Butterblumengelb!

am
Träumt schön :-)

Die Woche war ich mit einer lieben Blogkollegin aus Hannover im Botanischen Garten. Dort hat man vor Jahren eine Wildblumenwiese angelegt. Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird zur Besonderheit! Wie auch immer. Zur Zeit blühen hauptsächlich Butterblumen. Ein Traum in gelb mit schönen Gräsern, Ampfer und Knospen heranwachsender Blumen dazwischen.

Eine Wiese voll mit Butterblumen Ranunculus acris / a meadow full of buttercups

Apropos Wildblumen: heute abend am 10. Mai gabs auf RBB um 18:40 eine schöne Sendung „Berliner Pflanzen“. Über die damaligen und heutigen Ruderalflächen der Stadt. Es ging um die Vielfalt an Wildblumen, die auf unseren Stadtbrachen wachsen und die im Zuge des Baubooms verschwunden sind.

Ganz verschwunden? Manche ja, viele aber auch nicht. Die schlauen Unkräuter vergehen nicht immer so einfach, sondern sie retten sich manchmal einfach nur über die Straße :-) Andere werden in Berlin von Menschen gerettet, die diese Flächen im Auge behalten und bei drohender Bebauung losziehen und die seltenen Pflänzchen sowie ihre Saat in Sicherheit bringen. Eine schöne Sache, von der ich mich frage, ob sie auch in anderen Städten so praktiziert wird. Schon oft habe ich es hier in Hannover bedauert, wenn wieder eine Brache zugebaut wird und alles verschwindet. Schön war ebenfalls, daß es in Berlin an so manchen Ecken und Enden Parks und Anlagen gibt, wo der Wildwuchs überlebt hat, wo man ihn integriert hat. Zum Glück gibts auch sowas!

Besonders krass fand ich im Beitrag die Vergleiche von Anfang 2000 zu heute: die Ruderalflächen waren meist von einer Vielzahl bunter Blumen bewachsen: Schafgarbe, Natternkopf, Königskerzen, Flockenblumen, exotische Pflanzen aus dem Osten sowie aus dem Mittelmeerraum. Aber alles prächtig bunt. Dann die Bilder von heute: Parlamentsgebäude. Einkaufscenter. Uferanlagen aus Stein. Alles zugebaut. Stein und noch mal Stein. Ganze Uferbereiche zubetoniert! Wie kann man so ignorant sein? Schön war, daß sich die Wildkräuter immer wieder in kleine und kleinste Nischen zurückgezogen haben und dort weiterwuchsen.

Der Satz „Unkraut vergeht nicht“ kommt zum Glück nicht von ungefähr!

Warum kann man bei Neubauten nicht hinterher Wildblumenbeete anlegen statt der klassischen toten Rasenflächen und den verfl….n obligatorischen Kirschlorbeerhecken oder ähnlichem nutzlosen Zeugs?!!! Apropos Rasenflächen. Wie ein schöner „Rasen“ im heimischen Garten aussehen kann, könnt ihr hier bei Grundidee Naturgarten sehen!

52 Kommentare Gib deinen ab

  1. Weißt du was ich witzig finde? Früher als Kinder haben wir dies Blumen zusammen mit Gänseblümchen gepflückt, als kleine Sträuße. Löwenzahn durften wir nicht pflücken da er als giftig galt.
    Dabei ist es genau anders herum: Löwenzahn kannst du sogar als Salat anrichten und Butterblumen sind giftig.
    Welch ein Irrtum.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, die sehen so harmlos aus. Viel mehr Blumen als man denkt, sind giftig, wenn auch viele nur schwach. Aber gut, daß du noch mal drauf aufmerksam machst!

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      1. Das wusste ich bis vor kurzem auch noch nicht. Netz sei Dank.

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  2. Tolle Bilder, traumhaft.

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  3. Nach der Doku gucke ich mal in der Mediathek. Was Du beschreibst, habe ich mit Wut und Trauer auch bei der mir nahen Großbaustelle beobachten müssen, die inzwischen teilweise schon bewohnt ist. Nicht nur hässliche und teure Wohnkästen, auch die Bepflanzung so lieblos und einfallslos, Hauptsache schnell wachsend und billig. Naturwiesen würden glaube ich dem reichen „gepflegten“ Image schaden. Es blutet das Herz, was dort – auf dem für besondere Pflanzenvielfalt bekannten ehemaligen Mauerstreifen – einst wuchs, ein Faustschlag in den Magen der Natur …

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich könnte auch immer heulen. Es ist so schade um die Vielfalt. Hier gabs einen Neubau, wo tatsächlich die kleinen verbliebenen Streifen gestaltet wurden mit Salbei und Lavendel und so. Aber das ist die Ausnahme! Immerhin pflanzt man auch schon mal wieder Buchen statt Kirschlorbeer. Aber dieses Totschlagargument von billig, pflegeleicht und schnellwachsend ist so übel! Wenn man die Bilder im Vergleich sieht, ist es einfach nur grausam. Und wenn es heute Naturschützer gibt, die solche letzten kleinen Flecken verteidigen, werden sie als verrückt angesehen. Wäre nicht alles schon soweit zerstört, müßten sie sich gar nicht so „verrückt“ verhalten, aber das schnallen die Leute nicht….In Berlin gibts wohl auch einen Verein VundH ?? Und auch vom Botanischen Garten und ich glaube von der Uni aus kümmert man sich um diese Pflanzen. Tolle Sache. Gibts sicher nicht überall!

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      1. am übelsten finde ich, dass ökonomische und ökologische Interessen gegeneinander ausgespielt werden und Umweltschützern vorgeworfen wird, gegen die Interessen der „Kleinen Leute“ zu sein. Dabei ist doch eigentlich das Gegenteil der Fall, beide Dinge bedingen sich…

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        1. pflanzwas sagt:

          Ja, genau. Ohnehin scheint meistens der Mammon zu gewinnen. Kann man da nicht mal „ganzheitlich“ rangehen?!!!

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          1. … übrigens treibt mich der Gedanke um, zu dem Thema eine kleine Beitragsreihe oder auch Blogparade zu machen, vielleicht lassen sich ja Gedanken, Ideen, Ansätze bündeln bzw. endlich diese Schere im Kopf zwischen Naturschutz und sozialen Themen zu entfernen. Gerade genieße ich den Mai und befinde mich mehr oder weniger in der Blogpause, aber das ist ein Projekt, dass ja auch in ein paar Wochen immer noch aktuell sein wird. Vielleicht hast Du ja auch Lust mitzumachen …

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            1. pflanzwas sagt:

              Das hört sich gut an! D können wir gerne drüber reden :-) Dann genieß noch weiter den schönen Mai!

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  4. P.s. im Berliner Botanischen Garten gibt es auch diese großen Wildblumenwiesen, dort wächst und blüht gerade auch die Butterblume, aber wie mir scheint nicht so üppig ;-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Kommt vielleicht noch?! Oder sie haben andere Bodenverhältnisse. Oder… :-)

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      1. ich war noch nicht im Botanischen Volkspark am anderen Ende der Stadt, vielleicht sieht es dort anders aus. Vielleicht berichte ich ;-)

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        1. pflanzwas sagt:

          Botanischer Volkspark? Ach so, ihr habt sicher zwei (oder mehr) Botanische Gärten?! Ja, das wäre mal interessant!

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  5. Kennst Du Christian Morgensterns Gedicht „Butterblumengelbe Wiesen…“? Er muss eine solchen Anblick vor Augen gehabt haben:

    Butterblumengelbe Wiesen,
    sauerampferrot getönt –
    o du überreiches Spriessen,
    wie das Aug‘ dich nie gewöhnt!

    Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
    wunderblütenschneebereift –
    ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
    wie die Brust sie kaum begreift.

    (Zitieren darf man das inzwischen ja – von wegen Autorenrechte usw. – ist ja schon ein bisschen älter…)

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    1. pflanzwas sagt:

      Nein, kannte ich nicht, aber das paßt ja wunderbar :-) Man darf doch aber auch sonst zitieren, nur mit entsprechenden Angaben, oder nicht?

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      1. Nicht unbedingt. Aus dem Werken z.B. lebender Autoren darf man längere Passagen meist nur mit ausdrücklicher Genehmigung zitieren. Ist ziemlich kompliziert mit der Zitiererei und dem Urheberrecht.

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        1. pflanzwas sagt:

          Ich hab zwar mal davon gehört, mich aber nie weiter damit befaßt. Also besser nur 70 Jahre alte Tote zitieren ;-)

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          1. Nein, die müssen mindestens 80 Jahre Tod sein!

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            1. pflanzwas sagt:

              Ich kenn 70 Jahre Regelschutzfrist…??

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            2. Vielleicht ist das bei Zitaten anders. Bei Gedichten kenn ich nur die 80 Jahre. Wobei ich nicht glaube warum sie da 10 Jahre Unterschied machen sollten.

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  6. annicaaktiv sagt:

    Very beautiful! Here with me comes the first grass :)

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    1. pflanzwas sagt:

      So we will see your buttercups later on :-) Do you have these flowers in your area?

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      1. annicaaktiv sagt:

        Yes they are here too, but maybe in one to two months :)

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        1. pflanzwas sagt:

          So long?! I already wanted to say, they will bloom when we eat strawberrys :-) But it will be nice, to see springtimeflowers in summer. In Germany there is a gap of 3 to 5 weeks from north to south. When spring starts here, the trees in the south are already blooming :-) So every week we can watch them anew. Not bad :-)

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          1. annicaaktiv sagt:

            It´s amazing. Sweden is an elongated country. There may be snow in northern Sweden and flower in southern Sweden ;)

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            1. pflanzwas sagt:

              Thats true. I cannot imagine how long, but I believe you immediately :-) Probably the differences are even bigger than here?!

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            2. pflanzwas sagt:

              PS and you live in the north?

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  7. kowkla123 sagt:

    überall, schön anzusehen, heute können wir uns vom Herrentag erholen, Klaus

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    1. pflanzwas sagt:

      Ach komm, wars so anstrengend ;-) ??

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      1. kowkla123 sagt:

        Gesundheit und Frohsinn sollen uns durch das Wochenende begleiten, Klaus

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        1. pflanzwas sagt:

          lalalalaaaaaaa :-)

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          1. kowkla123 sagt:

            möge es eine gute Woche in Richtung Pfingsten werden, Klaus

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            1. pflanzwas sagt:

              Ach ja, auch schon wieder! Schon wieder Gedrängel an den Supermarktkassen… ;-) Eine schöne Woche für dich!

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  8. Ewald Sindt sagt:

    Sorry für das verspätete Lesen, aber wir waren auf Mauritius. Blogbeiträge folgen. 😊 Ab Montag geht alles wieder seinen gewohnten Gang…
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. pflanzwas sagt:

      Oh, das ist eine gute Entschuldigung ;-) Mauritius, wow. Das gibt sicher schöne Bilder! Ich freue mich drauf!! LG, Almuth

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      1. Ewald Sindt sagt:

        Gibt es, versprochen… 😊😊😊
        Lieben Gruß, Ewald

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  9. dagehtwas sagt:

    Sehr schöne Fotos, von einer Pflanze, die meist eher unbeliebt ist! Aber ich finde ihr Gelb auch den Hammer! Dieses Jahr blüht der Hahnenfuß auch bei uns in der Gegend sehr üppig. Vielleicht ist das trockene Wetter für ihn perfekt.
    Lieben Dank dir für die Verlinkung! :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich dachte, der mag es feucht, der Hahnenfuß? Ich kenne ihn noch gut aus meiner Kindheit und freue mich immer, ihn zu sehen. Wer mag den denn nicht?!!! Gibts doch gar nicht. Hier wächst er oft in Kombination mit Sauerampfer. Das sieht so schön aus, mit dem Rot dazwischen!

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      1. dagehtwas sagt:

        Ja, dachte ich bisher auch :-O aber vielleicht wächst er dieses Jahr deswegen so gut, weil die Konkurrenz anderer Arten fehlt?

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        1. pflanzwas sagt:

          Man weiß es nicht ;-) Ich dachte schon, daß der feuchte Herbst vielleicht seinen Teil dazu beigetragen hat. Denn das Wiesenschaumkraut blühte ja auch so viel wie lange nicht mehr.

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          1. dagehtwas sagt:

            Oh stimmt! Ist ja nicht immer nur entscheidend, was jetzt aktuell ist! Ja, das könnte sein.

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            1. pflanzwas sagt:

              War nur so ein Gedanke. Ich habe keine Ahnung, wie lange Schaumkraut und Hahnenfußsamen abwartend im Untergrund schlummern. Gut, daß das Frühjahr noch feucht war, sonst wären sie nicht so schön üppig gewesen.

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  10. Es ist schon witzig mit den deutschen Namen. Ich kenne als Butterblume oder Dotterblume ein Sumpf-Hahnenfußgewächs, Caltha palustris. Übrigens gibt es bei uns den Trend, in Dörfern und Städten an Straßenrändern, Verkehrsinseln u.a. sonst langweiligen Flächen Wildblumenwiesen anzulegen. Man muss bei den Samenmischungen allerdings darauf achten, dass auch mehrjährige Pflanzen dabei sind bzw. solche, die sich leicht selbst aussähen, sonst sind in den Folgejahren statt bunter Blüten wieder nur Gräser da.

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    1. pflanzwas sagt:

      Wirklich witzig. Das „buttergelbe“ bietet sich wahrscheinlich immer an. Ich kenne es so aus meiner Kindheit. – Das mit den Wildblumenwiesen ist schön! Das glaube ich gerne, daß die Gräser schnell dominieren, wenn die Saat nicht ausgewogen ist. Aber darauf werden die Gemeinden ja wohl achten?!

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  11. Arletta sagt:

    Liebe Almuth! Da Gelb meine Lieblingsfarbe ist, mag auch ich die Butterblumen gerne ansehen, wenn da nicht dieses grosse ABER wäre… auf Weiden für Tiere sieht man diese Hahnenfussgewächse halt nicht so gerne, denn sie sind frisch leicht giftig. In der Heuherstellung verlieren sie die Giftigkeit dann aber vollkommen. Also für’s Auge top, für’s Tier flop, hihi :-) Mit gelben Grüssen zu Dir vom Regenbalkon, Arletta

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    1. pflanzwas sagt:

      Lach, das hast du gut gesagt. Echt, der Hahnenfuß ist sogar für die Tiere leicht giftig? Ich hätte vermutet, daß die das besser vertragen. Wieder was dazugelernt! Wie ging das früher, als noch mehr Vieh draußen war und alles mögliche auf den Wiesen wucherte? Alles gar nicht so einfach! Bunte Wiesengüße zurück :-) Almuth

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