Kapitalanlage Insekten

Rendite? Vielfalt von Pflanzen und Tieren!

Seit ein paar Jahren versuche ich die Wildbienen auf meinem Balkon mit Nisthilfen zu unterstützen. Das es überhaupt ein Thema für mich wurde, lag daran, daß zwei Wildbienenarten, die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) sowie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), sich die Schilfröhren meiner Vogelhäuschen zu eigen machten, indem sie dort ihre Nester anlegten.

Das hatten allerdings auch die gewitzten Meisen mitbekommen, die im Winter auf Futtersuche besagte Röhren mit ihren Schnäbeln aufhämmerten, um sich an der Brut zu laben. Proteine schmecken auch den Vögeln, seufz.

Also mußte was Neues her. Zunächst bohrte ich Löcher in Holzklötze, dann kamen Pappröhren dazu und Nisthilfen aus Pressmaterial.

Mauerbienenuntermieter schaut aus neuer Wohnung ;-)

Zuletzt kam ich auf Bambusröhren, die ich dank einer Spende einer lieben Blogkollegin erhielt – vielen Dank Ulrike !!!

Eine der ersten besiedelten Bambusröhren :-)

Hier noch ein paar ältere, große Bambusstäbe, die mal zum Halt von einer gelieferten Staude gedient hatten. Jedes Jahr gern genommen :-)

Kreativ die kleinen Häufchen :-) Jede Wildbienenart mauert anders.

Im Dezember kaufte ich mir das Wildbienenbuch von Paul Westrich: „Wildbienen – Die anderen Bienen“. Ein schönes und umfassendes Buch über Wildbienen. Wie sie leben, was sie brauchen, dazu Tips für Nisthilfen sowie geeignte Blumen. Dort bin ich auf den Hinweis von markhaltigen Stengeln gestoßen: zum Einen Brombeerranken, zum anderen die Rispen von Königskerzen.

Da ich letztere schon seit Jahren auf dem Balkon habe, war es eine erfreuliche Nachricht für mich, daß ich diese Stengel einer sinnvollen Nutzung zuführen kann :-) An die Brombeerranken kam ich kürzlich, weil jemand im nahegelegenen Unterholz den Berserker gespielt hat und etliche Ranken einfach abgeschlagen hatte. Ich habe sogleich welche aufgesammelt und mitgenommen.

Markhaltiger Stengel einer Brombeerranke:

Jetzt muß ich nur noch eine geeignete Konstruktion finden, wie ich diese befestigen kann. Laut Buch sollen diese Stengel unbedingt senkrecht ausgerichtet werden, da die entsprechenden Arten in der Natur diese Position so vorfinden und nutzen. Bei den Mauerbienen dürfen die Nisthilfen im Gegensatz dazu waagrecht ausgerichtet sein.

Ich bin gespannt, ob entsprechende Wildbienenarten hier auftauchen werden und ob sie die Stengel besiedeln werden. Dazu wäre sicherlich noch interessant, welche Blüten für sie wichtig sind. Denn Nisthilfen ohne geeignte Nektar- und Pollenquellen in der Nähe sind wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Es sei denn, es findet sich eine Art, die sich damit zufrieden gibt.

Und so könnte es dann aussehen, wenn sich ein Bewohner findet:

Noch ein paar gute Nachrichten: Wildbienen stechen in der Regel nicht. Oft sind sie mit ihrem Stachel nicht mal in der Lage, menschliche Haut zu durchbohren. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen und auch die stechen nur, wenn sie bedroht oder gedrückt oder gequetscht werden. Also nicht drauftreten ;-)

Wildbienen fühlen sich weder von Kuchen noch von süßen Marmeladenbrötchen angezogen. Sie sind ausschließlich auf Nektar und Pollen von Blüten angewiesen!

Ein großer Teil von Wildbienen lebt solitär, d.h. sie bilden keine Staaten. Entweder kümmern sich die Weibchen allein um die Brut oder sie bilden Staaten von 20 bis 30 Tieren, die keinerlei Bedrohung darstellen.

Das einzige, was sie mitbringen, ist ein friedliches Summen, welches die Luft erfüllt und jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert :-)

Hier noch ein Linktip zur Internetseite von Paul Westrich, auf dem gute Tips für die Nisthilfen aus markhaltigen Stengeln zu finden sind. Auch für andere Nisthilfen findet ihr dort Tips, sowie die entsprechenden Wildbienenarten, die diese Nisthilfen bewohnen.

Mit diesen Maßnahmen unterstütze ich zwar überwiegend die Wildbienenarten, denen es ohnehin besser geht, da sie in ihrer Blütenwahl polylektisch sind, d.h. sie sind nicht auf eine Pflanzen bzw. Pollenart festgelegt. Auf der anderen Seite: jede geförderte Wildbiene zieht andere Insekten nach sich: Schmalbauchwespen, Schlupfwespen, Grabwespen, Taufliegen, Trauerschweber und viele andere mehr. Die meisten dieser genannten Arten parasitieren die Mauerbienenlarven auf die eine oder andere Art und Weise. Manche schädigen sie radikal, andere nur rudimentär. Letztenendes geht es ja aber um den Schutz und die Unterstützung für alle Insektenarten (auch wenn ich es am liebsten hätte, daß man „meine“ Mauerbienchen in Ruhe läßt ;-). Je mehr Insekten, um so besser für die Vögel, Amphibien usw. :-) Umso besser für unsere Artenvielfalt und für uns!

PS: ich schreibe Stengel immer noch mit e, weil es mir nicht einleuchtet, daß sich der Stengel von einer Stange ableitet ;-)

45 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Ein Grund mehr. sich beim Abschneiden der trockenen Stängel im Garten Gedanken zu machen, ob man sie nicht lieber aufhebt und nützlich den Insekten anbietet, statt sie in den Gartenabfall zu werfen oder demnächst dem Osterfeuer zu übergeben.
    Vielleicht gehe ich morgen nochmal gucken, ich sah vorhin auf dem Osterfeuer-Haufen abgeschnittene Pampasgras-Stängel ….

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    1. pflanzwas sagt:

      Ja, wer weiß! Beim Aufräumen habe ich gesehen, daß auch der Wasserdost Röhren hat :-)

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      1. puzzleblume sagt:

        Meiner steht noch. Es gibt ja auch viele Käfer und Co. die in solchen Stängeln heranwachsen oder überwintern, und ob die nun schlüpfen oder den Vögeln als Futter dienen, sei einfach auch mal gleich gut, auch wenn man nicht möchte, dass sich die cleveren Meisen am Insektenhotel bedienen.

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        1. pflanzwas sagt:

          Leider landen jetzt viele im Osterfeuer, die vielleicht noch bewohnt sind…

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          1. puzzleblume sagt:

            Ja, das macht mich auch jedesmal traurig, wenn ich daran vorbeigehe. Früher mag das ja mal seinen Sinn gehabt haben, das Verbrennen, als es die ganzen chemischen Keulen noch nicht gegeben hat, aber inzwischen ….

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            1. pflanzwas sagt:

              Ja, bei dem Insektensterben würde man lieber drauf verzichten. Ich frage mich auch, was diese Harvester anrichten. Früher hatte der eine oder andere Käfer vielleicht noch eine Gelegenheit zu entkommen, aber bei den Maschinen bin ich mir nicht mehr so sicher, obs da noch „Fluchtmöglichkeiten“ gibt…

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            2. puzzleblume sagt:

              Eher nicht, denn wer sogar mit diesen Monstern Rehe „erwischt“, häckselt und alles in die Biogasanlage bringt, lässt wenig Reste.

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            3. pflanzwas sagt:

              Leider. Wir sind einfach zu effizient. Effizienz killt die Natur. Jedenfalls fast. Zum Glück ist sie immer die Schlauere und ich hoffe, sie hat das letzte Wort…………….sonst wirds finster.

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            4. puzzleblume sagt:

              So sehe ich das auch.

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  2. Bei uns haben die Vögel im letzten Jahr die Stängel aus den Insektenhotels gezogen um an ihr ‚Futter‘ zu kommen. Obwohl dort ein Drahtgitter vor ist. Dann habe ich zusätzlich ein Netz darüber gespannt. Was tut man nicht alles um so vielen Tieren wie möglich dienlich zu sein.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das ist wahr. Das läuft schon unter „Kunst“, haha!! – Das habe ich auch noch nicht gehört, daß die Vögel die Niströhren ganz rausholen, die kleinen Gauner ;-) Tja, auch die sind lernfähig. Wenn sie einen Teil verspeisen, ist das schon in Ordnung. Sie sollen ja was von den Insekten haben. Hauptsache sie lassen was heile und übrig ;-)

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  3. notiznagel sagt:

    Einfach fantastisch was in der Natur so läuft. Man muss einfach ein Auge dazu haben. Du scheinst es ganz dicke zu haben. Macht Spass die Bilder anzuschauen und die Beschreibungen zu lesen.

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank für das schöne Kompliment! Das freut mich sehr :-)

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  4. Das ist wieder ein schöner Bericht. Ist schon toll, mit welchen Kleinigkeiten man den Insekten was Gutes tun kann. Noch toller wäre es, wenn es noch mehr Leute täten. Manchmal geht es aber auch schief. 😉 Bei meinen Eltern hat letztes Jahr erst ein Vogel das Insektenhotel zum Brüten benutzt und dann wurde es von einer Katze zerlegt, die das Nest ausräumte.

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich würde sagen, daß war ein voller Erfolg für die Tierwelt :-) Ein Nistplatz wurde gefunden und die Katze, öh, hatte ihren Spaß. Lach, so kanns auch gehen..

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  5. Toller Beitrag. Das beruhigt zumindestmein Gewissen, denn auf dem großen Grundstück gibt es soviel“Naturbelassenes“, dass sich alle Arten vn Insekte ihren natürlichen Lebensraum erhalten können, hoffe ich zumindest. Auf dem Nachbargrundstück gibt es zudem eine große Koppel, auf der die Natur seit Jahren Alleinherrscherin ist.

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    1. pflanzwas sagt:

      Das höre ich gerne :-) Naturbelassene Ecken sind auch in Gärten sooo wichtig. Bei dir haben sie bestimmt ein kleines Paradies :-) Außerdem bietest du mit deinem großen Teich ganz ganz vielen Insekten einen Lebensraum, die auf Wasser angewiesen sind. Toll!

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  6. Gestern habe ich übrigens wieder die Fledermaus beim Trinken beobachten können

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    1. pflanzwas sagt:

      Beim Trinken? Sitzt sie dann irgendwo oder macht die das im Flug? Sag ich ja: klasse, wievielen Tieren das einen Lebensraum bietet :-) Hier segeln hin und wieder welche am Haus vorbei, abends in der Dämmerung. Leider haben wir uns noch nicht kennengelernt ;-)

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      1. Die kreist immer über dem Wasser und nimmt ein Schlückchen. Ich wurde durch das Platschen aufmerksam. Habe ich im vergangenem Jahr zum ersten Mal gesehen.

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  7. kowkla123 sagt:

    die Bedeutung für die Natur ist sehr groß, lass dich vom Wetter nicht entmutigen, Klaus

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    1. pflanzwas sagt:

      Lach, du dich auch nicht. Vernieselte aber liebe Grüße, Almuth

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  8. Ewald Sindt sagt:

    Ich find toll, was du so alles tust. Hut ab… 😊😊😊
    Ich schreibe Stengel auch so und Schloß mit esszett 😂😂😂
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. pflanzwas sagt:

      Ich versuche es. Das Tolle ist ja, daß jeder mit ganz wenig Mitteln schon unheimlich viel erreichen kann! …kann man Schloß auch anders schreiben ;-) ? LG, Almuth

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      1. Ewald Sindt sagt:

        Die neue Schreibweise ist „Schloss“ 😖

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        1. pflanzwas sagt:

          Das war jetzt eigentlich rhetorisch gemeint ;-) Aber du hast schon Recht, es gibt inzwischen so viele Ausdrücke, wo das ß ersetzt wird. Pöh – mache ich alles nicht mit ;-)

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          1. Ewald Sindt sagt:

            Sorry, das war mir entgangen… 😂😂😂
            So manche Schreibweise macht mir zu schaffen, zB Schifffahrt…
            Lieben Gruß, Ewald

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            1. pflanzwas sagt:

              …oder Stillleben :-) LG und Gute Nacht, Almuth

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you very much, Annica!

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  9. Ulrike Sokul sagt:

    Liebe Almuth,
    es freut mich sehr, daß meine Bio-Bambusröhren von Deinen Balkonmietern so gut angenommen werden.
    Mein Insektenhotel muß ich noch komplett umbauen und mit Kaninchendraht vogelsicher machen, letztes Jahr haben die vorwitzigen Meisen meine Bienenuntermieterbrut weggefuttert und auch diverse Röhren einfach herausgerupft.
    Sind die tollen Zeichungen von Dir?
    Nachtaktive Grüße von
    Ulrike

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    1. pflanzwas sagt:

      Also diese gewitzten Meisen! Das die die Röhren auch noch rausholen, tztztzzz. Ich verteile sie hier immer über den Balkon und bis jetzt haben sie die noch nicht angerührt. Hoffentlich bleibt das so!! Die vielen anderen Röhren von dir habe ich jetzt versucht zu bündeln. Ich brauch nur noch ne gescheite „Verpackungslösung“. Das ist noch nicht ideal. Ja, die Zeichnungen sind von mir. Hab mich mal an Insekten versucht ;-) Nachtschläfrige Grüße von mir zu dir. Muß ins Bett ;-)

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  10. Danke für Deinen Einsatz für die Wildbienen, liebe Almuth. Das finde ich toll. Wann immer ich in Deutschland bin, sehe ich diese Ansammlungen von Röhren und Kästen, und es macht etwas Mut, daß das Bewußtsein sich ändert, wenn auch vielleicht nicht schnell genug.
    Wir pflanzen seit Jahren Blumen für Bienen, Schmetterlinge, und Kolibris, aber ich sollte mich mal erkundigen, ob es diese Nisthilfen auch hier gibt.
    Liebe Grüße,
    Tanja

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    1. pflanzwas sagt:

      Wenn die Pflanzen da sind, ist doch schon mal viel erreicht. Nisthilfen müssen nicht unbedingt sein, wenn die Umgebung natürliche Möglichkeiten bietet. Es kommt immer darauf an, wo man wohnt, wie die Umwelt aussieht. Ansonsten sollte es sowas bei euch ja auch geben. – Wow, ihr habt Kolibris? Das ist ja toll – ganz neidisch werd :-) Liebe Grüße und Gute Nacht – wie spät ist es bei euch?? Almuth

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      1. Die Kolibris gibt es hier nur im Sommer, sie überwintern in Mexiko oder Mittelamerika.
        Colorado liegt 8 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück.
        Schlaf gut!

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        1. pflanzwas sagt:

          Dann wünsche ich noch einen schönen Vormittag :-) Immerhin, Colibris im Sommer. Auch schön!! Liebe Grüße und schöne Ostern, Almuth

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          1. Auch Dir ein frohes Osterfest, liebe Almuth.

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  11. Von hier sagt:

    Früher wurde der Stängel auch noch Stengel geschrieben und erst seit der letzten Rechtschreibreform mit ä wie Stängel. Warum? Es wird wohl Konrads Geheimnis bleiben 😅

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    1. pflanzwas sagt:

      Konrad? Was hat der damit zu tun – oder war das der Rechtschreibfritze ;-)

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  12. bluebrightly sagt:

    So you are making sure you provide a home for pollinators. correct? And more drawings! I really like them. :-)

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    1. pflanzwas sagt:

      Thank you very much and yes, you are right :-) I was thinking what else could be done, to support other wild bees.

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  13. Erich Stegmaier sagt:

    Um Kindern die Bedürfnisse der Wildbienen näher zu bringen gibt es was neues: Mein Wildbienenbuch
    Im vorderen Teil eine kleine Abenteuergeschichte und im hinteren Teil wird Wissen vermittelt, Bastelanleitungen und Spielvorlagen gegeben. Ich kann es nur empfehlen!

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    1. pflanzwas sagt:

      Vielen Dank für den Tip. Das hört sich gut an :-) Schön, daß es sowas gibt und dann noch mit Kreativteil. Finde ich gut!

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