Baumscheibe 2018: Ein Flop?

Wie mans nimmt…

Dieses Jahr habe ich nicht viel vom Patenbaum berichtet, weil es nicht viel zu berichten gab. Alles kam anders, als geplant. Nach dem späten aber furiosen Frühlingsstart, mit schönen Frühlingsblumen, kam die Hitze, die Trockenheit und mit ihr die Stagnation! Das meiste, was ich unter meinem Patenbaum gesät hatte, hat Maximalhöhen von 10 bis 15 cm erreicht. Die Ringelblumen – eineinhalb Packungen – haben es gar nicht geschafft. Gesäte Cosmea / Schmuckkörbchen sind immerhin zum Blühen gekommen, bei geschätzten 20 cm. Wow. Übrigens wachsen gerade neue – vermutlich welche vom Frühjahr, hahahaaaa…. Das Highlight war das gekaufte und nachgepflanzte Schmuckkörbchen, was tatsächlich 2 oder 3 Monate nonstop geblüht hat!

Oktober 2018 – schon jede Menge Laub und der eine oder andere Pilz

Danben hat es noch die Pfefferminze vom letzten Jahr geschafft zu blühen und der Rainfarn, der auf der Ecke wild wächst, hat auch kurze Zeit geblüht. Hie und da guckt das Ferkelkraut auch jetzt noch durch.

Jetzt liegt schon viel Laub und letzte Woche durfte ich wieder erleben, daß einige unaufmerksame Verkehrs-nicht-teilnehmer die Stäbe rausgerissen haben. Einer ist über die Fetthenne am Straßenrand gebrettert und hat die Pflanze – wieder mal – fast komplett zerstört. Ich weiß nicht, was ich dort pflanzen soll, wenn das alle Jahre wieder vorkommt. So machts keinen Spaß! Möchte mal wissen, welcher Blödmannsgehilfe das war!

An- bzw. abgefahren….

„Unfallopfer Fetthenne“. Der Haupttrieb ist ab. 3 kleine Stengel „liegen“ noch…grumpf.

Apropos Laub. Der Nabu hat gerade noch mal angemahnt, keine Laubsauger zu benutzen. Durch die enorme Saugkraft wird fast „alles Leben“ mit dem Laub mit eingesaugt. Jede Menge kleiner Tierchen, die dazu da sind, das Laub zu zersetzen und für Humus zu sorgen, werden bei dieser brutalen Aktion mit entsorgt. Vögel und andere Säugetiere finden keine Nahrung, der Boden geht kaputt oder leidet darunter. Igel, Vögel und andere Tiere brauchen diese Insekten! Und wir im übrigen auch, wenn unser Garten schön grün und fruchtbar sein soll!

Tips zum Umgang mit Laub findet ihr hier bei Dagehtwas!

Auch Pilze gehören zu einem lebendigen Boden dazu.

Das Zauberglöcken wurde ebenfalls angefahren. Am Schnittlauch daneben gabs kürzlich noch eine Knospe. Der Schnittlauch auf der Baumscheibe hat übrigens ein  zweites Mal geblüht, auf dem Balkon nicht. Zwei kleine Mauretanische Malven sind angewachsen. Nun hoffe ich, daß sie den Winter überstehen und nächstes Jahr wachsen und blühen.

Wie man sieht, sieht man nichts… Der Rest des Zauberglöckchens, schräg drüber die Malve, drunter neue Pfefferminze, rechts der Schnittlauch.

Viele Pflanzen ziehen jetzt bereits ein. Die Melisse verabschiedet sich. Wirklich gewachsen war sie ebenfalls nicht. Dafür blüht der Rotklee noch mal vereinzelt. Ausgesäte Akelei haben zwar erste Blattansätze gezeigt, ich weiß aber nicht, ob sie es kommendes Jahr wirklich schaffen, da sie über 1 cm nicht hinausgekommen sind. Deshalb habe ich schon mal nachgesät.

Frühlingszwiebeln habe ich letzte Woche auch schon versenkt. Kleine Wildtulpen und Muscari, also Traubenhyazinthen. Die mögen Wildbienen besonders gern. Wer jetzt schon mal für das Frühjahr vorsorgen will, kann das nun tun. Bis Ende November ist noch Zeit, Zwiebeln zu pflanzen.

Die ersten Jungköniginnen bei den Hummeln freuen sich im neuen Jahr über Starthilfen in den Frühling. Im Gegensatz zu den Honigbienen (die fliegen bei etwa 12 Grad), können sie bereits ab 2 Grad fliegen. Um ein neues Hummelvolk zu gründen, brauchen sie viel Energie. Da sind Frühlingsblüher die besten Tankstellen!

Noch eine Anmerkung: Als ich im Sommer mal wieder beim Gießen war, erzählte mir ein Passant, daß man den Baum richtig wässern müßte (was mir aus dem dritten Stock heraus leider nicht möglich ist ;-) und daß durch das „anfeuchten“ mit der Gießkanne, die Baumwurzeln nach oben statt in die Tiefe gehen würden. Das ist wohl so geschehen, denn als ich vor einiger Zeit die Erde auflockern wollte, schien mir, daß sie an einigen Stellen ganz schön durchwurzelt ist. Verflixt. Alles gar nicht so einfach!!

Ich habe jetzt schon mal einiges an Saat verteilt. Man weiß ja nie, ob und wann was wachsen wird, also rein damit: u.a. Wilde Möhre, Nachtkerzen und Glockenblumen. Schau ma mal…

38 Kommentare Gib deinen ab

  1. docvogel sagt:

    nicht verzagen. Akelei ist übrigens zweijährig, dh. blüht eh erst im zweiten Jahr…

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    1. pflanzwas sagt:

      Das wußte ich wohl, aber sie sieht so mikroskopisch klein aus, daß ich mich fragte, ob sie es überhaupt schafft oder ist das normal, daß sie im ersten Jahr so klein ist? Manche von den kleinen Dingern sind auch schon wieder am Verschwinden. Man lernt wohl nie aus…

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      1. Hier hilft nur Geduld und ausgiebiger Regen.

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      2. docvogel sagt:

        ja, wird spannend, was da im nächsten Jahr noch wieder kommt..

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  2. Bei uns ist einiges auch nur sehr kümmerlich gewachsen, da wir nicht alles gießen konnten. Nach den Regentagen ist dann einiges doch noch explodiert. So blüht jetzt gerade ein Lowenmäulchen, das es im Sommer nicht geschafft hat. Jetzt ist es ja schon wieder seit Tagen sehr trocken, aber der Regen kommt bestimmt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Da hast du wohl Recht. Nach dem Regen vor 2 Wochen ist hier auch manches gewachsen. Die Tage sah ich, daß mein Salbei auf dem Balkon komplett neu austreibt. Tja, abwarten und Tee trinken. Glückwunsch zum neuen Löwenmaul :-)

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  3. kowkla123 sagt:

    ich denke auch, es braucht Geduld, ich hoffe, du bist gut in die Woche gekommen?

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    1. pflanzwas sagt:

      Dann bin ich mal geduldig :-) Dir auch eine gute neue Woche!

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  4. puzzleblume sagt:

    Die Fetthenne ist vermutlich gar nicht so verkehrt, auch wenn es ein Trauerspiel ist, sie abgefahren zu sehen. Sie kommt ja wieder, und die abgebrochenen Stängel lassen sich bewurzeln. Aber bei solchen Vollhonks frage ich mich schon, ob die wirklich nur gedankenlos sind, oder auch noch boshaft.
    Den Passanten hättest du eigentlich gleich mit einer Giesskanne ausstatten können. Ist doch echt blöd, solche Sprüche abzulassen, ohne selbst etwas zu tun.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, du hast Recht. Die Fetthenne kommt wieder. Aber es nervt wirklich. Einmal, okay, aber es ist die Woche drei mal passiert, so daß ich mich auch Frage; Absicht oder absolute Unfähigkeit?!! – Der Passant war nicht von hier und wollte wohl seine neuesten Erkenntnisse teilen…nächstes Mal reiche ich die Gießkanne weiter ;-)

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    2. dagehtwas sagt:

      Da geb ich Puzzleblume recht: Hättest ihm gleich deine Gießkanne in die Hand drücken sollen! Außerdem kommt es auch natürlicherweise vor, dass es nur tröpfelt und die Erde nur oberflächlich nass wird. Nicht jeder Regensschauer dringt bis in größere Tiefen vor. Wenn dein Baum nun auch etwas mehr nach oben wurzelt, ist das nichts total unnatürliches. Ohne dein Gießen hätte er deutlich weniger Wasser abbekommen.
      Wo die Stadtbäume bei der Versiegelung rundherum ihr Wasser herbekommen, ist mir ohnehin schleierhaft…

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      1. pflanzwas sagt:

        Stimmt, eine gute Frage. Naja, wenn irgendwo noch was versickern kann, aber das kanns ja leider oft auch nicht mehr. Du hast Recht, in der Natur gehts auch anders!!

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  5. Ewald Sindt sagt:

    Tja, leider gibt es immer noch Naturignoranten und sonstige Dummköppe.
    Es sollten Laubsauger und -bläser verboten werden, wozu gibt es den Harken, die stinken und lärmen nicht.
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. pflanzwas sagt:

      Sehe ich genauso. Allein die Luftverschmutzung. Das rechtfertigt das Ding in keinster Weise!! LG, Almuth

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  6. Ule Rolff sagt:

    Ich wünsche dir von Herzen ein erfolgreiches Jahr mit genug Regen, so dass du die volle Pracht deiner Baumscheibe endlich genießen kannst.

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    1. pflanzwas sagt:

      Deinen Wünsche schließe ich mich an ;-) Ich würde das zu gerne mal erleben. Jetzt möchte ich nur erleben, daß es endlich mal wieder regelmäßiger regnet. Schau ma mal…

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  7. Wundersamer Aufwand. Danke stellvertretend!

    Das mit dem richtigen Wässern – siehste, das wusste ich auch nicht, aber ähnliches hatte ich hie und da aufgeschnappt.

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    1. pflanzwas sagt:

      Balkon ist einfach was anderes. Garten auch. „Garten“ mit Baum erst Recht ;-)

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    2. dagehtwas sagt:

      Über das richtige Gießen gibt es so viele Theorien. Aber wenn man sich mal anschaut, wie es natürlicherweise regnet – da gibt es ja nicht immer nur den optimalen Regen, der bis in tiefere Schichten die Erde gleichmäßig bewässert, sondern auch Nieselregen, der nur die Oberfläche benetzt, oder leichten kurzen Regen, der nur wenige Zentimeter in den Boden einsickert – macht man sich da meiner Meinung nach viel zu viel Kopf. Die Natur kommt doch damit auch zurecht.

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      1. So ähnlich wohl wie mit Diäten?!

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        1. dagehtwas sagt:

          hihi! Guter Vergleich ;-)

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      2. pflanzwas sagt:

        Da hast du auch wieder Recht, auch wenn in der Natur 5 Monate Tröpfchenbewässerung nicht gerade normal sind (bisher jedenfalls). Aber es war ja ein besonderer Sommer, so gesehen. Es ist, wie es ist. Und genau, der Baum hat zwar wenig, aber immerhin regelmäßig etwas Naß abbekommen!

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  8. dagehtwas sagt:

    Oh, liebe Almuth! Du klingst ein bißchen gefrustet…Dabei finde ich, dass deine Baumscheibe trotz dieser Widrigkeiten viel grüner und lebendiger aussieht als vor deinem großartigen Einsatz. Dieses Jahr war überall extrem, das hat aber ja nichts mit deiner Arbeit zu tun. Vertrau darauf, dass sich schon was durchsetzen wird!
    Tja, und Vollhonks gibt es leider immer und überall… Sich ein dickeres Fell wachsen lassen? Leider ist das leichter gesagt als getan. Aber sei dir sicher: Du kämpfst auf der richtigen Seite :-)
    Mein erster Eindruck von deinem Foto hier links war übrigens: sieht hübsch aus, mit dem Eichenlaub! Ein grün-brauner Herbstteppich mit bunten Blümchenpunkten :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Danke für die freundliche Unterstützung liebe Sabine :-) Naja, wenns einmal passiert, gehts, aber wenns dann fast täglich passiert, daß da jemand reinbrettert, frustriert mich das schon. Ich muß halt noch mal überlegen, wie ich das für mich schmerzfreier gestalten kann. Sind ungefüllte Tagetes eigentlich gute Insektenpflanzen?

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      1. dagehtwas sagt:

        Ja, das ist sicher ein guter Plan, schmerzfreiere Gestaltung. Irgendjemand hier hatte doch eine gute Idee, mit Spitzwegerich usw…
        Zur Tagetes: Ich hab dieses Jahr zum 1. Mal welche gepflanzt. Eigentlich mag ich diese Blumen nicht besonders, aber sie sollen gegen Käferchen helfen, die Löcher ins Gemüse fressen.
        Jedenfalls bin ich hoch erstaunt darüber, wie viele Insekten sich auf diesen Blüten niederlassen und sogar die Honigbienen fliegen sie regelmäßig ab. Und gerade weil die Honigbienen regelmäßig kommen, müssen die Insekten dort was finden, denn sonst würden die Honigbienen sich das merken und nicht mehr wiederkommen.
        Nach dieser Beobachtung würde ich sagen: Ungefüllte Tagetes bieten den Insekten Nahrung an.

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        1. pflanzwas sagt:

          Mir gehts ähnlich. Sie zählen nicht zu meinen Lieblingsblumen (von wegen schmerzfreie Pflanzung ;-), obwohl sie schön leuchten. Deshalb hatte ich überlegt, ob man sowas dahinsetzt. Und die knallen dann auch wirklich raus. Nach deiner Beschreibung klingt das doppelt gut. Also auch eine Überlegung wert. Nach den anderen Ansprüchen muß ich noch mal gucken.

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  9. dagehtwas sagt:

    Ach so, und um eine ganz klare Antwort zu geben: NEIN! Kein Flop :-) absolut Top!

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    1. pflanzwas sagt:

      Okay, es war etwas provokant ;-) Für das Bodenleben war es sicher kein Flop. Nur in Sachen „Höhen-Wachstum“ ;-)

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      1. dagehtwas sagt:

        Na gut, aber das lag ja wohl eindeutig am Wetter! Das ging diesen Sommer jedem so. Daher kann man das nicht zu Flop oder Top zählen.

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  10. Fjonka sagt:

    Habe, abgesehen davon, daß ich garnicht finde, daß die Scheibe so leblos aussieht (im Gegenteil!!), eine Idee für den Randbezirk: Spitz- oder Breitwegerich können jedes drüberfahren ab, oder auch Teppichthymian – den mögen dann auch noch mehr Insekten….

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    1. pflanzwas sagt:

      Das ist eine gute Idee! Lustigerweise wächst dort Spitz- und Breitwegerich, aber auf der Straßenabgewandten Seite – die wissen schon, warum ;-) Thymian wollte ich dort schon mal anpflanzen, aber leider hats von den Stecklingen nur eine Pflanze geschafft und das auch auf der anderen Seite. Aber ich werde es mir noch mal notieren, für das kommende Jahr. Danke!

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  11. Arletta sagt:

    Liebe Almuth, aber ganz bestimmt ist Deine Baumscheibe KEIN Flop!!! Dieser Sommer war ganz einfach ein Flop, auch wenn viele Menschen anderer Meinung sind, diese nervige Dauerbesonnung, die Gluthitze, diese epochale Dürre… und jetzt im Herbst Dürre zum Zweiten, schon wieder hat es seit vielen Wochen nicht geregnet, ja wie soll denn da was wachsen? Genau, die Pflanzen sind so geschwächt, dass sich Mehltau und sonstiges Zeugs rasant ausbreitet und der Blattfall fing ja bereits schon im August an. Idiot, der Dir die Fetthenne umgefahren hat, das tut mir richtig, richtig weh. Also liebe Almuth, Kopf hoch, nächstes Jahr wird’s hoffentlich besser! Reeeeegen, mehr wollen wir ja gar nicht menno. nur Regen endlich! Mit hoffnungsvollen Grüssen, Arletta

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, der letzte Regen, 2 Tage, ist schon wieder 3 Wochen her. Alles trocknet schon wieder aus. Bin gespannt, wann das mit den Dauerhochs ein Ende nimmt. Dann kommt womöglich ein Dauertief. Letzte Woche noch mal 27 Grad – die brauche ich wirklich nicht mehr! Ebenso hoffnungsvolle Grüße von hier, Almuth

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  12. bluebrightly sagt:

    Ha ha! Even I can figure out this title! And no, not a flop. You learned a lot, and there are plants there, and mushrooms I see, and next year there will be more, in your revised planting scheme! ;-)

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    1. pflanzwas sagt:

      You are right, I learned a lot. New year, new gardenluck ;-)

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