Wildes Stadtgrün, saubere Städte!

WILDNIS IN DER STADT – BALD KEINE AUSNAHME MEHR?

Derzeit gibt es in Deutschland ein Projekt, an dem drei Städte teilnehmen. Das Motto heißt „Wildnis wagen“ und neben Frankfurt am Main und Dessau-Roßlau ist Hannover die dritte Stadt im Bunde. Wundert mich irgendwie nicht, denn 2011 wurde Hannover als Bundeshauptstadt der Biodiversität ausgezeichnet. Ob das noch genauso aktuell ist und wie sich das mit dem anhaltenden Bauboom entwickelt, kann ich nicht beurteilen, aber es wird viel gemacht.

Die starke Bautätigkeit ist ein Grund, warum es dieses Projekt gibt. Wachsende Städte, wilde Natur, die dabei zunehmend verloren geht. Also hat man einige Flächen ausgewählt, die zukünftig sich selbst überlassen werden sollen. Das Projekt ist von 2016 bis 2021 angelegt. Eine Fläche ist gar nicht so weit weg. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln wird. Wobei verschiedene Habitate ausgewählt wurden, neben Wiesen auch ein Stück im Wald, ein Bereich in einer Kleingartenkolonie. Es wird nur an wenigen Stellen eingegriffen, nämlich dort, wo wild lebende, schützenswerte Arten, eine offene Landschaft benötigen.

Mehr dazu auf: Staedte-wagen-wildnis.de

Überhaupt tut sich was. Heute habe ich eine kleine Radtour gemacht. Eine Strecke, die ich öfter fahre. Heute sah ich jedoch erstmalig an einigen Flächen Schilder stehen, wo zu lesen stand: Hier wachsen artenreiche Wiesen und Weiden.

Das ist ein altes Foto vom letzten Jahr aus der Nähe der entsprechenden Wiese.

Mehr Mohn

Ein weiteres Schild stand an einem Blühstreifen, der zwischen Feldern angelegt war. Außerdem sah ich entlang mancher Straßen, daß die Randstreifen und Baumscheiben nicht gemäht waren. Ich weiß leider nicht mehr, ob sie sonst auch später gemäht wurden (vielleicht im Juli, nach der Setzzeit?) oder ob man sich schon dazu entschlossen hat, mehr wachsen und blühen zu lassen. Interessant ist, was plötzlich dort blüht, wo sonst nur gestutztes (und je nach Witterung verbranntes) Gras zu sehen war: Neben Schafgarbe und Ferkelkraut wucherte an einer Stelle sowas wie kriechende Ackerwinde, kleine weiß-rosa Blüten, die einen üppigen Streifen bildeten. Anderswo sah ich Storchschnabel, Flockenblumen oder Mohn neben Gerste und Gräsern. Jedenfalls blüht eine ganze Menge, wenn nicht zu früh gemäht wird. Ich hoffe, daß das jetzt öfter so gehandhabt wird.*

DEM MÜLL DEN KAMPF ANSAGEN!

Ihr erinnert euch an meine Müllsammelaktion? Ich war spontan alleine losgezogen, weil mich der zunehmende Müll hinter dem Haus nervte und ich es nicht länger mit ansehen konnte.

Kurze Zeit danach stieß ich auf diese Seite, die hier vom städtischen Abfallentsorger ins Leben gerufen wurde:

Hannover-sauber.de

Hier will man wilde Müllkippen auf die Schliche kommen. Es gibt Sammelaktionen von Bürgern, man kann sich zum Müllsammeln verabreden. Einfach gemeinsam anfangen, etwas zu tun und nicht darauf warten, bis ein besseres Umweltbewußtsein bei allen Menschen angekommen ist. Eine tolle Idee und man kann etwas bewegen!

Was passiert bei euch? Tut sich in eurer Gemeinde, in eurer Stadt etwas in Sachen Natur, Umweltschutz oder Klima?

* Kleine Notiz für mich oder wen es interessiert klick: von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover, gibt es eine Übersicht zum Mähen von Wegrändern und Randstreifen. Interessant finde ich, daß dort erwähnt wird, daß häufiges Mähen aus einem übertriebenen Ordnungssinn heraus nicht vertretbar ist. Das betrift natürlich nicht alle Randstreifen. Wir haben die letzten Jahrzehnte jedenfalls zu viel aufgeräumt und damit gegen die Natur gearbeitet. Schön, wenn jetzt endlich mal gegengesteuert wird.

 

15 Kommentare Gib deinen ab

  1. Diese sammelaktionen machen Laune! Tolle Aktion!

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    1. pflanzwas sagt:

      Gemeinsam machts Spaß :-)

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      1. Glaube ich gerne :-)

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  2. bluebrightly sagt:

    Lots of good news, Almuth, I’m happy to hear that wildness is being encouraged. NO MOWING! :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      haha, yes. Maybe you should tell your landlord :-) I am really glad. It seems as if something is happening all over the country. Small steps, but steps!

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      1. bluebrightly sagt:

        He mows and mows and mows….it’s so crazy. But as we say in English, you have to choose your battles, and that would not be a good one to have.

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        1. pflanzwas sagt:

          I know what you mean! Let him mow. Maybe he will learn and stop one day….

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  3. ja, müll sammeln, das machen wir auch inzwischen… auf eigene faust. es gibt auch ein- zweimal im jahr organisierte müllsammelaktionen hier… und noch vor ein paar tagen habe ich gelesen, dass in einer stadt die dächer (flachdächer) bepflanzt wurden und noch weiter werden sollen… immerhin! schöner beitrag. :)

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    1. pflanzwas sagt:

      Schön! Ich hab gerade das Gefühl, daß sich an allen möglichen Orten was tut, manchmal mehr, manchmal weniger. Dachbegrünung klingt jedenfalls gut. Toll auch, daß ihr sammeln geht!! Vielleicht zieht auch das irgendwann Kreise.

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  4. Ule Rolff sagt:

    Schrittchen für Schrittchen für Schrittchen – dein Beitrag zeigt, wie immer mehr hinzukommt. Das stimmt wieder lebensmutiger.

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    1. pflanzwas sagt:

      So sehe ich das auch! Und im Moment gibt es immer mehr solcher Schritte. Es scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Hoffen wir es!!!

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  5. nordetrotter sagt:

    Es gibt auch ein Projekt „Stadtgruen naturnah“ vom Bündnis für Biologische Vielfalt. Ich versuche, eine Bewerbung für die Stadt, in der ich arbeite einzureichen und hoffe, dass die Bewerbung erfolgreich ist. Allerdings muss und musste ich sehr dicke Bretter bohren – es ist sehr mühsam, wenn die Beteiligten nicht überzeugt sind…

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, davon las ich. Ich drücke die Daumen und schön, daß du dran bleibst. Irgendwer muß ja anfangen. Schade, daß die Leute nicht die Vorteile erkennen, die damit einhergehen können, nicht nur in umwelttechnischer Hinsicht. Hannover hat wohl auch gerade einen Preis innerhalb dieses Projekts verliehen bekommen. Ich bin echt froh, daß hier so viel passiert, wenn gleichzeitig an anderer Stelle auch wieder Sachen zum Kopfschütteln geschehen. Eine komische Mischung manchmal.

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  6. Schön, dass sich bestimmte Dinge langsam rumsprechen. Hier haben sie dieses Jahr an der Nuthe auch nur einen schmalen Streifen am Wegrand gemäht, nicht wie sonst das ganze Ufer bis ans Wasser. Ich glaube der Supersommer letztes Jahr, nach dem kaum noch was lebte, hat mitgeholfen. Jetzt brauchen wir nur noch ein gescheites Pflanzkonzept für Grünanlagen, weg von diesem nutzlosen Grünzeug.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, vielleicht haben sie drauß gelernt und die Warnschüsse werden auch immer lauter. Das wäre echt schön und ich staune gerade, was überall blüht, wo sonst das vertrocknete Gras zu sehen war.

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