele haben leider keine Vorstellung davon, was passiert. Der Naturkundeunterricht (gibts den eigentlich noch?) müßte viel mehr in den Fokus gerückt werden. Ein Praktikum in einem naturnahen Bereich wäre in der Schulzeit (oder auch für Erwachsene) eine wünschenswerte Maßnahme, um das Verständnis zu vergrößern. So mancher freiwillige Erntehelfer lernt jetzt was fürs Leben und die Lebensmittel mehr zu schätzen. Sowas sollten wir alle mal mitmachen!

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  3. Wirklich beeindruckend, wie viele verschiedene Bienen Du schon „gesammelt“ hast. Ein paar fühlen sich zwischen Katzenminze und Schnittlauch auch bei mir wohl.

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    1. pflanzwas sagt:

      So im Laufe der Jahre kommt was zusammen. Schade, daß ich diese ganz Kleinen nicht größer ablichten kann. So winzig, wie die sind, erkennt man kaum was. Ach ja, die beiden Pflanzen sind gute Energiequellen. Erstere schwächelt bei mir seit letztem Jahr.

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  4. You have been as busy as these bees! Wonderful! So many of them, which is always good! :)

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    1. pflanzwas sagt:

      I am happy as can bee about them ;-)

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  5. bluebrightly sagt:

    A tribute to a very important group of beings on this planet. I can’t imagine living without them.

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you Lynn. Me neither! But it doesn’t look good. Many promises are made, but economy is always more important – at least it looks like that. Our a.. is nothing worth without these tiny creatures. Lets hope that we can make a change soon!

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      1. bluebrightly sagt:

        That’s it – the economy always wins. :-(

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        1. pflanzwas sagt:

          Maybe not always, but too often. Do you know the saying: we saw the branch we sit on (bad translation ;-) ?

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          1. bluebrightly sagt:

            NO, maybe that one doesn’t have an English version. Wait – Joe says we have „We cut off the branch we sit on.“ That’s it.

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