Da war doch noch was

Mit der Baumscheibe und dem Laub

Als ich die Tage über den Baum berichtete, hatte ich ganz vergessen, das Laub zu erwähnen. Hä, das Laub ?

Unter dem Baum wachsen jetzt Pilze und Laub bildet eine schützende Schicht für Pflanzen und Tiere :-) Hier die Blätter einer Amerikanischen Eiche. Pilz: unbekannt.

Genau, Laub und Pilze.  Denn eigentlich wollte ich noch auf den tollen Beitrag von Sabine bei dagehtwas.org hinweisen. Sie schreibt, was man im Garten tun bzw. lassen kann, damit möglichst viele Lebewesen den Winter gut überstehen. Zum Beispiel Laub liegenlassen, unaufgeräumte Haufen, in denen sich Insekten wie Igel verkriechen können oder Stengel von verblühten Pflanzen bis zum Frühjahr stehen lassen. Auch hier finden Insekten und Vögel Nahrung.

„Frostschutz“ in Form von Laub

Ich konnte noch nie nachvollziehen, warum die Gärtner mit ihren Laubbläsern sämtliche Blätter unter Hecken und Büschen wegpusten. Das sie die Wege frei machen, damit niemand auf nassem Laub ausrutschen kann, ist ja völlig in Ordnung. Das aber auch alles andere ratzekahl entfernt wird, wo viele Insekten Schutz und Nahrung suchen, kann ich nicht nachvollziehen. Außerdem bietet das Laub den besten Frostschutz. Auch Vögel, wie die Amseln oder die Krähen, drehen gerne jedes Blatt einzeln um, um unter den Blättern nach eßbarem zu suchen.

Unter den Bäumen im Herbst sieht der Boden normalerweise so aus: bunt !

Unter meinem „Patenbaum“ auf der „Baumscheibe“, wie man hier sagt, liegt jetzt jede Menge Laub einer benachbarten Amerikanischen Eiche. Als ich heute ein paar Zweige aufsammelte, die der Sturm dort hingeweht hatte, habe ich auch ein paar Blätter umgedreht. Zu meiner Überraschung wie großen Freude, kroch zwischen den Blättern bereits ein Regenwurm herum. Auch an anderer Stelle konnte ich einen in die (oder in der ??) Erde verschwinden sehen :-)

Warum mich das so freut ? Weil ich dank Sabine vom obengenannten Blog weiß, daß die Regenwürmer und andere Bodentiere das Laub bis zum Frühjahr zersetzen werden :-) Ich freue mich des weiteren, weil inzwischen so viel Leben auf diesem bislang kargen Boden eingekehrt ist. Als ich anfing, die plattgefahrene Rasenfläche zu bearbeiten, ist mir kein Regenwurm begegnet. Der Boden war nur hart. Und jetzt sind so viele da.

Ich weiß zwar, daß es Vertreter gibt, die sagen, man solle das der Natur überlassen. Auf den Ruderalflächen wächst schon das, was da hinpaßt. Aber hätte ich die Fläche nicht in Beschlag genommen, wenn man das so sagen kann, würden die Autos immer noch über die Baumwurzeln brettern und den Boden verdichten.

Neben Regenwürmern sind Asseln, Springschwänze, Tausendfüßer und andere Arten an der Zersetzung und Humusbildung beteiligt. Auch Pilze, Bakterien und Mikroorganismen beteiligen sich an diesem Prozeß.

Immerhin muß ich zugeben, daß ich durch meine Arbeit vermutlich irgendwelche hübschen, schillernden Käferchen vertrieben habe. Die fanden das ganz prima dort. Aber die dürften jetzt umgezogen sein. Hoffentlich ! Außerdem schienen die mir mehr auf trockenen Boden zu stehen. Nach diesem Sommer ist der hier eh kurz vor „Moor“ ;-)

„Bunte Bodenmischung“ bietet vielen Insekten Schutz und Vögeln Nahrung !

Hier habe ich noch einen Link gefunden, wo die Bodenzersetzer ausführlich und gut verständlich beschrieben werden.

 

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20 Gedanken zu „Da war doch noch was

  1. Du sprichst mir aus meinem grünen Herzen. Jeden Herbst beginnt eine solch sinnlose Aufräumwut in den Gärten, welche Vögeln, Igeln und Insekten die Nahrungsquellen für die kalte Jahreszeit raubt. Ich habe dich übrigens für den Mystery Blogger Award nominiert. Schau doch mal unter: https://gartenkuss.net/2017/10/11/award-gartenblog-the-mystery-blogger-award/#more-6065
    Grüne Grüße in den Herbstgarten von gartenkuss

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  2. Hallo liebe Almuth! :-) toll, einfach toll, was da auf deiner Baumscheibe entsteht! Was sagen denn die Nachbarn über deine Laubansammlung?
    zu deinem Satz „Ich weiß zwar, daß es Vertreter gibt, die sagen, man solle das der Natur überlassen.“ Im Zusamenhang mit deiner Baumscheibe würde ich eine Gegenfrage stellen: Wo ist denn bei einer Baumscheibe mitten in der Stadt noch ursprüngliche Natur? Würde die Baumscheibe denn ohne Patenschaft der Natur überlassen bleiben? Rundherum ist doch menschlicher Einfluss pur. Da kann mensch ruhig auch mal was zum Positiven beeinflussen.
    :-)
    Liebe Grüße, auch an die Regenwürmer ;-)
    Sabine

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    • Die Grüße werde ich ausrichten ;-) – Etwas kann ich diesen Ansatz verstehen. Es wachsen dann eben jene Pflanzen, die zum Boden passen und die unter den Bedingungen ohne Pflege dort zurechtkommen. Wenn der Mensch eingreift, ist es nicht immer zum Besseren. Auch über die Blühstreifen kann man vermutlich noch diskutieren. Aber ich sehe es gleichzeitig wie du: ich bin zu diesen Zeiten froh, über alles, was wächst und blüht. Auch das indische Springkraut mit seinem Nektar hat schon eine gewisse Daseinsberechtigung. Wenn die Pflanzen nicht zu invasiv sind…alles nicht so einfach. Ich fands nur toll, nach deinen Beschreibungen, zwischen den Blättern schon Regenwürmer zu sehen :-) Das kann dem Boden doch nur guttun !! Jetzt muß ich mir nur noch was für den Winter einfallen lassen. In letzter Zeit ist wieder öfter die eine oder andere Ecke mitgenommen worden. Es sieht jetzt halt mehr nach Laubhaufen aus ;-) Ich hatte um die Stäbe inzwischen ein pinkfarbenes Schleifenband gezogen, weiß aber nicht, ob das reicht. Mal sehen, was mir noch einfällt. LG von mir und den Regenwürmern :-) Almuth

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  3. Klasse, dieser Beitrag, liebe Almuth! Toll, was aus Deinem Projekt bereits geworden ist! Das Foto der „bunten Bodenmischung“ finde ich übrigens irre gut! Den unbekannten Pilz versuche ich noch zu identifizieren, schliesslich habe ich keine Ausrede mehr: seit heute besitze ich nämlich ein Pilzbuch! Ja, diese akribische Blätterentsorgung jeden Herbst verstehe ich auch nicht. Wo es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist, ok. Aber dass man sogar auf Waldwegen (!!!!) das Laub wegbläst und damit vielen Kleintieren den geschützten und wärmenden Lebensraum entzieht, das entzieht sich wiederum vollkommen meinem Verständnis. Und dass man im eigenen Garten nicht einfach einen zudem noch dekorativen Blätterhaufen bestehen lässt, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Wie Du auch schreibst, die Blätter verrotten ja schliesslich so schnell und werden als wertvolles Material der Natur überlassen. Ja, die „liebe“ Menschheit… an der allherbstlichen Hyperaktivität merkt man, wie sehr sich die Bevölkerung von der Natur entfernt hat. Da scheint echt jedes Verständnis nicht mal im Ansatz zu bestehen. Ich lass sogar auf dem Balkon immer einen Blätterhaufen liegen absichtlich. Die Vögel wühlen gerne darin herum, klar warum :-) Mit hebstlichen Grüssen zu Dir, Arletta

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    • Liebe Arletta, ich bin so froh, daß du auch eine Laubfreundin bist :-) Letzten Herbst hatte ich ebenfalls überlegt, ob ich nicht einen Topf mit Laub hinstelle. Die Marienkäfer suchen hier gerne Schutz. allerdings immer in der hintersten Balkonecke am Geländer. Sie wollen einen schattigen Platz, damit sie an warmen Wintertagen nicht geweckt werden. Ich will mal sehen, was ich einrichten kann. Toll, daß du das auf deinem Balkon machst. Hihi, daß das die Vögel freut – sicher besonders die Amseln ? – kann ich mir vorstellen :-) – Falls du den Pilz identifizieren kannst, wäre das toll. Aber ohne Bild von den Lamellen und Stiel dürfte es schwierig werden. Die wachsen direkt aus dem Thymian. Ich kann da nix erkennen ! – Laub von den Waldwegen pusten ist auch unglaublich. Ja, wir haben uns tatsächlich viiiel zu weit von der Natur entfernt !!! Hoffentlich geht der Trend weiter in die andere Richtung. hin zu mehr Natur. Mit lauberfreuten Grüßen :-) Almuth

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